ARD-Reporter lässt sich vom Lauf-Boom treiben - beim Kardiologen ereilt ihn der Schock
Autor: Paula Oferath
, Dienstag, 02. Juni 2026
Immer mehr Menschen melden sich für Marathons an und entdecken den Extremsport für sich. Was hinter diesem Trend steckt, zeigt Reporter Alex Baur in der neuen "Y-Kollektiv"-Doku. Dabei stößt er selbst ziemlich schnell an seine eigenen Grenzen.
Er hat 120 Ironman-Distanzen am Stück absolviert. Für Jonas Deichmann bedeutet "leben auch erleben". Der Extremsportler hat sich mit weltweiten Ultralangstrecken-Triathlons, spektakulären Radprojekten und Kontinentaldurchquerungen einen Namen gemacht.
In der neuen Reportage "Y-Kollektiv: Alle laufen krasser" (abrufbar in der ARD-Mediathek) begleitet ARD-Reporter Alex Baur Deichmann zunächst an die Küste Sardiniens.
Wenn der Marathon zu kurz wird
Vor ein paar Jahren war es noch etwas Besonderes, einen Marathon zu laufen. Heute sei das dagegen "fast normal geworden", erklärt Jonas Deichmann dem ARD-Reporter. Dabei sitzt er an der sonnigen Promenade auf Sardinien. Doch klassischen Urlaub macht er dort nicht. Gemeinsam mit einer Gruppe anderer sportbegeisterter Menschen schwimmt er von Insel zu Insel und läuft täglich bis zu 50 Kilometer.
Doch wie kam Jonas überhaupt dazu? Schon als Student wollte er unbedingt die Welt sehen, hatte dafür allerdings kaum Geld. Also schwang sich der junge Jonas auf sein Fahrrad und verband seine Abenteuerlust mit dem Leistungssport aus seiner Jugend. Heute verfolgen ihn allein auf Instagram über 300.000 Menschen. Durch Sponsoring und Werbepartnerschaften kann er inzwischen sogar seinen Lebensunterhalt damit verdienen.
Auch Phillip, ein Freund von Jonas, ist bei der Tour in Sardinien dabei. Er trainiert für seinen ersten Triathlon und hält sich dabei an einen strikten Trainingsplan. "Ich fühle mich schlecht, wenn ich keinen Sport mache", erklärt er. Dann habe er ein "schlechtes Gewissen", obwohl er selbst weiß, dass das "krank" sei. Anders als Jonas verdient Phillip mit dem Sport allerdings kein Geld. Er arbeitet in einem Full-Time-Job und trainiert zusätzlich nebenbei intensiv für den Triathlon.
Aus "Wo gehen wir saufen?" wurde "Wo gehen wir laufen"?
In Berlin trifft Reporter Alex Baur auf Eugen Fink, den Kopf und Geschäftsführer von KRAFT Runners, einer der größten und bekanntesten Running-Communitys im deutschsprachigen Raum. Eugen selbst ist passionierter Ultra- und Marathonläufer. "Als ich 20 war, hieß es am Wochenende: 'Wo gehen wir saufen?' Heute heißt es: 'Wo gehen wir laufen?'", scherzt er in der Doku. Immer mehr Menschen laufen einen Marathon. Im Durchschnitt gibt ein Läufer bis zu 900 Euro für das Hobby aus. Egal ob neue Schuhe, die neuste Garmin oder Shirts vom neuen Running-Club. Viele wollen einfach dazugehören.
Für die Reportage schnürt auch Reporter Alex seine Sportschuhe und wagt sich an einen Marathon. Was dabei passiert, hätte wohl kaum jemand erwartet. Auch wenn Alex fit ist und schon seit Jahren regelmäßig läuft, bringen ihn die vier Monate Vorbereitung an seine Grenzen. Sein Ziel: eine Zeit unter 3:30 Stunden. Viele seiner Freunde seien diese Zeit bereits gelaufen. Der junge Reporter wird von dem Druck getrieben, mit seinen Freunden mithalten zu können.