Druckartikel: Den "Tatort" gibt's jetzt schon freitags - und was sonst noch neu ist

Den "Tatort" gibt's jetzt schon freitags - und was sonst noch neu ist


Autor: Eric Leimann

, Mittwoch, 09. Sept. 2026

Mit dem Krimi "Tatort: König in Gelb" startet am kommenden Wochenende nach vier Monaten Pause die neue Saison der Sonntagabend-Primetime-Krimis im Ersten. Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ermittelt. Was gibt's Neues im "Tatort"- und "Polizeiruf"-Jahr 2026/2027?


Die ersten fünf Fälle der neuen "Tatort"-Saison stehen fest: Im starken Auftaktfilm "Tatort: König in Gelb" (Sonntag, 13. September, 20.15 Uhr, Das Erste) ermittelt Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) in einem Demenzdorf. Eine Woche später ("Tatort: Die letzten Menschen von Köln", 20. September, 20.25 Uhr) kämpfen sich Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) durch einen Fall, der von einer leeren Stadt und misstrauischen Preppern erzählt. In Ludwigshafen stehen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) im "Tatort: Explosive Mischung" (4. Oktober, 20.15 Uhr) nach einer tödlich verlaufenen Geldautomatensprengung vor einem Wust unseliger Verstrickungen in einem Problemviertel.

Am 11. und 18. September nimmt im Zweiteiler "Tatort: Unter Freunden" und "Tatort: Unter Feinden" (beide Sonntag, 20.15 Uhr) eine neue Kommissarin ihre Arbeit auf: Karoline Schuch spielt die Polizeipsychologin Elli Krieger. Sie folgt Axel Milberg, der letztes Jahr in "Tatort"-Rente ging. In Kiel wird Schuch an der Seite von Almila Bagriacik als Mila Sahin ermitteln. In Franken ist Rosalie Thomass ebenfalls ab diesem Herbst als Emilia Rathgeber zu sehen. Sie bildet das neue Duo gemeinsam mit Fabian Hinrichs' Komissar Felix Voss.

In München, wo der "Tatort" lange geprägt war von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl als Ivo Batic und Franz Leitmayr, arbeiten demnächst Carlo Ljubek (als Nikola Buvak) und Ferdinand Hofer (als Kalli Hammermann) als frisch formiertes Ermittlerduo an ihrem ersten gemeinsamen Fall. Auch der Abschied zweier "Tatort"-Legenden steht im kommenden Herbst oder Winter an: Der letzte Fall von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser als Moritz Eisner und Bibi Fellner läuft unter dem Titel "Tatort: Dann sind wir Helden".

Mehr Zuschauer durch Vorpremiere am Freitag?

Die neue Saison hält nicht nur neue Fälle und Ermittler-Konstellationen bereit, sondern auch eine handfeste Ausstrahlungs-Sensation: Registrierte Nutzerinnen und Nutzer können die neuen "Tatort"- und "Polizeiruf 110"-Folgen ab sofort schon freitags, ab 5.30 Uhr, exklusiv vorab in der ARD-Mediathek streamen - zwei Tage vor der regulären Ausstrahlung im Ersten. Die neue Vorab-Premiere am Freitag gilt bereits ab Freitag, 11. September, für den Furtwängler-"Tatort: König in Gelb".

Der Hintergrund dieser Entscheidung der ARD: Derzeit schauen etwa zehn Prozent mehr Menschen einen "Tatort" oder "Polizeiruf" als nach der regulären Quotenmeldung am Montag bekannt gegeben wird. So jedenfalls ist eine ARD-Pressemitteilung zu verstehen, die zum Start der neuen Sonntags-Primetime-Krimi-Saison vermeldet: "Über die TV-Nutzung hinaus generieren die Filme durch die Abrufe in der ARD Mediathek rund zehn Prozent zusätzliche Reichweite. Auf dieser starken Basis entwickelt die ARD das Angebot gezielt weiter und eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten."

Andererseits: Dass derzeit nur etwa zehn Prozent zusätzlich zur Sonntagabend-Quote durch die Mediatheken-Nutzung hinzukommen, verwundert fast ein wenig. "Tatort" und "Polizeiruf" werden offenbar immer noch größtenteils linear verfolgt. Durch das Bereitstellen der Premiumkrimis zum Wochenende in der Mediathek dürfte sich das Erste eine Erhöhung der Streaming-Zahlen erhoffen. Ob dieser Fokus auf die Mediathek zulasten der linearen Ausstrahlung am Sonntagabend geht, gilt es im Nachhinein zu analysieren.

Quelle: teleschau – der mediendienst