Druckartikel: "Bares für Rares"-Händler schimpfen über Kollegen: "Der nimmt uns den Spaß weg"

"Bares für Rares"-Händler schimpfen über Kollegen: "Der nimmt uns den Spaß weg"


Autor: Natalie Cada

, Montag, 24. August 2026

Die "First Lady der Emaille-Schilder" sorgte bei "Bares für Rares" für große Begeisterung. Doch als die Gebote schrittweise stiegen, machte ein Händler kurzen Prozess und schnappte seinen Kollegen die "weiße Dame" vor der Nase weg.


"Das ist eines der beliebtesten Motive überhaupt", schwärmte Horst Lichter in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". Auch Susanne Steiger kannte die "First Lady der Emaille-Schilder". Und so enbrannte um das begehrte Persil-Motiv ein Bieterkampf - bis ein Händler seine Kollegen verärgerte.

Das Verkäuferpaar Elif und Orkan aus Plettenberg hatte das historische Werbeschild von Persil gemeinsam mit ihrem Haus erworben. Seitdem hatte die "Weiße Dame" erst in der Werkstatt, dann im Waschraum, in der Küche und schließlich im Wintergarten gehangen. Und Lichter brachte es auf den Punkt: "Und jetzt ist Feierabend." Das Schild stammte von Henkel & Cie., dem Unternehmen das unter anderem hinter der bekannten Waschmittelmarke Persil steckte, erzählte Experte Detlev Kümmel. Gegründet wurde die Firma bereits 1876. Persil kam dann etwas später, 1907 auf den Markt. Der Name setzt sich aus den Bestandteilen "Per" für Perborat und "Sil" für Silikat zusammen.

Die Kombination aus Bleichmittel und Schmutzlöser war damals eine Innovation und "wurde zum weltweit ersten Mal in einem Produkt verwendet", erklärte Kümmel. Auch die Geschichte hinter der berühmten Werbefigur war bekannt: Als Vorlage für die erste "Weiße Dame" diente Erna Muchow, die damalige Freundin des Künstlers Kurt Heiligenstaedt. Mit der Darstellung wollte die Werbung bewusst keine traditionelle Waschfrau zeigen, sondern eine "typische Kundin für Persil". Das Motiv mit dem luftigen weißen Kleid und dem Florentinerhut entstand 1922 und wurde bis in die 1930er-Jahre verwendet. Danach veränderte sich das Aussehen der "Weißen Dame" entsprechend dem jeweiligen Zeitgeschmack.

Bei dem Objekt aus der Sendung handelte es sich tatsächlich um die erste Version mit Erna Muchow. Auch die Gestaltung und die verwendete Drucktechnik verwiesen in die 1920er-Jahre, "maximal Anfang der 1930er", so Kümmel. Ganz ohne Spuren der Zeit war es allerdings nicht geblieben: Kleine krakeleeartige Risse und etwas Rost waren zu sehen. Trotz der Gebrauchsspuren kam Kümmel zu einer erstaunlich hohen Einschätzung. Die Verkäufer wünschten sich 1.000 Euro. Und auch der Experte sah das Schild bei 900 bis 1.200 Euro. Derweil erklärte Lichter, dass es sich nicht nur um eines der beliebtesten, sondern auch um "eines der berühmtesten Motive überhaupt" handelte.

"Bin ein ungeduldiger Mensch": "Bares für Rares"-Händler lässt Kollegen alt aussehen

Auch im Händlerraum war die Begeisterung groß. Als Jan Cizek den Vorhang lüftete, war ein anerkennendes "Oh" zu hören. Cizek kannte die "Weiße Dame" und würde das Schild am liebsten sofort einpacken. Zum Spaß nahm er die Werbung unter den Arm und verabschiedete sich mit einem flötenden "Und, tschüß" in Richtung seiner Kollegen. Dass Cizek tatsächlich großes Interesse an dem Stück hatte, stand außer Frage.

