Belohnung großer Neugier und mutiger Detailverliebtheit
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 04. März 2026
Zum 54. Mal wird in Mainz der Deutsche Kleinkunstpreis in den Sparten Kabarett, Musik, Stand-up-Comedy und Kleinkunst vergeben, samt Förderpreis und Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz.
"Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut", möchte man frei nach Karl Valentin sagen, wenn man die 3sat-Übertragung des Deutschen Kleinkunstpreises aus Mainz vermeldet. Könnte ja sein, dass einer der vielen mit je 5.000 Euro prämierten Würdenträger sich bei den Themen Gaza, Putin oder Trump und Iran zu weit aus dem Kellerfenster lehnt und damit Ungemach hervorruft, wie jüngst in Berlin geschehen. So wird die vom Mainzer Eigengewächs Tobias Mann moderierte Satire-Übertragung auch diesmal wieder um eine Woche zeitversetzt gesendet - die hoch angesehenen Preise für Klaus von Wagner (Kabarett), William Wahl (Musik), Dr. Pop (Kleinkunst) und Abdelkarim (Stand-up-Comedy) sowie Ana Lucia (Förderpreis Mainz) und Gardi Hutter (Ehrenpreis Rheinland-Pfalz) wurden bereits am 14. März vergeben.
Für die elfköpfige Fachjury von der Kabarett-Kultstätte Mainzer Unterhaus heißt es auch diesmal wieder, die passenden Worte zu finden. Superlative also für Klaus von Wagner (Hauptpreis) und dessen Gabe, "sich den großen Fragen der politischen Ökonomie mit großer Neugier und mutiger Detailverliebtheit zu stellen". William Wahl gelinge es, am Klavier mit großer Leichtigkeit "alltägliche Situationen in poetische, pointierte und oft zartbitter böse Lieder zu verwandeln". Dr. Pops Comedy-Stand-up verbinde indessen Witz mit Wissen und beweise, "dass Kleinkunst klug, unterhaltsam und relevant zugleich" sein kann. - Konflikte im Nahen Osten, Homophobie und Alltagsrassismus schreibt sich am ehesten Stand-up-Comedian Abdelkarim ins Programm. Er habe die Szene "mit seinem lakonisch-tiefgründigen Humor maßgeblich geprägt und bereichert", lobt die Jury.
Ana Lucia treffe mit ihrer Sprache und ihrem Humor die Themen der Generation Z, und Gardi Hutter (Lebenswerk) habe die Kunst der Clownerie neu definiert. Mit ihrer Clownfrau Hanna hebe sie seit Jahrzehnten die Grenzen zwischen Komik, Tragik und Poesie völlig auf. - Derlei Lob würde sicher auch die verdienten Kleinkunstpreisträger Hanns Dieter Hüsch oder Dieter Hildebrandt mächtig freuen.
Deutscher Kleinkunstpreis 2026 - So. 22.03. - 3sat: 20.20 Uhr
Quelle: teleschau – der mediendienst