Asyl-Debatte macht Lanz wütend: "Warum hat das nie eine Konsequenz in diesem Land?"
Autor: Teleschau
, Freitag, 13. Februar 2026
Zwischen "radikalen" Wählern, "fatalen Fehlern" und "verfestigtem Migrationsdiskurs": Die Diskussion über die politische Lage in Ost-Deutschland spaltete die Diskussionsrunde bei "Markus Lanz". Am Ende war es der ZDF-Moderator selbst, der mit einem eindringlichen Monolog den bleibendsten Eindruck hinterließ.
Im Superwahljahr 2026 stehen in Ostdeutschland richtungsweisende Entscheidungen an. Gerade die AfD dürfte in den neuen Bundesländer starke Werte einfahren. Migrationspolitik sei in diesem Zusammenhang ein wichtiger Baustein, merkte CDU-Mann Sepp Müller am Donnerstagabend bei "Markus Lanz" an.
Auch mit der eigenen Partei ging der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe Sachsen-Anhalt kritisch um. "Da ist eine andere Stimmungslage in Ostdeutschland. Und das muss man zur Kenntnis nehmen." Und dann gebe es eine Partei, die auf eine schwierige Frage eine einfache Antwort gebe, "und das regt mich auf". Müller betonte, die Demokratie sei nicht verloren, "wir müssen einfach darum kämpfen". Dazu sei es aber wichtig, den Menschen in seiner Heimat eine Stimme in Berlin geben.
Im Zusammenhang mit Flüchtlingsströmen im Osten der Bundesrepublik führte Müller das Beispiel der Gemeinde Vockerode ein. Das sei "ein 600-Einwohner-Dorf. Dort haben wir 1.200 Flüchtlinge untergebracht." Das mache was mit den Menschen. "Sie haben einen verfestigten Migrationsdiskurs, dem Sie offenbar nicht abschwören wollen", stellte Autorin und Journalistin Jana Hensel fest, mit der Müller zuvor schon mehrfach aneinandergeraten war.
Lanz wird bei Asyl-Debatte emotional: "Warum wirken wir so schwach?"
An dieser Stelle schaltete sich auch Gastgeber Markus Lanz ein. Energisch verwies er auf jüngste Straftaten nichtdeutscher Täter in Ost-Deutschland, etwa in Magdeburg und Dresden: "Wir haben doch als Gesellschaft die Frage, wie wir eigentlich leben und wie viel Toleranz wir aufbringen wollen!" Nach Ansicht des ZDF-Moderators habe man diese Taten "häufig so weggenuschelt nach dem Motto: Lass uns das bitte nicht breit diskutieren, weil, das ist nicht gut für das gesellschaftliche Klima, und dann singt ihr das Lied der AfD". Er halte das für "grundfalsch", betonte Lanz: "Ich frage mich oft: Was macht das mit dem Sicherheitsgefühl von Menschen?"
In diesem Zusammenhang verwies Lanz auch auf einen Vorfall in Hamburg Ende Januar. Ein aus Südsudan stammender Mann hatte eine 18-Jährige vor eine einfahrende U-Bahn gezogen, beide starben. Der 25-Jährige sei zuvor "staatlich geprüft von einer deutschen Behörde" ins Land gekommen, setzte Lanz an. Zudem habe er zwei Tage zuvor "in einem Bordell randaliert" und habe Polizisten beleidigt. "Dann fragen sich doch Menschen zunächst mal: Warum hat das nie eine Konsequenz in diesem Land, offensichtlich? Warum wirken wir da so wahnsinnig schwach?", wurde Markus Lanz emotional.
"Macht das was mit dem Sicherheitsgefühl von Menschen, die in Zukunft auf dem Bahnhof stehen? Selbstverständlich tut es das!", fuhr Lanz fort. "Und das sollten wir auch nicht kleinreden und irgendwie wegnuscheln und so tun, als wäre nichts passiert, nach dem Motto: In der Statistik sieht es aber so und so aus. Da geht es am Ende auch um ein Sicherheitsgefühl und um Emotionen."
CDU-Mann über Wähler in Ost-Deutschland: "Sie haben einfach die Nase voll"
Auf starke Emotionen der Menschen in Ost-Deutschland hatte Sepp Müller schon zuvor verwiesen. Er vertat die Ansicht, die Politik in Berlin regiere seit Jahren an der Bevölkerung vorbei: "Die Menschen haben einfach die Nase voll. Weil man das Gefühl hat, dort wird ein Landstrich von der Karte genommen, weil wir nicht ausreichend politische Kraft haben, um unsere Interessen in Berlin umzusetzen."