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Ab 100.000 Euro: Dieser Deutsche will "Luxus-Immobilien für alle" zugänglich machen


Autor: Franziska Wenzlick

, Mittwoch, 17. Juni 2026

Nikolaus Thomale verkauft luxuriöse Ferienimmobilien - auch an Menschen, die sich selbige eigentlich nicht leisten könnten. Während er sein Geschäftsmodell in einer ARD-Doku als "nachhaltigere Form des Tourismus" beschreibt, bleiben Kritiker skeptisch.


Als Kind hatt Nikolaus Thomale "großes Glück" - schließlich hätten er und seine Familie die gemeinsamen Urlaube stets in einer eigenen Ferienhütte verbracht. Wie er in der ARD-Doku "Luxus-Immobilien für alle" erklärt, befinde er sich heute, viele Jahre später, auf einer "Mission": Er wolle "es mehr Menschen möglich machen, sich den Traum von einer eigenen Ferienimmobilie zu erfüllen".

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Fabian Löhmer hat Thomale eine Firma gegründet, die auf einem denkbar simplen Prinzip basiert. "Warum den ganzen Kuchen kaufen, wenn man nur ein Stück essen möchte?", argumentiert Thomale. "Bei uns teilen sich mehrere Menschen eine Ferienimmobilie - und eben aber nicht nur das Eigentum, sondern auch die Kosten und die Nutzung." Wer beispielsweise plane, nur sechs Wochen im Jahr im Urlaubsort zu verbringen, müsse "nicht die ganze Immobilie kaufen", sondern nur einen Anteil.

Letzteren gebe es "ab rund 100.000 Euro bis zu einer Million", verrät der Unternehmer. "Da ist alles dabei." Ihm zufolge werden die Immobilien bis zu 85 Prozent des Jahres genutzt. Die Reinigung und Pflege zwischen den jeweiligen Aufenthalten übernimmt sein Unternehmen - ein Service, der Thomale zufolge auch den Einheimischen der Urlaubsregionen nutze.

"Die brauchen irgendeine Form des Tourismus"

"Wir haben hier auf Mallorca beispielsweise ein Hauswirtschaftsunternehmen, das mittlerweile fast ausschließlich meine Immobilien betreut und damit die eigenen Mitarbeiter ganzjährig bezahlen kann", erzählt er. "Und nicht mehr nur noch saisonal. Da - davon bin ich total fest überzeugt - ist Miteigentum die deutlich bessere Alternative als hochsaisonaler Massentourismus und Leerstand auf der anderen Seite."

Und doch gibt es kritische Stimmen. "Es stimmt zwar, dass es besser ist, wenn Ausländer sich ein Haus zu acht teilen, anstatt acht Häuser zu kaufen", räumt der Aktivist Pere Joan ein. Er engagiert sich gegen den Massentourismus auf den Balearen und erklärt im Film, dass das "eigentliche Problem der Wohnungsnot" jedoch darin bestehe, dass auf der Inselgruppe jedes dritte Haus von Ausländern gekauft werde. "Das treibt die Preise stark in die Höhe und bringt sie auf das Niveau von Ländern in Nordeuropa, die höhere Lebensstandards und Gehälter haben als wir hier auf den Balearen", klagt Joan.

Nikolaus Thomale ist dennoch überzeugt, dass sein Unternehmen nicht Teil des Problems sei - sondern Teil der Lösung: "Die lokalen Destinationen leben ja auch vom Tourismus. Die brauchen irgendeine Form des Tourismus", sagt er. "Ich glaube, sie brauchen vor allem aber eine nachhaltigere Form des Tourismus."

Zu sehen gibt es die "Money Maker"-Dokumentation "Nikolaus Thomale - Luxus-Immobilien für alle" in der ARD Mediathek.

Quelle: teleschau – der mediendienst