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"Bares für Rares"-Verkäufer raubt Händler die Nerven - am Ende fließen fast 15.000 Euro


Autor: Carmen Schnitzer

, Mittwoch, 01. April 2026

Derart erschöpft war Händler Wolfgang Pauritsch in der XXL-Sondershow der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" nach dem Feilschen um ein Udo-Lindenberg-Werk, dass er danach aufstöhnte: "Ich brauch' jetzt erst mal 'nen Schnaps!" Einen solchen hatte zuvor Kollege Fabian Kahl erstanden - für 4.800 Euro!


"Einmal um die Welt" wollte Moderator Horst Lichter (64) in der aktuellen XXL-Sonderfolge seiner ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" reisen - und so kam gleich als erstes Hochprozentiges aus China unter den Hammer. Den Weizen-Hirse-Schnaps hatte Elektriker Ole einst von einem Kunden bekommen, der früher zur See gefahren war. Maotai hieß er und war nach dem Bankett des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon (1913-1994) mit Chinas Staatspräsident Mao Zedong (1893-1976) berühmt geworden, wie Experte Detlev Kümmel (58) wusste.

3.000 bis 4.000 Euro würden Ole und seine Partnerin Celine für die mitgebrachte Flasche aus Maos Todesjahr 1976 bekommen können, schätzte er - weit mehr als die erhofften 800 Euro. Und es kam noch besser: Am Ende zahlte Händler Fabian Kahl (34) ganze 4.800 Euro für die fernöstliche Rarität - die ihm Kollege Wolfgang Pauritsch (54) am Ende am liebsten wieder entrissen hätte, doch dazu später mehr.

Queen-Fan nimmt signierte LP wieder mit nach Hause

Des Weiteren kam eine goldene Paradiesvogel-Brosche aus dem Frankreich der 1960er-Jahre mit Brillanten, Lapislazuli und Türkisen für 3.000 Euro unter den Hammer. Außerdem ein zum Diadem umwandelbares gold-silbernes Collier mit 14,5 Karat Diamanten vom Ende des 19. Jahrhunderts, das satte 13.000 Euro einbrachte. Ein goldenes Schlangenarmband mit Rubin-Cabochons aus etwa derselben Zeit hätte Händlerin Elisabeth "Lisa" Nüdling (46) trotz des stolzen Preises von 5.200 Euro am liebsten selbst behalten.

Lieber nicht verkaufen wollte auch Steffen seine von allen Bandmitgliedern signierte Queen-LP, als er hörte, dass er dafür laut Experte Sven Deutschmanek (49) wohl "nur" 3.000 bis 4.000 Euro erwarten konnte. Das war dem glühenden Fan zu wenig, 6.000 Euro hätten es mindestens sein müssen, er verzichtete auf den Besuch im Händlerraum.

Star-Gast Benjamin Sadler verkauft Motorrad fahrenden Affen

Doch nicht nur Schmuck wurde an diesem Tag veräußert: Schauspieler Benjamin Sadler (55) brachte Affen aus Blech auf einem aufziehbaren Motorrad mit und erhielt für das gut erhaltene Spielzeug aus den 1940er- oder 50er-Jahren von Händler Benjamin Leo Leo (53) 440 Euro. Die wollte er seinem Papa geben, von dem er das Objekt bekommen hatte, und hoffte, das seine Eltern von dem Erlös "schön essen gehen" würden.

Auch Kunst stand zweimal zum Verkauf - für den beidseitig mit surrealistischen Frauenfiguren bedruckten Paravent der in Buenos Aires geborenen italienischen Künstlerin Leonor Fini (1907-1996) erhielt Verkäufer Sascha von Susanne Steiger (43) 5.500 Euro und war darüber "superhappy" - obwohl Heide Rezepa-Zabels (60) Expertise ihm sogar mögliche 6.000 bis 8.000 Euro in Aussicht gestellt hatte.

Wolfgang Pauritsch braucht einen Schnaps

Nicht so schnell zufrieden geben wollte sich dagegen Thomas, der mit seinem gleichnamigen Kumpel angereist war. Er hatte 2017 auf einer Kreuzfahrt ein Aquarell-Filzstift-Kunstwerk von Rocker Udo Lindenberg (79) erstanden und anschließend wie andere Käufer von dessen Bildern auf dem Schiff eine Privataudienz bekommen. 5.000 Euro hatte er damals gezahlt, für circa 17.000 Euro wollte er es nun gerne weiterverkaufen. Könnte klappen, glaubte Experte Detlev Kümmel, der den Wert auf 15.000 bis 20.000 Euro schätzte.

Tatsächlich fand man im Händlerraum Gefallen am witzigen, bunten Werk, doch bei 11.900 Euro kam erst mal kein weiteres Gebot mehr. Wolfgang Pauritsch wähnte sich schon am Ziel: "Wie sieht's denn aus, wollen Sie an mich das Bild verkaufen?", fragte er Thomas, der zwar mit "sehr, sehr gerne" antwortete, jedoch hinzufügte, beim Preis müsse schon noch was passieren. Immerhin werde Udo Lindenberg ja dieses Jahr 80, da würde er noch mal in aller Munde sein.

"Sie sind ein guter Kaufmann", lobte der Händler. Was Thomas denn von Beruf sei? "Kaufmann", bestätigte der lachend, woraufhin Daniel Meyer (52) plötzlich wieder weiter bot: "13.000 Euro - aber keinen Cent mehr"! Nun erhöhte Pauritsch auf 14.000, aber selbst das war Thomas noch nicht genug. Immerhin habe die Untergrenze der Expertise ja 15.000 betragen. "Lassen Sie uns in der Mitte treffen!"

Pauritsch gab sich geschlagen, zahlte 14.500 Euro und war "happy" - gleichzeitig aber fix und fertig von der harten Verhandlung: "Jetzt brauch' ich an' Schnaps, Fabian", wandte er sich an den Maotai-Käufer. Ob dieser mit der hochprozentigen China-Rarität rausrückte, darf allerdings bezweifelt werden ...

Quelle: teleschau – der mediendienst