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"Bares für Rares"-Experte kämpft mit Kuriosum - und die Händler machen nur Witze


Autor: Teleschau  

, Donnerstag, 20. August 2026

Dieses Erbstück hatte selbst das erfahrene ZDF-Händlerteam noch nie gesehen. Ein ungewöhnliches Hörutensil sorgte bei "Bares für Rares" erst für Staunen und anschließend für ein Wettrennen an Wortwitzen.


Ein Ding für den Kopf war es zweifellos. Allerdings eines mit eigenem Willen. Als Sven Deutschmanek die kuriose Rarität in der Donnerstagsausgabe von "Bares für Rares" aufsetzen wollte, löste sich prompt ein Verbindungsstück. Zum Glück war das Objekt schnell repariert. "Das muss man einfach hier wieder reinstecken." Handelte es sich wirklich, wie von Horst Lichter vermutet, um ein altes Hörgerät? Damit lag er goldrichtig. Margrit und ihr Bruder Dieter hatten ein sogenanntes binaurales Hörgerät mitgebracht. "Je größer der Trichter, desto größer die Schallaufnahme und desto besser kannst du verstehen", erläuterte der Experte das Erbstück, das einst dem Großvater gehört hatte. "Ob er es jemals getragen hat, wissen wir nicht."

Entstanden war das Gerät vermutlich zwischen 1910 und 1915 bei Siemens, noch ganz ohne Elektrotechnik. Zwar hatte es um 1900 bereits erste elektrisch betriebene Hörgeräte gegeben, doch handlich waren die offenbar nicht gerade. "Die waren extremst groß", wusste Deutschmanek. "Die hatten so 'ne Batterie mit dabei", erklärte er anschaulich und konnte sich einen Scherz nicht verkneifen: "Du konntest damit zwar gut hören, hattest aber nach zwei, drei Jahren ein Rückenleiden." Schuld daran war weniger das Alter als vielmehr das stattliche Gewicht der Batterie.

"Das war was Modernes zu dieser Zeit." Doch ließ sich mit der einstigen Hightech auch heute noch Kasse machen? Gewünscht waren 50 Euro für die alte Hörhilfe, Deutschmanek hielt 50 bis 80 Euro für realistisch. "Ach nee", waren die Händler baff, als das ungewöhnliche Hörgerät vor ihnen landete. "Das ist ja geil!" Markus Wildhagen ließ sich nicht lange bitten und machte direkt den Praxistest.

"Hört, hört!": "Bares für Rares"-Händler macht sich über Kollegen lustig

"Können sie uns jetzt überhaupt noch hören?", rief David Suppes scherzend in Richtung des Verkäuferduos. "Das ist auf jeden Fall ein Objekt, das wir alle noch nie gesehen haben", gestand Fabian Kahl. Aus dem Hintergrund kam sogar eine ganz andere Theorie: "Vielleicht ist es ja auch ein Musikinstrument?"

Hatten Margrit und Dieter sich etwa verhört? Fabian Kahl bot tatsächlich "Zweihörndert" Euro für das kuriose Stück. Doch selbst damit hatte er noch nicht das letzte Wort. Markus Wildhagen schnappte seinem Kollegen das Exemplar vor den Ohren - Verzeihung, vor der Nase - weg. "Hört, hört!", lautete da nur noch das passende Fazit. "Ich glaube, wir haben jetzt alle Witze zum Thema Hörgeräte einmal durch", zeigte sich Suppes überzeugt. Nicht ganz ...

"Bitte?", fragte Wildhagen prompt mit gespielter Schwerhörigkeit und kassierte dafür noch einen Lacher aus der Runde. Für 210 Euro wechselte das Hörgerät schließlich den Besitzer. Deutlich mehr Bares als ursprünglich erhofft. "Das ist der Hammer, mein Freund", kommentierte Horst Lichter den nächsten Hingucker. Die knapp 100 Jahre alte Dampfmaschine von Märklin war einst von der Großmutter vererbt worden und hatte die Jahrzehnte erstaunlich gut überdauert.

Dampfmaschine entzückt "Bares für Rares"-Experten

Sven Deutschmanek zeigte sich vom Zustand des alten Geräts regelrecht begeistert. Eine Märklin-Dampfmaschine in derart guter Verfassung hatte selbst der Experte noch nicht gesehen. Die entscheidende Frage lautete deshalb: Würde im Händlerraum jemand die geschätzten 4.000 bis 5.000 Euro auf den Tisch legen? Das größte Modell unter den Märklin-Dampfmaschinen machte vor allem David Suppes ordentlich Dampf. Er ließ sich von der stattlichen Schätzung nicht abschrecken und zahlte 4.000 Euro.

Einst hatte die Oma Schildkrötenbrosche und Kette verschenkt, nun durften die beiden Schmuckstücke erneut weiterziehen. Das Set aus den 1950er-Jahren stammte von Theodor Fahrner, der schönen Schmuck auch für weniger wohlhabende Menschen erschwinglich machen wollte. Gefertigt worden war das Ensemble aus Silber mit Antik-Vergoldung. Ob die anvisierten 300 Euro drin waren? Im Händlerraum war der Designer jedenfalls sofort ein Begriff, und Interesse ließ nicht lange auf sich warten. David Suppes griff schließlich für 220 Euro zu: "Fahrner ist tipptopp!"

Diese Stücke gingen bei "Bares für Rares" auch über den Händlertisch

Anschließend glitzerte es weiter. Die für England typische Legierung aus 625er-Gold stand der angebotenen Brosche ausgesprochen gut. Die Expertin taxierte das Schmuckstück auf 450 Euro, doch im Händlerraum ging noch ein wenig mehr: Für 470 Euro wanderte die historische Brosche von 1890 zu Markus Wildhagen.

Auch beim nächsten Objekt bekam Horst Lichter etwas fürs Auge geboten. Das edle Tellerset aus der Zeit zwischen 1965 und 1970 war als Wandschmuck gedacht und ursprünglich zum Verschenken produziert worden. Für die sechs sammelwürdigen Stücke wurden 600 bis 750 Euro veranschlagt - weit mehr als die gewünschten 180 Euro. Nachdem Markus Wildhagen seine Kollegen noch mit einer Portion Expertenwissen versorgt hatte, durfte geboten werden. Die von Fornasetti entworfenen und von Seltmann Weiden gefertigten Porzellanteller brachten es bei Wildhagen schließlich auf 450 Euro.

Zum Abschluss kam noch ein gerahmtes Kunstwerk unter den Hammer. Die Landschaftsdarstellung vom Ende des 19. Jahrhunderts stammte von Friedrich Wilhelm Schreiner aus der Düsseldorfer Schule und wurde auf 500 bis 550 Euro geschätzt. Elke Velten fand daran den größten Gefallen - und ließ sich das Gemälde 600 Euro kosten.

Quelle: teleschau – der mediendienst