"Ein toller Tag!": Duell im "Bares für Rares"-Händlerraum führt zu Sensationspreis
Autor: Michael Eichhammer
, Dienstag, 24. März 2026
"Das muss Liebe sein", glaubte Christian Vechtel als Elke Velten die ohnehin schon hohen Gebote ihres Rivalen Daniel Meyer immer wieder konterte. Am Ende erzielte die "Waldohr-Eule" bei "Bares für Rares" statt des Schätzpreises von 350 bis 500 Euro stolze 1.250 Euro!
"Vortrefflich getroffen!", fand Horst Lichter. Er meinte jedoch nicht allein das Verkaufsobjekt, sondern die optische Harmonie zwischen der Eule und der Expertin Bianca Berding. "Wo hast du denn dieses Eulengetier her?", fragte Lichter den Verkäufer Alfred aus Laupheim.
Eine Arbeitskollegin, die wusste, dass Alfred Sammler ist, hatte ihm die Eule vor 35 Jahren geschenkt. Der heute 75-jährige Alfred schaute schon im Internet nach möglichen Verkaufspreisen - jedoch ohne Erfolg. Gut, dass Dr. Bianca Berding vor Ort war. Die Amphora Werke haben die Eule hergestellt, entdeckte Berding auf der Rückseite der Figur. "Die werden heute noch gesammelt, weil die im Jugendstil wunderschöne Sachen gemacht haben", weiß die Expertin. "Da gehört diese große Eule dazu."
Die Expertin konnte das Vorbild für die Keramik-Eule biologisch sogar noch präziser einordnen: Anhand der besonderen Ohrform erkannte sie, dass es sich um eine Waldohr-Eule handelte. Produziert wurde die Keramik-Figur um 1900. "Damals war die Beleuchtung noch nicht so gut wie heute, man hatte noch kein elektrisches Licht", erklärte Berding. Sie ahnte: "Dann hat die Glasur geglitzert mit 100 kleinen Pünktchen, das war bewegt."
Eule mit "majestätischer Größe" begeistert Horst Lichter und die Expertin
"Die muss sensationell ausgesehen haben", war die Expertin überzeugt. "Immer noch", stimmte Alfred zu. "Ich hatte sie mal beleuchtet stehen gehabt, die hat einfach gut ausgeschaut." Berding fand diese Vorstellung "toll, großartig!" Bianca Berding attestierte der Waldohr-Eule "eine majestätische Größe". Horst Lichter fragte: "Ist der Zustand denn auch noch majestätisch?" Auch hier stimmte die Expertin zu.
Es gab allerdings keinen erkennbaren Entwerfer für die Keramik-Arbeit. Auch handelte es sich nicht um Porzellan. Trotzdem wirkte die Eule wertig. Entsprechend neugierig war Horst Lichter auf den Wunschpreis ... Alfred machte deutlich, dass ihn "alles über 300" zufriedenstellen würde. Dr. Berding hielt 350 bis 500 für realistisch. Das Mitbringsel sei "ein ganz tolles Beispiel dafür, dass richtig gute Keramik, die auch richtig groß ist, gar nicht mal so teuer sein muss".
"Es ist ein Tier", erkannte Vechtel schon bevor er das Tuch abnahm. "Es ist ein ..." Nun wurde es schon kniffliger. "Uhu", vermutete der Händler. Alle im Händlerraum waren angetan von dem Anblick. "Tiere gehen immer", kommentierte Daniel Meyer. "Donnerwetter!", schwärmte auch Anaisio Guedes. "Boah, ist der schön!", fand Daniel Meyer. Christian Vechtel nannte die Eule "echt schick". Meyer erkundigte sich, ob eine Schleiereule dargestellt sei. Jan Čížek korrigierte, lag aber ebenfalls falsch: "Schnee-Eule".
"Normalerweise sieht man solche wunderschönen Tiere nur abends, aber hier haben wir das Glück, sie tagsüber zu betrachten", sinnierte Guedes. "Was ist das für ein Tier?", fragte Christian Vechtel den Verkäufer. "Ein Kauz", erwiderte Meyer, obwohl die Frage nicht ihm galt.