"Mir gefällt das richtig gut", schwärmte er. Nicht nur das Motiv und das Format, sondern auch die Farben fand er "einfach perfekt". Doch damit war er nicht allein. Auch Susanne Steiger hatte ein Auge auf die "First Lady der Emaille-Schilder" geworfen. Bevor es richtig losging, wollte Daniel Meyer noch eine wichtige Information bestätigt haben: Handelte es sich tatsächlich um die erste Version der "Weißen Dame"? Als der Verkäufer dies bestätigte, war Meyer "beruhigt".

Das erste Gebot kam trotzdem überraschend niedrig von Walter Lehnertz. Er startete mit 80 Euro. Als Lehnertz die erstaunten Blicke bemerkte, erhöhte er direkt auf 280 Euro. Danach entwickelte sich zwischen ihm und Cizek ein Duell, bei dem der Preis in kleinen Schritten auf 420 Euro stieg. Meyer verlor die Geduld und bot 800 Euro. "Ich bin ein ungeduldiger Mensch", erklärte der Händler und hielt sich dabei kopfschüttelnd die Hand vors Gesicht.

"Bares für Rares"-Händler wundert sich: "Musst du zu Hause Wäsche waschen?"

"Das finde ich aber sportlich", kommentierte Lerhnertz und auch Steiger konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Wieso ungeduldig? Musst du zu Hause Wäsche waschen?" Cizek reagierte ebenfalls spöttisch und entschuldigte sich ironisch für die lange Wartezeit. Dann kam die Expertise ins Spiel. Lehnertz hatte auf 500 bis 750 Euro getippt. Als der Verkäufer die tatsächliche Einschätzung von bis zu 1.200 Euro nannte, wollten Cizek und Lehnertz den Bieterkampf zunächst trotzdem fortsetzen - wie gewohnt in Zehn-Euro-Schritten. Meyer war wieder genervt, stöhnte "Jetzt geht das wieder los" und bot 900 Euro. "Der nimmt uns den Spaß weg", beschwerte sich Cizek.

Doch Cizek gab noch nicht auf. Als Meyer nach dem Zuschlag fragte, erhöhte er auf 910 Euro. Meyer konterte mit 950 Euro. Lehnertz hingegen hielt sich "lieber gepflegt zurück". Doch Cizek versuchte es ein letztes Mal mit 980 Euro. Doch Meyer rundete auf 1.000 Euro auf und bot damit den Wunschpreis der Verkäufer. "Er will nicht, dass ich das kaufe", resignierte Cizek. Meyer freute sich über den Zuschlag. Von seinen Kollegen musste er sich allerdings noch einiges anhören. "Mensch Meyer, du hast uns ganz schön einen vor den Bug geknallt", so Lehnertz. "Bei deinen Schritten kann man nicht mitbieten", murrte auch Benjamin Leo Leo.

Diese Objekte landeten bei "Bares für Rares" noch im Händlerraum

Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein rauchender Junge aus Bronze von Friederike Werner dem Bildhauer José Cardona i Furró zugeschrieben und auf den Anfang des 20. Jahrhunderts datiert. Gewünscht wurden 320 Euro, geschätzt 300 Euro und am Ende von Händler Meyer 300 Euro gezahlt. Eine Sitzgruppe aus den 1970er-Jahren konnte Detlev Kümmel leider keinem Hersteller zuschreiben. Der Wunschpreis für das Ensemble lag bei nur 100 bis 200 Euro. Der Experte taxierte aber 700 bis 900 Euro und nach einigen Geboten zahlte Benjamin Leo Leo 300 Euro.

Eine Vase aus Glas und Keramik verortete Friederike Werner in Japan (Ando Cloisonne). Der Wunschpreis lag bei 700 Euro, taxiert wurden 1.000 bis 1.200 Euro und Benjamin Leo Leo war das Stück 870 Euro wert. Ein Schmuckset aus 800er Silber mit Türkis-Crysokollen und Saatperlen datierte Heide Rezepa-Zabel in die Zeit zwischen 1890 und 1900. Die Verkäuferin wünschte sich 300 Euro, geschätzt wurden 1.000 bis 1.200 Euro und von Händlerin Steiger 750 Euro gezahlt.

Quelle: teleschau – der mediendienst