47-Jähriger will unsterblich werden - in ZDF-Doku sagt er: "Für mich ist Altern eine Krankheit"
Autor: Teleschau
, Dienstag, 26. Mai 2026
Felix träumt davon, nie zu sterben. In der neuen ZDF-Dokumentation "37°: Ewig jung und gesund - Longevity" teilt der 47-Jährige seine Überlegungen, seinen Leichnam eines Tages einfrieren zu lassen - für 200.000 Euro.
Noch vor einigen Jahrzehnten war Unsterblichkeit reine Fiktion. Heute nicht mehr - zumindest nicht für Anhänger des Longevity-Trends. Immer mehr Menschen streben nach "Langlebigkeit". Die Dokumentation "Ewig jung und gesund - Longevity" der ZDF-Reihe "37°" verfolgt drei von ihnen.
Möglichst alt werden reicht Felix (47) nicht. Er möchte unsterblich werden. "Für mich ist Altern eine Krankheit, die man in naher Zukunft wahrscheinlich behandeln kann", erklärt der Fan der US-Longevity-Ikone Bryan Johnson, der seinen Körper zum Langzeit-Gesundheitsexperiment machte. Felix will aktiv daran mithelfen, Medikamente zur Lebensverlängerung zu finden. Er will eine KI programmieren. Er geht davon aus, dass "wir kurz davor sind, eine Superintelligenz zu entwickeln", die das Altern medizinisch überwindet. Er sagt: "Da wäre es doch schade, kurz davon zu sterben."
Felix hat gleichgesinnte Freunde, nur mit einer gleichgesinnten Partnerin hat es noch nicht funktioniert. Deshalb hat er eine Dating-App für Longevity-Fans entwickelt. Alterswissenschaftler wie Aubrey de Grey sind von seinen Ideen angetan. Weil aber Unsterblichkeit noch nicht erreicht ist, möchte Felix für den Fall des Todes vorsorgen. Er liebäugelt damit, seinen Leichnam bei minus 196 Grad kryokonservieren, also einfrieren zu lassen. Der soll dann, wenn die Medizin so weit ist, zu neuem Leben erweckt werden.
Geschäftsführer Dr. Emil Kendziorra ist ehrlich: Niemand wisse, ob, wann und wie das jemals funktionieren könne. Aber bei der Kryokonservierung gäbe es auf jeden Fall besser Chancen, "als bei einer Einäscherung". Konkreter als die Erfolgsaussichten scheint der Preis: um die 200.000 Euro. Das ist viel Geld für vielleicht nichts. Aber Felix sieht es nicht so. Für ihn ist es eine Chance. "Psychologisch hilft mir das sehr."
"Er hat eine Klinik an seinem Körper"
Daniel (53) will nicht unbedingt ewig leben. Aber absolut gesund und möglichst lange. Seine Gesundheit hat für ihn oberste Priorität. Dafür setzt er sich täglich drei Minuten lang in die Eistonne auf seiner Dachterrasse und geht dreimal im Jahr im ewigen Eis des Hintertuxer Gletschers Schwimmen - bei null Grad Wassertemperatur. Er macht Atemübungen, ernährt sich bewusst und gesund, meidet Alkohol und nimmt 20 Nahrungsmittelergänzungspräparate. "Das muss man schlucken können", sagt er selbstironisch, denn Spaß mache das Pillenschlucken nicht. "Das ist Arbeit."
Daniel achtet extrem auf sich, er überwacht sich und lässt sich überwachen. Sein Arzt Alva ist auch ein enger Freund. Der sagt: "Er hat eine Klinik an seinem Körper", quasi für jede Körperfunktion ein digitales Gerät. Zwei Burnouts wurden für den früheren Vielarbeiter Daniel zu Weckruf und Anlass, das Leben zu überdenken und auf den Kopf zu stellen. Es gehe ihm besser denn je, er war seither mehrfach Deutscher Meister im Kung-Fu. Aber wirklich ruhiger wurde sein Leben vielleicht doch nicht. "Ich habe schon Angst, krank zu werden", gibt er zu. "Ich hab Angst, nicht mehr so zu performen."
Merle träumt von der "Insel der 100-Jährigen"
Auch das Leben von Merle (43) änderte sich nach einer schweren Krankheit. Sie schulte von TV-Journalistin auf Ernährungsberaterin um, sie zog mit Frau Julia und deren Sohn an den beschaulicheren Schliersee. Dort frönt sich dem gesunden Leben, ohne Alkohol, mit Nahrungsmittelergänzungen - und einem neuen, großen Traum.