"Das ist sehr selten": Wert von altem Bier-Schild überrascht "Bares für Rares"-Verkäufer
Autor: Natalie Cada
, Mittwoch, 23. Sept. 2026
"Bares für Rares"-Verkäufer Willi hatte eine bescheidene Preisvorstellung. Doch der Experte erkannte schnell eine Rarität ...
Mehr als 35 Jahre hing das alte Jever-Schild an Willis Wand. Weil er mittlerweile die Biermarke gewechselt hatte, wollte er es in der Mittwochsausgabe von "Bares für Rares" (ZDF) loswerden. Doch Experte Detlev Kümmel erkannte schnell, dass es sich um eine echte Rarität handelte und sorgte damit für eine überraschende Expertise.
In den 1980er-Jahren hatte Willi aus Neustadt am Rübenberge das Jever-Schild von einem Freund bekommen. Mehr als 35 Jahre hatte es seine Wohnung geschmückt. Nun sollte es weg, denn "ich habe die Biermarke gewechselt", lachte der Verkäufer. Lichter begeisterte das alte Werbeschild dagegen sofort.
"Sehr selten, schön, tolles Motiv und groß"
"Eines der hübschesten Schilder, das ich je gesehen habe", schwärmte Lichter, stutzte jedoch über die Schrauben an den Ecken. Von Emailleschildern kannte er diese nicht. Experte Detlev Kümmel klärte ihn auf: Das Werbeschild war mit einem Hinterglasdruck gefertigt. "Ach, das ist Glas?", wunderte sich Lichter.
Das Werbeschild war von Jever Pilsener, das seit 1848 in der friesischen Stadt Jever gebraut wurde. Lichter fiel jedoch vor allem das ungewöhnliche Motiv ins Auge: Zu sehen war ein Kiebitz-Becher, der einst als Markenzeichen der Brauerei diente und eng mit der Geschichte der Stadt Jever verbunden war.
Kümmel erklärte, dass es in Jever einst zahlreiche Vereine gab, die Otto von Bismarck verehrten. Die "Getreuen von Jever" schenkten dem Reichskanzler ab 1871 jedes Jahr zu seinem Geburtstag 101 Kiebitz-Eier - eine besondere Vorliebe Bismarcks. Lichter staunte über die kuriose Geschichte, die ihm bislang unbekannt war.
Als Dankeschön schickte Bismarck der Stadt Jever einen großen Kiebitz-Becher mit einem persönlichen Schreiben. Die Brauerei machte dieses Motiv in den 1950er-Jahren zum Markenzeichen und bildete es auf Flaschen und Gläsern ab. 1975 änderte sich das: Danach wurde das historische Schloss Jever das offizielle Logo der Biermarke.
Kümmel datierte das Schild deshalb in die 1950er-Jahre. Abgesehen von den Schraublöchern und einigen Abplatzungen an den Ecken war es für sein Alter bemerkenswert gut erhalten - umso mehr, da Glas empfindlich auf Witterungseinflüsse reagierte. Lichter brachte es auf den Punkt: "Sehr selten, schön, tolles Motiv und groß."