"Der Schnee ist gut", meldete Laura Dahlmeier, dann brach sie zu ihrer letzten Besteigung auf
Autor: Teleschau
, Montag, 27. Juli 2026
Es ist ein Jahr her, dass der ehemalige Biathlon-Superstar Laura Dahlmeier bei einem tragischen Bergunfall am Laila Peak zu Tode kam. Eine neue Dokumentation legt dar, dass die Kletterin vor ihrem letzten Aufstieg gewarnt wurde.
"Laura Dahlmeier ... ein Schritt zu weit." So heißt die neue Dokumentation von Regisseur Nikolaus Mahatsek für ServusTV. In dem "Bergwelten"-Special des Senders (Montag, 27. Juli, 20.15 Uhr, ServusTV) wird an die letzte Bergtour der Sport- und Kletterikone Dahlmeier erinnert. Es wird geschildert, wie es zum dramatischen Unglück kam - und ob es vermeidbar gewesen wäre.
Als Laura Dahlmeier mit ihrer Seilpartnerin Martina Krauss im Juli 2025 im Karakorum-Gebirge in Pakistan unterwegs war, kletterte dort auch Sabrina Filzmoser (46). Die österreichische Extrembergsteigerin und ehemalige Judo-Legende wollte auf den K2, den zweithöchsten Berg der Welt. Aber sie brach den Versuch ab: zu warmes Wetter, daher gefährliche Schneeschmelze, erhöhte Steinschlag- und Lawinengefahr. Filzmoser erlebte den Super-GAU für Bergsteiger: Sie stand kurz vor ihrem Ziel, hatte es vor Augen - und es war doch unerreichbar.
Das Gefühl kennt auch Aleš Česen (44). Der Slowene hat zweimal den Bergsteiger-Oscar "PIlot d'Or" gewonnen. Und er kennt den Moment der Frustration: "Das Risiko, ohne Erfolg heimzukehren, ist riesig", sagt er in der TV-Doku.
Filzmoser brach ihren K2-Versuch ab. "Du bist in der Form deines Lebens, aber die Umstände machen dich demütig. Du weißt: Es gehört mehr dazu als deine Leistungsfähigkeit." Vor allem die rationale Beurteilung der Situation. "Zu wissen, wann man umkehren muss, ist der wichtigste Instinkt bei Bergsteigern."
Hat Laura Dahlmeier dieser Instinkt verlassen? Oder hat sie nicht auf ihn gehört?
Spanische Bergsteigerin warnte Laura Dahlmeier: "Viel zu gefährlich - unmöglich"
Dahlmeier hatte ihre einzigartige Biathlon-Karriere beendet. Sie zählte zur Elite der Bergsteiger, als sie am 24. Juli im Base Camp am Laila Peak, der ihr Todesberg wurde, ankam. Sie und ihre Seilpartnerin Marina hatten sich monatelang akribisch vorbereitet, sie waren topfit. Und sie hatten am 8. Juli auch bereits den 6.287 Meter hohen Great Trango Tower bezwungen.
Im Base Camp trafen sie auf eine spanische Seilschaft, der auch Maria Martin angehörte. Sie wartete schon seit zwei Wochen auf die Chance, den "Berg meiner Träume" zu besteigen - vergeblich. Zu viel Schmelzwasser, zu viel Regen. Sie habe Laura und Marina gewarnt, die Besteigung sei "viel zu gefährlich - unmöglich." So wird es in der Doku geschildert. Maria Martin brach ihren Versuch endgültig am 25. Juli ab und verließ den Berg Richtung Hushe-Tal. "Es ging nicht."