Die brillante Sci-Fi-Serie "Dark Matter" wird zur Qual: Was, wenn du im falschen Leben gelandet bist?
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 26. August 2026
Die zweite Staffel von "Dark Matter - Der Zeitenläufer" treibt das Spiel mit alternativen Realitäten weiter - und stellt bei Apple TV die Frage, ob wir wirklich wissen wollen, welche Leben wir hätten führen können.
Was wäre, wenn? Wenn man damals nicht in diesen Zug gestiegen wäre. Wenn man das Jobangebot doch angenommen hätte. Wenn man sich für den anderen Menschen entschieden hätte. Die Apple TV-Serie "Dark Matter - Der Zeitenläufer" hat aus einer der banalsten und zugleich quälendsten Fragen des Lebens in der ersten Staffel ein ziemlich cleveres Science-Fiction-Szenario gebaut. Staffel zwei wagt sich ab Freitag, 28. August, noch weiter vor und macht aus dem ursprünglichen Gedankenexperiment eine größere Geschichte.
Mit den ungelebten Leben ist das nämlich so eine Sache: Wer einmal gesehen hat, was alles vorstellbar gewesen wäre, bekommt die Möglichkeiten nur schwer wieder aus dem Kopf. Genau dort setzt die zweite Staffel an. Jason Dessen (Joel Edgerton), Ehefrau Daniela (Jennifer Connelly) und Sohn Charlie (Oakes Fegley) haben nach ihrer erzwungenen Flucht aus ihrer ursprünglichen Realität eine Welt gefunden, die ihnen Sicherheit verspricht.
Das Multiversum lässt sich nicht so einfach abschütteln. Erst recht nicht, wenn man schon unzählige Varianten kennengelernt hat: Das ist eine wunderbare Spielwiese für diese fantastische Serie.
Das Spektakel passiert im Kopf
Zur Erinnerung: Im Mittelpunkt der Serie steht eine Box, hinter deren Türen Welten warten, in denen sich die Geschichte dramatisch anders entwickelt hat - und solche, die sich nur in winzigen Details von der eigenen unterscheiden. Jason wurde in der ersten Staffel von seinem eigenen Ich aus einer anderen Realität entführt. Nach langer Suche konnte er in seine eigene Welt zurückkehren - nur um festzustellen, dass dort eine Hundertschaft seiner selbst auf ihn wartet.
Hinter "Dark Matter" steckt ein Gedankenexperiment, das an Schrödingers berühmte Katze erinnert und vor allem mit der Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik spielt: Demnach entsteht bei jedem Ereignis für jedes mögliche Ergebnis eine eigene Welt - und all diese Welten existieren parallel.
Wer nun erwartet, dass alle fünf Minuten eine neue spektakuläre Welt aus dem Hut gezaubert wird, dürfte gelegentlich ungeduldig auf die Uhr schauen. Denn darum geht es Blake Crouch, der die Serie nach seinem eigenen Roman entwickelte und als Showrunner verantwortet, nur am Rande.
Hinter seinem Science-Fiction-Konstrukt steckt eine philosophische Frage: Was macht einen Menschen zum Original, wenn mehrere Versionen bis zu einem bestimmten Punkt exakt dieselbe Vergangenheit besitzen?