Als "Bares für Rares"-Expertin von 35.000 US-Dollar spricht, stockt dem Verkäufer der Atem
Autor: Bettina Friemel
, Montag, 26. Oktober 2026
Die "Bares für Rares"-Expertin Dr. Bianca Berding erkannte in einer Vase ein ganz besonderes Designerstück. Ein ähnliches Objekt wurde erst kürzlich für eine unglaubliche hohe Summe verkauft. Aber war auch diese Rarität so viel wert?
Horst Lichter offenbarte sein eher "gespaltenes Verhältnis zu Vasen". Doch diese Vase war etwas ganz Besonderes, fand die "Bares für Rares"-Expertin Dr. Bianca Berding heraus ... "Die habe ich vor 15 Jahren im Konvolut an Möbeln erworben", verriet Jörgen aus Hanau, wie die Vase in seinen Besitz kam. "Ich bin damals in die Wohnung von einer etwas älteren Dame gezogen, die ist dann ins Pflegeheim gekommen." Weil ihm die Vase gefiel, bekam er sie einfach dazu. "Ich wusste aber bisher natürlich nicht, was ich da hatte", entdeckte Jörgen den möglichen Wert erst später.
"Ach, ist das was Besonderes?", wurde Horst Lichter hellhörig. Bianca Berding nickte: "Diese Vase ist auf Murano entstanden." Dort wurde bekanntlich seit Jahrhunderten feinstes Glas hergestellt, "seit dem Mittelalter". "Diese Vase ist in einem der ältesten noch aktiven Familienunternehmen der Welt hergestellt worden", verwies die Expertin auf die Signatur von Barovier & Toso.
"Die haben unzählige ikonische Entwürfe geschaffen. Zum Beispiel haben die das Kristallglas erfunden, das Glas, das durchsichtig ist", betonte die Expertin die Bedeutung der Firma. "Hier haben wir ein sehr bekanntes und wichtiges Design", schwärmte Berding weiter vom Modell "Tessere Ambra". "Wir sind mittendrin Ende der 50er-Jahre und in den 60er-Jahren, und da war Braun und Karamell voll die Modefarbe."
Horst Lichter nach Expertise völlig baff
Das Design von Ercole Barovier aus dem Jahr 1957 erinnerte sie an Fliesen oder eine Weberei: "Das sieht ein bisschen aus wie ein Körbchen." Auf jeden Fall: "Das erfordert hohes handwerkliches Können!" Weiterhin verriet Berding: "Das ist schon eine beliebte Serie, die in Einzelstücken Spitzenpreise erzielt. Im Jahr 2022 hat eine Vase 35.000 US-Dollar erzielt." Lichter konnte den Wert kaum glauben: "So eine?" Berding nickte: "Mit diesem Design." Da blieb Jörgen kurz die Luft weg.
Doch Berding schob hinterher: "Aber ich muss Sie leider enttäuschen: nicht diese Vase exakt." Aber 1.300 bis 1.500 Euro waren ebenfalls ein hübscher Preis und definitiv realistisch. "Ist auch ok", freute sich der Verkäufer über die Händlerkarte. "Die kostet", stellte Händler Wolfgang Pauritsch aufgrund des guten Zustands fest. "Es gibt Auktionsergebnisse über solchartige Kunstgegenstände, wo es einem ganz anders wird."
Das hielt Walter Lehnertz nicht ab: "Ich fange trotzdem mit 80 Euro an. Das ist eine gute Vase wert." Zum Glück waren die anderen bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Bei 1.250 Euro bekam Julian Schmitz-Avila den Zuschlag. "Kannst du wirklich international gut verkaufen", freute sich der Händler über den Kauf. Auch der Verkäufer war "total happy" mit dem Ergebnis.
Diamantbrosche bringt bei "Bares für Rares" fünfstellige Summe ein
Das waren die weiteren Raritäten: Eine Marabu-Kühlerfigur von Max Le Verrier aus den 1920er- oder 30er-Jahren schätzte die Expertin auf 400 bis 500 Euro. Mit dem Höchstgebot von 400 Euro war die Verkäuferin jedoch nicht zufrieden. Eigentlich hatte sie auf 600 Euro gehofft und nahm ihren Vogel wieder mit. Ein Modeschmuck "für den großen Auftritt" von Dior mit Collier und Ohrclips aus den 1980er-Jahren hatte einen Wert von 700 bis 900 Euro. Da höhere Gebote ausblieben, nahm die Verkäuferin die 450 Euro von Markus Wildhagen an.