"Das entspricht nicht Ihrer Verfassung!": Grünen-Co-Chefin bringt Martin Huber in Erklärungsnot
Autor: Natascha Wittmann
, Freitag, 16. Januar 2026
Wie lässt sich die Erbschaftsteuer fairer gestalten? Bei "Markus Lanz" versuchte CSU-Generalsekretär Martin Huber, die Position seiner Partei zu erklären. Dabei geriet er zunehmend unter Druck, als ihn Grünen-Politikerin Franziska Brantner mit widersprüchlichen Aussagen konfrontierte.
Bereits 2022 wurde eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht zum Erbschaftsteuergesetz eingereicht. Das Urteil steht zwar bis heute aus, doch schon jetzt hat die SPD ein erstes Konzept zur Erbschaftsteuer vorgelegt, das künftig für mehr Gerechtigkeit sorgen soll. Mit dem Konzept erntete die Partei jede Menge Kritik seitens der CDU sowie der Wirtschaft. Grund genug für Markus Lanz, am Donnerstagabend in seiner Sendung zu fragen: "Warum kommt die SPD jetzt mit einer Steuerdebatte?" Journalist Robin Alexander erklärte daraufhin nüchtern: "Die Erbschaftsteuer wird sowieso in diesem Jahr auf die Tagesordnung kommen." Laut des Journalisten sei es daher "völlig legitim, das zu thematisieren".
Lanz sah dies offenbar anders und hielt dagegen: "Es entsteht doch nach außen wieder ein katastrophaler Eindruck! (...) Alle gehen wieder aufeinander los, du hast wieder einen öffentlichen Streit." Der ZDF-Moderator warnte in dem Zusammenhang: "Alleine das Wort Steuererhöhung ist psychologisch tödlich." Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner stellte daraufhin klar, dass es "wirkliche Gerechtigkeitslücken" gebe, die dringend zu lösen seien, denn: "Wir haben in Deutschland eine hohe Vermögensungleichheit." Dennoch sah Brantner im Konzept der SPD große Lücken: "Bei der SPD ist ja die zentrale Frage überhaupt nicht beantwortet: Was ist der Steuersatz?" Eine Kritik, die Robin Alexander nicht unkommentiert ließ. "Die machen das, damit die Union ins Spiel kommt. (...) Sie eröffnen sozusagen ein Einfallstor für die Union, für den Kompromiss und - wenn man so will - für die Vernunft", so der Journalist.
Markus Lanz stichelt: "Herr Huber, jetzt wird's eng!"
Statt auf das Argument einzugehen, stellte Markus Lanz irritiert fest: "Herr Huber, so lange waren Sie noch nie ruhig, wenn es um Steuererhöhungen ging. Das ist für mich ehrlich gesagt ein sehr sachdienlicher Hinweis darauf, dass sie wirklich kommt!" Der CSU-Generalsekretär konterte jedoch unbeeindruckt: "Keiner weiß, wie das Urteil vom Bundesverfassungsgericht aussieht. Deswegen müssen wir das erst einmal abwarten." Eine Antwort, die Lanz nicht zufriedenstellen konnte: "Herr Huber, Sie spielen jetzt so ahnungslos. Sie haben schon eine Idee, in welche Richtung das gehen wird!" Huber lenkte weiter ab und fokussierte sich stattdessen auf das Konzept der SPD: "Das, was jetzt hier als Vorschlag auf dem Tisch liegt, ist absolut mittelstandsfeindlich und unternehmerfeindlich."
Die Forderung des CSU-Politikers: "Lasst uns doch die Erbschaftsteuer regionalisieren, dann können die Bundesländer, die höhere Erbschaftsteuersätze erheben wollen, die erhöhen." Wie er das in seinem Bundesland Bayern konkret umsetzen würde? "Wir würden die Erbschaftsteuer senken und würden auch die Freibeträge erhöhen." Mit diesem Vorschlag sorgte er jedoch für Fassungslosigkeit bei Franziska Brantner. Die Grünen-Politikerin zitierte prompt aus der bayerischen Verfassung: "Die Erbschaftsteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen Einzelner zu verhindern." Ein Satz, der Markus Lanz hellhörig machte: "Wow! Herr Huber, jetzt wird's eng!" Brantner wetterte derweil weiter: "Was Sie hier erzählen, zu sagen, wir schaffen das einfach ab, das entspricht nicht Ihrer Verfassung!" Huber redete sich plötzlich um Kopf und Kragen und sagte schwammig: "Ich habe doch nicht gesagt, wir schaffen das ab!"
Martin Huber schießt gegen Franziska Brantner: "Sie verharmlosen und Sie dulden es!"
Ähnlich hitzig ging es weiter, als es um den kürzlichen Stromausfall in Berlin ging. Robin Alexander echauffierte sich in dem Zusammenhang vor allem über die Grünen, die den Linksextremismus zu wenig kritisiert hätten: "Wenn das keine linksextreme Gruppe gewesen wäre, sondern eine rechtsextreme Gruppe, die diesen Strom da kaputtgemacht hätte, (...) dann hätte es ein Riesentheater vonseiten der Grünen gegeben. Da hätte es Demonstrationen gegeben (...) und das wäre alles richtig gewesen. Aber dass mit dem gleichen Augenmerk nicht nach links geschaut wird, ist ein Problem und dieses Problem hat eine Geschichte in Ihrer Partei!"
Franziska Brantner sah dies offenbar anders und konterte: "Ich finde es absolut notwendig, dass wir nach links in den Extremismus genau so schauen und ihn bekämpfen, als ob es ein islamistischer oder rechtsextremistischer Terror ist." Martin Huber schüttelte daraufhin energisch mit dem Kopf: "Sie verharmlosen und Sie dulden es!"
Als Brantner nüchtern erklärte, dass es jetzt "unsere Aufgabe" sei, "gemeinsam aufzuklären, wo sind diese Linksextremisten, wer steckt da dahinter und vor allen Dingen zu schauen, was passiert beim Katastrophenschutz besser", zeigte sich Robin Alexander irritiert. Mit Blick auf die kommende Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2026 fragte er Brantner: "Wählen Sie dann eine linke Bürgermeisterin, oder nicht?" Die Grünen-Co-Chefin antwortete genervt: "Ich wähle überhaupt gar keine linke Bürgermeisterin. Ich kämpfe dafür, dass wir einen grünen Bürgermeister bekommen!"