Coronatalk: Starkoch Alexander Herrmann greift Virologin bei "Hart aber Fair" an - so kontert sie
Autor: Redaktion
Köln, Mittwoch, 06. Mai 2020
In der Talkshow "Hart aber Fair" ging es am Montagabend um Auswirkungen der Corona-Krise, insbesondere um den Lagerkoller im Lockdown. Experten und Betroffene meldeten sich zu Wort - die Stimmung war sichtlich gereizt.
Die Talkshow "Hart aber Fair" greift immer wieder politische und gesellschaftsrelevante Themen auf und diskutiert mit Betroffenen und Experten darüber. Am Montag Abend (04. Mai 2020) lautete das Thema "Lagerkoller im Lockdown: Was lässt Corona von unserem Leben übrig?"
Moderator Frank Plasberg begrüßte dabei wieder einige Gäste und wollte ihre Meinungen zu dem heiklen Thema wissen. Vor Ort waren:
- Malu Dreyer, Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz
- Alexander Herrmann, Fernsehkoch und Gastronom
- Melanie Brinkmann, Virologin
- Katrin Bruns, Mutter von drei kleinen Kindern im Homeoffice
- Ulrich Matthes, Schauspieler
Verlauf der Talkshow zeigt: Corona-Krise macht sich bemerkbar
Malu Dreyer kam als Erste zu Wort. Sie beschwichtigte, dass alle Frustration in der aktuellen Lage nachvollziehbar sei. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz rief jedoch zur Geduld auf, man plane Stufenpläne zur Lockerung. Die dreifache Mutter Katrin Bruns zeigte zu Beginn des Lockdowns noch Verständnis für die Situation. "Am Anfang waren wir alle ganz zuversichtlich, das hinzukriegen", doch seien inzwischen alle voneinander genervt und ordentlich gereizt, erklärt sie.
Dramatischer spiegeln sich die Umstände bei Sternekoch Alexander Herrmann wider. Zwar sei der bisher eingeschlagene Weg fantastisch und überlegt gewesen, jedoch sei mittlerweile ei Punkt erreicht, an dem sich die Fakten neu darstellen. Er verdeutlicht das am Beispiel seiner Branche, dem Gastronomie-Bereich. Hier würden viele "Leistungspersönlichkeiten" arbeiten und auch sonst sei die Gastronomie ein herausragendes Berufsfeld, allerdings sehe er in ihr "von der Wirtschaftlichkeit her ein fragiles Konstrukt.”
Er nutzt drastische Worte und redet von "Klippen, über die wir stürzen" und "Fallen, aus denen wir nie wieder rauskommen" - wenn sich die Situation nicht schnell verbessert. "Das Ganze fühlt sich wie ein unternehmerisches Wachkoma an", aus dem man entfliehen müsse, so der Sternekoch.
Zu wenig Hilfe für Kultur - Kritik zur Sonderrolle der Bundesliga
Eine andere Einstellung bringt Ulrich Matthes mit. Seiner Ansicht nach seien die getroffenen Maßnahmen sinnvoll, auch wenn er betont, dass er dadurch nicht automatisch zu einem "Untertan der Regierung werde." Dennoch ist der Schauspieler besorgt um seine Kulturszene. Er habe sich mehr Hilfen erwartet, die Kultur zu unterstützen. Er hofft, dass die "Olaf Scholzsche Bazooka in etwas geringerer Form jetzt mal auf den gesellschaftlich relevanten Bereich der Kultur angelegt" werde.