"An Ausbildung gehindert": Vivien (23) erzählt im ZDF von ihrem Leben mit der Angst
Autor: Paula Oferath
, Freitag, 19. Juni 2026
Ihre Angst ist der "Gegner" in ihrem Kopf - so beschreibt Vivien in der ZDF-Reportage "Facing Fear" ihr Handicap. Die Angststörung hat auch Folgen für das Berufsleben der 23-Jährigen.
Vivien ist 23 Jahre alt und lebt mit einer generalisierten Angststörung, kurz GAS. Manche Männer, große Menschenmengen oder Menschen, die ihre Stimme erheben, lösen bei ihr starke Reaktionen aus.
"Angst ist für mich der Gegner meines Kopfes", erklärt Vivien in der ZDF-Reportage "37°Leben: Facing Fear". Ihr größter Wunsch: "Dass ich wieder fühlen kann, keine Angst zu haben." Die Angst bestimme ihre Gedanken und nehme ihr die Möglichkeit, Momente "in schön zu erleben".
Nach außen kann Vivien ihre Angst oft gut verbergen. Im Alltag führt das dazu, dass sie sich häufig zurückzieht. Auch ihre berufliche Entwicklung ist davon betroffen. "Ich habe mich an vergangenen Ausbildungen gehindert. Es ist schon eine Leidensgeschichte manchmal", gesteht sich die junge Frau ein.
Eine wichtige Stütze in Viviens Leben ist ihr Teilzeithund Pepe. Ein bis zweimal pro Woche geht sie mit ihm spazieren. Diese Momente geben ihr viel Kraft. "Er macht meine Welt schon ein bisschen bunter". Beim Gassigehen kann sie ihre Gedanken für kurze Zeit loslassen. Es sind ihre "Wohlfühlmomente".
Der Druck "menschlich in Ordnung" zu sein
Gleichzeitig begleitet sie ein ständiger innerer Druck. Der Anspruch, einen guten Job zu finden oder einfach "menschlich in Ordnung" zu sein, belastet sie täglich. Oft hat sie das Gefühl, nicht genug zu sein.
Den genauen Moment, in dem ihre Angst krankhaft wurde, kann Vivien nicht benennen. Vermutlich habe es nach dem Abbruch ihrer ersten Ausbildung begonnen, als die Ängste stärker wurden. Sie hat bereits mehrere Therapien hinter sich und fragt sich, wann ein Leben ohne Therapie möglich sein wird. Dennoch hat sie die Hoffnung, dass ihr Zustand "einfach besser wird".
Vor ihrem ersten Drehtag in Köln hält sie ihre Gedanken in einem Videotagebuch fest. In Köln begegnet sie dem Therapeuten Daniel Wagner, der sie therapeutisch begleitet. "Ich bin aufgeregt, aber das wird gut", sagt Vivien vor dem Treffen.