Als Horst Lichter den wahren Wert des "Bares für Rares"-Objektes erfährt, ruft er entsetzt: "Oh Gott, ehrlich?"
Autor: Natalie Cada
, Mittwoch, 02. Sept. 2026
Mit hohen Erwartungen kamen die Verkäufer zu "Bares für Rares". Doch ihr 200 Jahre alter Familienschatz sorgte nur für lange Gesichter.
Mit großen Hoffnungen kamen Ingrid und Heinrich aus Ludwigshafen zu Horst Lichter in die Mittwochsausgabe von "Bares für Rares". Immerhin war ihr "schönes Gemälde" fast 200 Jahre alt. Doch als Friederike Werner das Bild genauer unter die Lupe nahm, folgte für das Paar eine ernüchternde Überraschung.
Ingrid hatte das Bild von ihrem Onkel geerbt und gestand: "Ganz ehrlich, wusste ich damals gar nicht, was es ist und wie viel das Bild eigentlich wert ist." Inzwischen wusste sie jedoch, dass es sich um etwas Besonderes handelte. Lichter wurde hellhörig: "Du vermutest, dass es wertvoll ist?" Ingrid nickte, und Heinrich bestätigte: "Richtig."
"Es sieht zumindest sehr wertvoll aus", fand Lichter. Ganz unbegründet war dieser Eindruck nicht: Eine frühere Expertise hatte den Wert des Gemäldes auf stolze 14.000 Euro geschätzt. Als Heinrich die Summe nannte, rief Lichter: "Mein lieber Kokoschinski." Ingrid betonte: "Das ist ein echter Kreul von 1832, das kann nicht jeder bieten."
Horst Lichter bittet Verkäufer: "Seid mir nicht böse"
Doch wie beurteilte Expertin Werner das Gemälde? Sie erkannte den studierten Maler Johann Friedrich Carl Kreul aus der Biedermeierzeit und Spätromantik, der zur selben Zeit wie der bekannte Maler Carl Spitzweg lebte. "Hui", reagierte auch Lichter bei dem Namen - Spitzweg war auch ihm ein Begriff.
Das Bild war auf Holz gemalt - eine Technik, die laut Werner besonders feine Darstellungen ermöglichte. Zudem war sie von der Detailgenauigkeit beeindruckt: "Man erhält fast den Eindruck, es handelt sich um eine Porzellanmalerei." Die Feinheit der Ausführung sei "kaum zu übertreffen".
Zudem dachte sie bei dem Motiv an ein bekanntes Werk: "Ich musste gleich an Friedrich Overbecks 'Italia und Germania' in der Münchner Pinakothek denken." Die Frauendarstellung erinnerte sie an das allegorische Gemälde. Doch der Titel verriet eine andere Botschaft als Freundschaft: "Der sehnsüchtig erwartete Brief."
Den genannten Brief hielt eine der Frauen in der Hand - wohl "mit einer Todesnachricht über ihren Liebsten, den sie erwartet hat", vermutete Werner wegen des schwarzen Siegels und den traurigen Blicken. Danach sprach sie den "sehr wertigen und eindrucksvollen Rahmen" an, der zwar passend zur Zeit war, aber unfein restauriert wurde.