"Bares für Rares"-Händler lässt sich zu Mittelfinger-Geste hinreißen
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 22. Oktober 2026
So eine deutliche Geste bekommt man bei "Bares für Rares" nicht alle Tage zu sehen. Ein harmlos gemeinter Scherz brachte "Waldi" in der ZDF-Trödelsendung zu einer deutlichen Reaktion.
Bei "Bares für Rares" wurde im Händlerraum wieder einmal kräftig gefrotzelt. Als ein Kollege eine pikante Anspielung machte, hatte Walter "Waldi" Lehnertz eine unmissverständliche Antwort parat. Na hoppla! Was war da los?
Alles fing mit acht Figuren an, ganz in Schwarz und eigentlich ganz harmlos. Horst Lichter taufte die nackte Gesellschaft kurzerhand "den Nudisten-Club von Boppard".
"Eher ein Keller-Nudisten-Club", scherzte Melanie über ihre Mitbringsel, die bislang im Untergeschoss ihres Hauses lagerten. Auf den ersten Blick glichen sich die Figuren, bei genauerem Hinsehen gab es jedoch Unterschiede. "Vom Gewicht her sind sie unterschiedlich. Manche sind signiert, manche nicht", erklärte die Verkäuferin.
"Das sind nicht autorisierte Fälschungen"
Expertin Dr. Bianca Berding konnte Licht ins Dunkel bringen. "Wen wir hier wirklich sehen", leitete sie ihre Erklärung ein: "Erst mal sehen wir eine weibliche, wunderbar gerundete Figur. Diese Figur soll Xanthippe darstellen." Bei Xanthippe handelte es sich um die Ehefrau von Sokrates, die laut Berding als "ein übellauniger Zankapfel" galt. Der österreichische Künstler Rudolf Schwaiger wollte ihr ein friedlicheres Denkmal setzen: Seine Interpretation zeigt einen Akt, "der in sich ruht, träumerisch und in sich versunken".
Besonders die unterschiedlichen Gewichte fand sie frappierend. "Entweder haben wir einen Bronzefuß und die Figur ist aus einer anderen Metalllegierung gemacht oder es könnte eine galvanische Bearbeitung sein." Feststand: Die acht Exemplare waren nicht auf dieselbe Weise entstanden.
Der Haken: Nur eine Figur war ein Original. Welche die echte war, sollte Horst Lichter herausfinden. "Du wirst es sehen. Ich weiß, dass du das sehen kannst", machte Berding ihm Mut. Tatsächlich entdeckte er eine abweichende Färbung. Volltreffer! Weitere Merkmale, darunter Gravuren, bestätigten Lichters Vermutung. "Das ist das autorisierte Original", erklärte Berding. Für die übrigen sieben Skulpturen fiel das Urteil ernüchternd aus: "Das sind nicht autorisierte Fälschungen."
Die Nachahmungen durften nicht verkauft werden. Melanie hatte aber bereits eine alternative Verwendung im Sinn: "Dann müssen sie in den Garten als Gartenzwerge. Das wäre das Schicksal sowieso gewesen." Ursprünglich hatte sie sich für alle acht Figuren zusammen 300 Euro erhofft.