Bei "Bares für Rares" wird vom Verkauf eindringlich abgeraten - doch der Vorfahre muss gehen
Autor: Natalie Cada
, Montag, 28. Sept. 2026
In der Montagsausgabe von "Bares für Rares" rieten Händler und Expertin eindringlich vom Verkauf ab - und dennoch wechselte das Porträt schließlich unter Wert den Besitzer.
Schon beim ersten Blick auf das Gemälde fiel Horst Lichter in der Montagsausgabe von "Bares für Rares" (ZDF) die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Felix und dem abgebildeten Mann auf. Tatsächlich zeigte das Bild einen Vorfahren des Verkäufers - dennoch wollte er sich unbedingt davon trennen, obwohl Expertin und Händler eindringlich davon abrieten.
Das frisch verheiratete Paar Cazibe und Felix aus Frankfurt am Main war auf der Suche nach einem Käufer für ein besonderes Familienerbstück. Das Ölbild zeigte nämlich keinen Unbekannten, sondern tatsächlich einen Verwandten von Felix. Lichter erkannte die Ähnlichkeit sofort - auch wenn Felix für ihn "viel attraktiver" aussah.
"Sehr, sehr schade"
Auch Expertin Bianca Berding fand "toll", dass auf dem Gemälde tatsächlich Felix' Vorfahre Albert Fulda zu sehen war. Signatur und Jahreszahl verrieten, dass der Maler Julius Amatus Roeting das "feinfühlige, sehr lebendige Porträt" 1846 angefertigt hatte. Felix erzählte, dass das Bild bereits seit seiner Geburt bei seiner Großmutter gehangen hatte.
Schon als Kind hatte Felix eine eher "gruselige" Beziehung zum Porträt: Die Augen schienen ihm überallhin zu folgen - ganz ähnlich wie bei der "Mona Lisa". Auch Berding erkannte diese Ähnlichkeit. Neben dem direkten Blick, erinnerte sie vor allem das angedeutete Lächeln des Mannes an Leonardo da Vincis berühmtes Frauenporträt.
Für die Expertin war das Gemälde eine "leichte, feine psychologische Studie" und ein Beispiel für Roetings große Kunst. Der Maler habe vor allem Künstlerkollegen porträtiert. Auch Felix' Vorfahre war einst als akademischer Maler tätig und mit Roeting befreundet. Beide Künstler waren zudem im renommierten Künstlerlexikon "Thieme-Becker" verzeichnet.
Berding bedauerte, dass Felix sich von dem besonderen Familienporträt trennen wollte: "Sehr, sehr schade." Schließlich könne kaum jemand ein Bild seines Vorfahren vorweisen. "Ich kann das zum Beispiel nicht", so Berding. Felix blieb jedoch bei seinem Verkaufswunsch und hoffte auf 500 Euro. Berding schätzte sogar 800 bis 1.000 Euro.
"Normalerweise bist du unser Kunde"
Im Händlerraum fiel Wolfgang Pauritsch zunächst der intensive Blick des Porträtierten auf, der ihn an den deutschen Schauspieler Klaus Kinski und seine psychotischen Rollen erinnerte. Auch Markus Wildhagen konnte die Ähnlichkeit nachvollziehen und stimmte Pauritsch zu: "Ja, der hat ein bisschen was von dem."