Hat Maria Furtwängler selbst Erfahrungen mit Demenz?
Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau zu ihrem neuen "Tatort" gibt Maria Furtwängler zu, dass auch sie im Familienkreis mit der Krankheit zu tun hatte. Die am Tag der Ausstrahlung 60 Jahre alt werdende Schauspielerin ruft dazu auf, sich mit der chronischen Erkrankung auseinanderzusetzen: "Demenz geht uns alle an: Etwa zwei Millionen Deutsche sind davon betroffen. Tendenz: steigend. Auch mein Vater war an Demenz erkrankt - gegen Ende seines Lebens. Das war eine prägende Erfahrung für mich."
Maria Furtwängler plädiert für einen verständnisvollen Umgang mit Betroffenen. Dabei weist der Film ihr den Weg: "Charlotte reagiert erst mal genervt bis wütend auf die Aussetzer bei ihrem Kollegen. Sie will ja etwas herausfinden und ist wie viele Hochleistungsmenschen eine ungeduldige Natur. Bis sie lernt, dass man wertschätzend mit dem umgehen sollte, was noch da ist." Diese Erfahrung habe sie auch mit ihrem Vater gemacht. "Sich über das zu ärgern, was verloren gegangen ist, finden wir frustrierend, und es macht uns wütend. Mit dem umzugehen, was man noch gemeinsam findet, schafft hingegen eine Verbindung - und es erfüllt uns."
Warum leiden immer mehr Menschen an Demenz?
Aktuell gibt es vermutlich etwa 1,8 Millionen Deutsche mit Demenz. Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln gehen von einem Anstieg auf bis zu 2,1 Millionen Demenzfälle in Deutschland bis 2060 aus - wobei ländliche, alternde Regionen in Ostdeutschland überproportional betroffen sein sollen. Laut WHO leben weltweit derzeit über 57 Millionen Menschen mit Demenz, jährlich kommen rund zehn Millionen Neuerkrankungen hinzu. Für 2030 werden etwa 78 Millionen, für 2050 rund 139 Millionen Betroffene erwartet.
Der mit Abstand wichtigste, gut belegte Grund für den Demenz-Anstieg ist die demografische Alterung - mehr Menschen erreichen ein höheres Lebensalter, in dem das Demenzrisiko stark steigt. Interessant: Das individuelle Erkrankungsrisiko scheint in westlichen Ländern trotz steigender Fallzahlen nicht zu wachsen. Manche Studien deuten sogar auf sinkende altersspezifische Inzidenzraten hin, bedingt durch bessere Bildung, Herz-Kreislauf-Prävention und Diabetes-Management.
Wie geht es mit dem Furtwängler-"Tatort" weiter?
Seit etlichen Jahren dreht Maria Furtwängler, die auch als Produzentin und Schauspielerin in anderen Projekten aktiv ist, nur noch einen Charlotte Lindholm-"Tatort" pro Jahr. Der aktuelle "Tatort: König in Gelb" entstand erst im Frühjahr 2026. Meldungen über den Dreh des Nachfolge-Falles gibt es bislang noch nicht.
Dafür äußerte sich Maria Furtwängler im aktuellen Interview mit teleschau zur Frage, was sie sich für ihre seit 2002 ermittelnde Figur Charlotte Lindholm noch wünscht. "Ich denke mir manchmal, wenn ich ihr so zuschaue, dass sie doch ein recht einsamer Mensch ist. Daher wünsche ich ihr noch mal eine neue Liebe. Die muss auch nicht gleich wieder problematisch sein, sondern darf sich einfach gut anfühlen."
Auch dazu, wie lange sie Charlotte Lindholm noch spielen will, äußerte sich die Schauspielerin - mit einer guten Nachricht für ihre Fans: "Charlotte und ich verstehen uns weiterhin sehr gut! Ich verfolge nicht den Plan, auf ihr Ende hinzuarbeiten. Gemeinsam haben wir noch viel zu entdecken und zu erzählen."
Quelle: teleschau – der mediendienst