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"Das Fenster zum Hof" reloaded: Voyeur-Thriller in bester Hitchcock-Manier läuft heute im Free-TV


Autor: Teleschau  

, Montag, 23. März 2026

Auf den Spuren von James Stewart: Shia LaBeouf macht sich gut als ans Haus gefesselter Voyeur.


D. J. Caruso ist kein DJ, sondern Regisseur. Und doch legt er in seinem Teenie-Thriller "Disturbia" (2007) ständig eine neue Platte auf, spielt mit den Erwartungen des Zuschauers. Nur muss er irgendwann die Frage "Ist mein Nachbar ein Mörder?" beantworten. Das nimmt die Spannung und legt den Blick auf kleinere Schwächen seiner Geschichte frei. Dennoch hat "Disturbia", den Kabel Eins am Dienstag, 24. März um 20.15 Uhr zeigt, viele gelungenen Momente - trotz der offensichtlichen Nähe zu einem der berühmtesten Hitchcock-Filme.

Kale (Shia LaBeouf) ist ein rebellierender Teenager, der es seiner Mutter (Carrie Ann-Moss) nicht leicht macht. Auch ein Jahr nach dem Tod seines Vaters sind Verzweiflung und Schuldgefühle nicht verschwunden. Er saß mit im Wagen, als sie vom Angeln nach Hause fuhren und von einem zweiten Auto wegrasiert wurden. Seither ist er ein Problemfall. Gerade hat Kale seinem Lehrer eine gescheuert und bekommt vom Jugendamt Hausarrest: eine elektronische Fußfessel, die ihn nur bis in den Garten lässt.

Ist der Nachbar ein Frauenmörder - oder nicht?

Ein perfektes Utensil für einen Thriller und quasi der Rollstuhl aus "Das Fenster zum Hof". Kale installiert aus Langeweile Kameras und Teleskope und beobachtet seine Nachbarn. Er entdeckt die hübsche Nachbarstochter Ashley (Sarah Roemer); nicht uninteressant, schließlich hat sie ihre festen Zeiten, in denen sie im Bikini am Pool liegt. Das Objekt der Begierde bemerkt seine voyeuristischen Attacken, lässt sich aber vom Spionieren ebenso anstecken wie Kales Freund Ronnie (Aaron Yoo). Gemeinsam beobachten sie Mr. Turner (David Morse), den Rasenmähermann von nebenan, in dem die Freunde bald einen gesuchten Kriminellen vermuten.

Ist der Nachbar wirklich ein grausamer Psychopath oder bildet sich Kale das nur ein? Regisseur Caruso bedient sich innerhalb der Geschichte zahlreicher Ablenkungsmanöver, die erst sehr spät ermüdend wirken: Da "Disturbia" gleich mehrere verstörende Geschichten aus amerikanischen Vororten erzählt, bleibt der Spannungsbogen ganz gut erhalten. Es ist eine Gratwanderung, doch hat die ein Regisseur über die 90 Minuten gehalten, ist noch nichts gewonnen, wenn er sich der schwierigen Disziplin verschreibt, dass es nur zwei Auflösungen gibt. Jeder Zuschauer hat somit eine 50:50-Chance. Ist der Nachbar nun ein Frauenmörder oder nicht?

Quelle: teleschau – der mediendienst