"Tatort"-Comeback mit Maria Furtwängler: Warum leiden immer mehr Menschen an Demenz?
Autor: Eric Leimann
, Donnerstag, 10. Sept. 2026
Nach mehr als vier Monaten kehrt der "Tatort" aus seiner XXL-Sommerpause zurück. Maria Furtwängler bekommt es als Charlotte Lindholm im doppelten Sinne mit Demenz zu tun. Im "Tatort: König in Gelb" sind sowohl ein möglicher Serienkiller wie auch ihr beurlaubter Ermittlerkollege davon betroffen.
Man glaubt es kaum: Seit dem 10. Mai 2026 gab es keinen neuen "Tatort" oder "Polizeiruf 110" mehr. Die lange Fußball-WM und vielleicht auch ein bisschen die Sparbemühungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks könnten schuld sein. Dafür ist das Comeback, "Tatort: König in Gelb" vom renommierten Autor und Regisseur Alexander Adolph, nun gleich ein Volltreffer.
Maria Furtwängler spielt Kommissarin Charlotte Lindholm, die es mit dem großen Vergessen zu tun bekommt. Ihr Verdächtiger könnte ein lange gesuchter Serienmörder sein. Er ist wegen seiner fortgeschrittenen Demenz kaum noch ansprechbar. Doch auch Lindholms Ermittlerkollege, der König seit Jahren auf der Spur ist, leidet unter beginnender Demenz.
Welchen Informationen und Instinkten darf man in diesem Verwirrspiel trauen? Was verbindet Maria Furtwängler privat mit dem Thema Demenz und warum leiden offenbar immer mehr Menschen darunter?
Worum geht es?
Charlotte Lindholm wird ins niedersächsische Kleinhude gerufen: ein sogenanntes Demenzdorf, wo Menschen mit Demenz ein möglichst normales Alltagsleben führen sollen. Eine Bewohnerin ist tödlich gestürzt - ein Unfall. Oder steckt mehr dahinter? Diese Vermutung äußert vor allem ein Kollege Lindholms, Matthias Vogel (Andreas Lust), der seit Jahren einen Serientäter jagt und im dementen Heimbewohner Gustav König (Thomas Thieme) endlich seine Spur gefunden zu haben glaubt.
Hat der prominente Musikpädagoge, der inzwischen nicht mehr spricht, früher ein zweites, dunkles Leben geführt? Erschwert werden die Ermittlungen dadurch, dass Vogel selbst an einer beginnenden Demenz erkrankt und deshalb vom Dienst suspendiert ist. Gelingt es ihm, Charlotte Lindholm zu überzeugen, seinen zunehmend brüchigen Erinnerungen zu folgen und dem mutmaßlichen Mörder auf die Spur zu kommen?
Worum geht es wirklich?
"Tatort"-Macher Alexander Adolph, auch Erfinder von "München Mord", ist einer der klügsten deutschen Filmemacher, wenn es um doppelbödige Krimis geht, in denen es nicht nur um die Frage "Wer war der Täter?" geht. Hier gelingt ihm beides. Da ist ein spannender Krimi um einen Verdächtigen, der in der Gegenwart wirkt, als könne er keiner Fliege etwas antun. Thomas Thieme spielt diese stumme Rolle eindrucksvoll. Ebenso gut ist der österreichische Charakterdarsteller Andreas Lust als Lindholms Co-Ermittler mit beginnender Demenz.
Dazu macht sich die Kommissarin Sorgen um ihre Mutter, verkörpert von der mittlerweile 88-jährigen Schauspielerin Kathrin Ackermann. Im echten Leben ist sie die tatsächliche Mutter Maria Furtwänglers. Geht es der ruppigen älteren Dame gut? Die Kommissarin hat schon länger nichts mehr von ihr gehört. Im Gesamtpaket denkt "Tatort: König in Gelb" auf verschiedenste Weise über das große Vergessen nach: Wann ist es eine Gnade, wann ist es Fluch - und wie sollten wir alle mit dem Thema umgehen?