Carsten Maschmeyer wettert bei Maischberger gegen US-Präsidenten: "Trump macht, was er will"
Autor: Marko Schlichting
, Donnerstag, 05. März 2026
Selten bekommt ein Gast in der ARD-Talkshow mit Sandra Maischberger soviel Applaus wie Carsten Maschmeyer. Der Investor war dort am Mittwochabend zu Gast. Und sprach über Donald Trump und den Angriff der USA und Israels auf den Iran
Schon zwei Tage nach dem israelisch-US-amerikanischen Angriff auf den Iran bekamen die Menschen in Deutschland die Auswirkungen zu spüren: An den Tankstellen stiegen die Benzinpreise. Wie geht es mit der deutschen Wirtschaft jetzt weiter? Das fragt Sandra Maischberger an Mittwochabend den Unternehmer Carsten Maschmeyer. Der 66-Jährige investiert als Inhaber der Maschmeyer-Group in Start-ups verschiedener Branchen und ist seit 2016 Investor in der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen"".
Carsten Maschmeyers Sohn und seine Schwiegertochter waren während des iranischen Angriffs in Dubai. Dort wollten sie mit ihrer fast zweijährigen Tochter ihren Hochzeitstag feiern. "Da hat es Samstag früh im wahrsten Sinne des Wortes geknallt", erzählt Maschmeyer. "Und da war noch nicht das Thema Flucht, es hieß nur, alle Flüge seien gecancelt und man wisse nicht, wann man wieder zurückkehren könnte. Ich bekam dann alle zwei Stunden Telefonate und Videos (...) Etwa einen Kilometer entfernt ist eine Raffinerie hochgegangen.
Nachdem das Paar mit dem Auto in den Oman gereist war, konnten sie schließlich eine der wenigen Plätze in einem Flugzeug ergattern. "Die Linien versteigern mittlerweile ihre Plätze für mehrere zigtausend Euro. Für uns hat das pro Platz etwa 10.000 gekostet." Eine konkrete Reisewarnung habe es seiner Meinung nach nicht gegeben. "Aber die werden jetzt sehr genau aufpassen, wo sie hinfahren", ist sich Maschmeyer sicher.
Maschmeyer über Trump: "Er will die Weltherrschaft!"
"Es wird dort noch sehr lange sehr schlimm sein", prophezeit der Investor. Einer der Gründe sei, dass US-Präsident Donald Trump täglich neue Begründungen für den Angriff auf den Iran habe. Überhaupt ist Maschmeyer nicht gut auf den US-Präsidenten zu sprechen, den er vor einem Jahr bei Sandra Maischberger den "ersten frei gewählten Diktator des Westens" nannte.
"Er will die Weltherrschaft", sagt er. Das habe schon bei dem US-Militärschlag auf Venezuela begonnen. "Er will seine Macht zeigen, er will Amerika Energie-mäßig zu einer positiven Bilanz führen, und er will natürlich die "Achse des Bösen" schwächen, und dazu gehören China und Russland. Er will dafür sorgen, dass sie ihren Verbündeten Iran nicht mehr haben." Dazu mache "Trump, was er will".
In den USA wachse der Widerstand gegen Trump. "Es wird spannend, glaube ich. Wenn er nicht auf Kuschelkurs mit seinen Wählern geht, wird er nach den Mid-Term-Wahlen im November nicht mehr die Mehrheit in beiden Kammern haben. Die Republikaner leben ja davon, dass sie diese Lichtgestalt haben, aber hinter verschlossenen Türen schütteln die auch den Kopf und sind sauer, dass er dieses Kriegsmanöver ohne den Kongress gemacht hat." Europa müsse jetzt zusammenstehen, fordert Maschmeyer.
Mit Blick auf den Zoll-Streit erklärt Maschmeyer: "Europa hat einen größeren Binnenmarkt als die USA. Dann nehmen wir Steuern auf die Tech-Giganten, und dann verkauft Deutschland US-Staatsanleihen, und dann gehen die Zinsen in den USA hoch, dann knickt Trump ein. Trump braucht Stärke." Maschmeyer bekommt seinen zweiten Applaus. "Ich hoffe, dass Europa zu dieser Stärke findet. Wir haben nur die Chance als Vereinigte Staaten von Europa", fügt Maschmeyer hinzu. "Wir müssen das zusammen machen."