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"Lebensfreude pur": Pompöse Brosche verzaubert den "Bares für Rares"-Händlerraum


Autor: Natalie Cada

, Montag, 31. August 2026

Horst Lichter fand das kleine Schmuckstück "süß". Die Händler dagegen waren völlig hin und weg. Nur der Wunschpreis hatte es ganz schön in sich ...


"Das sieht aber süß aus", gibt Horst Lichter in der Montagsausgabe von "Bares für Rares" zu. Doch danach kannte die Begeisterung kaum Grenzen: Heide Rezepa-Zabel schwärmte von einer "Bühne aus Gold", während die Händler von "Lebensfreude pur" und "einem Traum" sprachen. Doch war die Brosche auch so viel wert wie gehofft?

Heidi aus Rotterdam hatte die Brosche von ihrer Mutter geerbt, die sie einst in der Türkei gekauft hatte. "Vielleicht ist es ein Einzelstück?", vermutete sie. Eine Signatur des Juweliers konnte Heide Rezepa-Zabel zwar nicht finden, dafür begeisterte sie umso mehr das Motiv: "Das weckt sofort Erinnerungen aus der Kunstgeschichte."

Zu sehen war ein Kessel, der an ein Gefäß aus der griechischen Antike erinnerte. Es handelte sich um einen sogenannten Lebes - "ein prachtvolles Weinmischgefäß, das insbesondere zu Hochzeiten übergeben wurde", laut Expertin. Auf dem Rand thronten zwei Papageien, die mit ihrer "sehr schönen Emaille-Arbeit mit tollem Farbverlauf" ins Auge fielen.

Die bunten Vögel glänzten mit Rubinaugen und zahlreichen Brillanten an den Schwanzfedern. Insgesamt war die Brosche sogar mit 132 Brillanten besetzt, wie die Expertin zählte - allesamt in einer sehr guten, reinen Farbe. Noch faszinierender als die Edelsteine war für Rezepa-Zabel jedoch das Motiv selbst: die kapitolinischen Tauben am Gefäßrand.

"Bares für Rares"-Händler schwärmen von Brosche: "Das ist wirklich ein Traum"

"Das wohl bekannteste Motiv der Kunstgeschichte" ging auf ein berühmtes Mosaik aus dem 2. Jahrhundert vor Christus in Pergamon zurück, das der Naturforscher Plinius in seiner "Naturgeschichte" beschrieb. Bekannt wurden die sogenannten Plinius-Tauben vor allem durch römische Kopien, etwa in der Hadriansvilla in Tivoli, erklärte Rezepa-Zabel.

Für die 750er-Goldbrosche aus den 1980/90er-Jahren wünschte sich Heidi nach der tollen Expertise satte 4.500 Euro. Der reine Goldwert lag bei 2.760 Euro. "Ich glaube, die Brosche kommt sehr gut an", prognostizierte Rezepa-Zabel und taxierte 3.800 bis 4.200 Euro. "Das ist doch schon mal gut", fand die Verkäuferin und nahm die Händlerkarte an.

"Wow", staunte Susanne Steiger über die "höchste Fertigungsqualität" und den "entzückenden Entwurf" der farbenfrohen Brosche. Auch Daniel Meyer war von der "unglaublich gut gemachten Brosche" mit aufwendiger Emaille und filigran eingesetzten Steinen begeistert. "Puh", schnaufte er - und kannte noch nicht einmal die Höhe des Wunschpreises.

"Das ist wirklich ein Traum", war auch Jan Čížek begeistert. Doch noch bevor er bieten konnte, eröffnete Steiger mit 2.500 Euro. Meyer legte mit 2.800 Euro nach, Steiger erhöhte auf 3.000 Euro. Doch Heidi schüttelte immer den Kopf. Selbst bei 3.700 Euro war ihr die Summe noch zu niedrig. Schließlich nannte sie ihren Wunschpreis: 4.500 Euro. Angesichts des hohen Wunschpreises fragte Walter Lehnertz lieber einmal nach der Expertenschätzung. Als Heidi die Taxierung von bis zu 4.200 Euro nannte, erhöhte Steiger auf 4.000 Euro und bekam den Zuschlag. Die Händlerin freute sich sehr über "die schönste Brosche", die "einfach Lebensfreude pur" sei. Meyer nickte: "Die ist wirklich super."

Daniel Meyer zahlt 2.300 Euro für Reliefplatte aus Zinn

Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein Harlekin aus Porzellan von Friederike Werner im Entwurf von 1740 dem Bildhauer Johann Joachim Kaendler zugeschrieben. Für die Figur, die laut Punze erst 1978 von Meissen produziert wurde, wünschte sich der Verkäufer 400 bis 500 Euro. Werner schätzte 400 bis 500 Euro. Daniel Meyer zahlte 420 Euro.

Ein Milchkännchen aus Sterlingsilber stammte laut Heide Rezepa-Zabel vom Silberschmied Thomas Wallis I. aus London (1773). Der Wunschpreis lag bei 250 Euro. Die Expertin taxierte sogar 400 bis 500 Euro und Händlerin Susanne Steiger erhielt für 400 Euro den Zuschlag.

Alte Warndreiecke mit dem Namen "Lübecker Heinzelmännchen" wurden laut Detlev Kümmel 1956 von Ewald Kongsbak erfunden und patentiert. Gewünscht wurden 100 Euro. Der Experte taxierte auf 150 bis 180 Euro. Jan Čížek zahlte am Ende 100 Euro und gestand: "Denn die habe ich noch nie gesehen." Eine Reliefplatte aus Zinn von dem Bildhauer Olbram Zoubek aus Prag datierte Friederike Werner in den 1970er bis 1980er Jahren. Gewünscht wurden 1.000 Euro, doch die Expertin schätzte sogar auf 4.000 bis 5.000 Euro. Am Ende zahlte Daniel Meyer nicht mehr als 2.300 Euro.

Einen frühen Geldspielautomaten "Ultra" aus Holz datierte Detlev Kümmel in den späten 1950er Jahren. Für das Objekt der Firma Theodor Bergmann & Co. aus Rellingen wünschte sich die Verkäuferin 300 bis 400 Euro. Der Experte schätzte 400 bis 500 Euro. Walter Lehnertz zahlte letztlich 220 Euro.

Quelle: teleschau – der mediendienst