"Das ist nicht 'schwierig', das ist kriminell": FDP-Politikerin fehlen bei Markus Lanz die Worte
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 12. Februar 2026
Wehrpflicht, europäische Sicherheit und der fremdelnde Bündnispartner USA waren die großen Themen bei "Markus Lanz" am Mittwochabend. Zwei Gäste bekamen dabei besonders ihr Fett weg.
Vom 13. bis zum 15. Februar findet in München die alljährliche Sicherheitskonferenz statt. Diese war auch am Mittwochabend bei Markus Lanz ein Thema. Zwischen dem Moderatoren und seinen drei Gästen entwickelten sich mehrere spannende Wortduelle.
Zu Gast waren Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Politikerin im Europäischen Parlament, der AfD-Verteidigungsexperte Rüdiger Lucassen, der Journalist Marc Felix Serrao sowie der Militärhistoriker Sönke Neitzel.
Nachdem im Vorjahr US-Vizepräsident JD Vance mit seiner Rede auf der Sicherheitskonferenz in München für Aufsehen gesorgt hatte, hat sich die politische Lage nochmals verkompliziert. Der sich zuspitzende Ukraine-Krieg und die zunehmenden militärischen und geopolitischen Alleingänge des Nato-Bündnispartners USA werfen viele Fragen auf. Entsprechend lebhaft ging es bei Markus Lanz zu.
Marie-Agnes Strack Zimmermann: "Ich müsste ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein"
Bewegung in die Runde kam spätestens, als der AfD-Politiker Rüdiger Lucassen zu Wort kam. Der Oberst a. D. und Verteidigungsexperte ist einer von drei Politikern der Partei, die eine Einladung zur Sicherheitskonferenz erhalten haben. Marie-Agnes Strack Zimmermann fand das "überraschend". So wie sie die AfD im Europaparlament erlebe, sei sie explizit gegen jede Art von Bündnissen. Die Politikerin gehe davon aus, dass in den Gruppen, in denen sie sich austauscht, kein AfD-Mitglied anwesend sein werde. Explizit erwähnte sie den Europapolitiker Hans Neuhoff, "der ja keinen Hehl daraus macht, eng verknüpft zu sein mit den Russen. Ich müsste ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, über sicherheitsrelevante Dinge zu sprechen, wenn ein solcher Mann mit am Tisch säße." Da könne man direkt eine Litfaßsäule nutzen, so Strack-Zimmermann.
Rüdiger Lucassen konnte die Sorge der Europapolitikerin der FDP nicht entkräften. Sie wisse, dass am rechten Flügel des Parlaments sicherheitsrelevante Informationen ausgetauscht würden. "Das finde ich besorgniserregend", betont die Politikerin.
Markus Lanz sprach im weiteren Verlauf der Sendung Lucassen auf die vielen, sehr präzisen Kleinen Anfragen seiner Partei im Bundestag an, die einen sicherheitsrelevanten Bezug hätten. Vieles davon beträfe die Militärlogistik. "Das fällt wirklich auf." Lanz fügte hinzu: "Warum ist das jetzt wichtig?" Der AfD-Mann argumentierte, dass die Verteidigungspolitiker im Verteidigungsausschuss der AfD "in besonderer Weise über Fachkenntnisse verfügen". Da kämen 240 Jahre aktiver Zeit in der Bundeswehr zusammen, so der Oberst a. D. "Wir sind in der Lage, das zu tun."
Der Gastgeber fiel ihm ins Wort: "Das ist doch Quatsch, Herr Lucassen. Sie können doch den anderen nicht die Kompetenz absprechen und sagen: 'Die sind zu doof dafür.'" Das habe er doch gar nicht gesagt, entgegnete der Politiker. "Doch", so Lanz. Der Moderator wollte verstehen, wozu dieser Aufwand gut sei. "Sie halten damit ganze Verwaltungen auf Dauerbetrieb, die nur noch mit der Beantwortung Kleiner Anfragen beschäftigt sind." Lucassen antwortete: "So eine Organisation legen Sie nicht so schnell lahm." Man stelle diese Fragen, "um dann die Rückschlüsse daraus zu ziehen, was wir für die Streitkräfte, für die Landesverteidigung oder für den Bündnisbeitrag benötigen."