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"Echt?": Kitschige Vase sorgt für große Überraschung im "Bares für Rares"-Händlerraum


Autor: Natalie Cada

, Montag, 22. Juni 2026

Jahrzehntelang stand die auffällige Vase unbeachtet in einer Ecke, bis das Erbstück bei "Bares für Rares" für eine große Überraschung sorgt ...


In der Montagsausgabe der ZDF-Sendung "Bares für Rares" sorgte eine auffällige Vase für Gesprächsstoff. Die Verkäuferin selbst konnte mit dem farbenfrohen Stück wenig anfangen und auch als Horst Lichter das Objekt begeistert lobte, fragte sie ungläubig: "Echt?" Doch die größte Überraschung wartete im Händlerraum ...

Adelgunde und Siegmar aus Schwalbach besaßen die auffällige Schauvase bereits seit vielen Jahren. Ursprünglich gehörte das Stück der Großtante des Verkäufers, später ging es an seine Mutter über. Dort stand die Vase laut Siegmar "in einem ansehnlichen Haus, schön auf dem Parkettboden" und passte dort sehr gut rein.

Später bei Adelgunde fristete die Vase ein Schattendasein. "Bei mir hat sie zig Jahre nur in der Ecke gestanden", so die Verkäuferin. Entsprechend überrascht war sie, als Lichter das Objekt lobt: "Die sieht sehr schön aus." "Echt?", fragt die Verkäuferin. Doch Lichters Urteil stand fest: "Ich habe den großen Vorteil, ich muss nicht lügen."

Auch von Bianca Berding wollte Adelgunde wissen, ob die Vase tatsächlich so besonders war: "Ist sie wirklich so schön?" Und Berding antwortete: "Das ist eine Schauvase, die muss prachtvoll sein und will gesehen werden." Sie datierte das Stück aus Keramik mit Messingmontur aus der Bonner Steingutfabrik von Franz Anton Mehlem zwischen 1890 bis 1920.

Verkäuferin Adelgunde staunt über überraschende Expterise

Laut Berding war Franz Anton Mehlem auch im englischsprachigen Raum erfolgreich. Die bunte Schauvase war "sicher für den Export gedacht, denn der Jugendstil in Übersee durfte praller, bunter und lauter sein", erklärte die Expertin. Gerade die auffällige Gestaltung des Objekts spreche dafür, dass es einst für Kunden in den USA gefertigt wurde.

Auch der aufgemalte Torbogen sprach für den amerikanischen Markt. Durch den Trompe-l'œil-Effekt wirke die Darstellung so plastisch, als könne man "fast hindurchgehen". Für die Expertin ein klares Indiz: "Da sind wir ganz eindeutig in den USA." Besonders hervor hob sie, "das ist alles handgemalt." "Das gibt's nicht", staunte Adelgunde über das Lob.

Für ihre Vase wünscht sich das Paar 300 bis 400 Euro. Berding blieb jedoch etwas zurückhaltender und taxierte 200 bis maximal 300 Euro, denn "sie ist nicht mehr in Mode und braucht einen speziellen Käufer." Trotz der etwas niedrigeren Bewertung waren die beiden Verkäufer zufrieden und nahmen die Händlerkarte an.

"Ein bisschen kitschig", fand auch Daniel Meyer die Vase: "Die Malerei ist ein bisschen drüber, aber die Montage gut." Christian Vechtel und Markus Wildhagen hatten jedenfalls Interesse und boten eifrig. Plötzlich wollte auch Meyer mitmischen, denn "ein bisschen Retro und kitschig ist bei Sammlern beliebt". Und so erhöhte er auf 230 Euro.

Verkäuferin nimmt Diamantring trotz Verkaufsangebot wieder mit nach Hause

Gemeinsam trieben die drei Händler den Preis immer höher, bis Meyer mit 400 Euro sogar die obere Schätzgrenze der Expertise übertraf. Daraufhin stieg Vechtel aus, doch zwischen Meyer und Wildhagen ging das Kräftemessen weiter. Als Meyer schließlich 520 Euro bot, kommentierte Susanne Steiger schmunzelnd: "Ganz schön verbissen, der Herr Meyer."

"Das Modell ist super", schwärmte Meyer. Doch nach einem erbitterten Bieterduell mit Wildhagen zog er schließlich den Kürzeren. Wildhagen sicherte sich die vermeintlich kitschige Vase für 600 Euro - und damit weit über dem Schätzpreis. Die Verkäuferin konnte ihr Glück kaum fassen und freute sich über den doppelten Expertisenpreis.

Als weiteres Objekt der Sendung datierte Bianca Berding ein Etui mit Bärenmotiv aus 875er Silber aus Moskau zwischen 1908 und 1917. Gewünscht wurden 140 Euro, taxiert 400 bis 480 Euro. Letztlich zahlte Daniel Meyer sogar 630 Euro für die "sehr schöne Arbeit". Eine Stoppuhr mit Handaufzug von Heuer (Schweiz) wurde laut Sven Deutschmanek 1973 produziert. Der Wunschpreis lag bei 100 Euro, die Schätzung bei 150 bis 200 Euro und Daniel Meyer zahlte 120 Euro.

Heide Rezepa-Zabel schätzte den Wert eines Diamantrings (zwei Karat) aus 750er Weißgold auf 5.500 bis 6.000 Euro. Die Verkäuferin wünschte sich zwar 8.000 Euro für ihren Schmuck aus den 1950ern, nahm die Händlerkarte aber an. Doch Susanne Steiger bot nur 4.000 Euro und so nahm die Verkäuferin ihren Ring wieder mit. Sven Deutschmanek datiert zwei Scissor Chairs im Entwurf vom Schweizer Möbeldesigner Pierre Jeanneret auf 1946. Produziert wurden die Stühle aus Holz mit Vinylbezug wohl Ende der 1950er Jahre von Knoll International. Der Wunschpreis lag bei 1.000 Euro, geschätzt wurden 1.000 bis 1.400 Euro und Fabian Kahl zahlte 2.300 Euro.

Quelle: teleschau – der mediendienst