"Bares für Rares"-Verkäufer verlangt 20.000 Euro für Handtasche - doch die ist viel mehr wert
Autor: Natalie Cada
, Mittwoch, 24. Juni 2026
Eine jahrzehntelang aufbewahrte Abendtasche entpuppte sich bei "Bares für Rares" als kleines Vermögen. Und Horst Lichter war nicht der einzige der aus dem Staunen gar nicht mehr rauskam ...
So viel Staunen gibt es selbst bei "Bares für Rares" nicht alle Tage. Eine Gold-Antiquität sorgte in der ZDF-Trödelshow nicht nur bei Moderator Horst Lichter für große Augen. Denn auf einen stolzen Wunschpreis folgte eine noch höhere Expertise, und im Händlerraum endete die Versteigerung mit einem wahren Wahnsinnsgebot.
"Wow, die ist aber schwer", staunte Lichter, als Heide Rezepa-Zabel ihm das goldene Täschchen in die Hand legte. Der Moderator war völlig begeistert, wie das filigrane Stück über seine Hand glitt: "Irre, das läuft wie Wasser." Auch die Expertin schwärmte, denn die außergewöhnliche Tasche fühlte sich für sie "wie ein schweres Seidengewebe" an.
Das goldene Täschchen für "kleines Gepäck wie Zigarettenetui oder Geldscheine" bestand Rezepa-Zabel zufolge aus 10.000 bis 15.000 Ösen, die "einzeln verlötet wurden". Für etwa 500 Ösen brauchte eine Arbeiterin rund eine Stunde, sodass sich die gesamte Herstellungszeit auf ungefähr drei Tage summiert haben dürfte, schätzte die Expertin.
Horst Lichter reagiert fassungslos: "Mein Gott!"
Nachdem die Expertin den enormen Herstellungsaufwand erläutert hatte, schnaufte Lichter fassungslos: "Mein Gott." Rezepa-Zabel betonte noch einmal die besondere Qualität des Stücks: "Das ist eine unglaubliche Handwerkskunst." Die aus Tricolor-Gold gefertigten Ösen bildeten zudem ein Chevron-Muster (Zickzack-Optik), erklärte sie.
Das Täschchen gehörte Thomas aus Schweinfurt, der das Schmuckstück aus 585er-Gold von seiner Tante geerbt hatte. Sie hatte es wiederum in den 1950er-Jahren erhalten und seither in einer Schachtel aufbewahrt. Expertin Rezepa-Zabel datierte die elegante Abendtasche jedoch noch deutlich früher - in die Zeit zwischen 1925 und 1935.
Der Verkäufer kannte auch die Geschichte hinter dem außergewöhnlichen Stück. Demnach soll die Tasche einst Herrn Neumann von Sarotti gehört haben, der sie seiner Frau schenkte. Er war Gründer der 1852 in Berlin eröffneten Confiserie-Handlung "Felix & Sarotti", aus der sich später die bis heute bekannte Schokoladenmarke Sarotti entwickelte.
Händler stöhnt: "Hätten Sie nicht vor zehn Jahren kommen können?"
Thomas wünschte sich "auf jeden Fall 20.000 Euro", und Lichter riss überrascht die Augen auf. "Jetzt haust du mich aber von den Socken", reagierte der Moderator auf die stattliche Summe. Der Verkäufer verwies jedoch auf den aktuell hohen Goldpreis und hielt seine Forderung für das Täschchen samt Saphir-Cabochons am Verschluss für gerechtfertigt.