20 Jahre voller Intrigen: "Alles was zählt" feiert Jubiläum
Autor: Elisa Eberle
, Mittwoch, 19. August 2026
Seit 20 Jahren lockt die RTL-Daily "Alles was zählt" mit Liebesgeschichten, Intrigen und großen Emotionen im Umfeld der Essener Eiskunstlauf-Szene. Nun feiert die Serie Jubiläum.
"Diana!": Mit diesem simplen Ausruf von Jutta Sommer (Susanne Schlenzig) begann am 4. September 2006 die Serie "Alles was zählt" bei RTL. Die damalige Hauptfigur hat die Serie längst verlassen: 2007 hatte sie einen letzten Gastauftritt. Auch die in der allerersten Szene angesprochene Diana Sommer ist nicht mehr Teil des Casts: Die ehemalige Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko, die die Rolle spielte, verließ das Format 2018.
"Alles was zählt" (montags bis freitags, 19.05 Uhr) gibt es 20 Jahre später allerdings immer noch. Mit Folge 5.025 feiert die von Guido Reinhardt erdachte Serie nun am Freitag, 4. September, offizielles Jubiläum.
"Die Idee kam mir beim Bergwandern": So fing alles an
"Die Idee kam mir tatsächlich beim Bergwandern in den Schweizer Alpen", erinnert sich der Produzent bei UFA Serial Drama im RTL-Interview zum Jubiläum zurück: "Ich sollte über eine Idee nachdenken, die stark genug sein musste, um als ein Telenovela-Gegenentwurf zu 'Verliebt in Berlin', auch eine UFA Produktion, ins Rennen geschickt zu werden." Während seiner Überlegungen stellte er sich irgendwann die Frage: "Was passiert, wenn Menschen Höchstleistungen erbringen wollen, weil es ihr Traum ist ... und dabei auch scheitern - im Sport, im Beruf und privat?" Die Grundidee von "Alles was zählt" war geboren und sie trägt bis heute.
Anfangs dreht sich die Serie vor allem um die Liebe zwischen zwei jungen Menschen: Diana Sommer lebt mit ihrer Familie in einem Arbeiterviertel in Essen. Die 23-Jährige arbeitet als Inline-Kurierin. Insgeheim träumt sie jedoch davon, Eiskunstläuferin zu werden. Auf der Eislaufbahn des Fitness-Imperiums Steinkamp trainierte sie heimlich, bis sie von Julian Herzog (Thorsten Grasshoff), dem Marketingchef des Konzerns, entdeckt und ins Trainingsteam der Steinkamps aufgenommen wird. Diana und Julian verlieben sich, doch er ist eigentlich mit Jenny Steinkamp (Christiane Klimt), der Tochter des Konzerninhabers zusammen, die Diana auch auf dem Eis als lästige Konkurrentin sieht. So dauerte es nicht lang, bis Jenny ihre ersten Intrigen spann, um die Nebenbuhlerin loszuwerden.
Zweitbeliebtestes Format bei RTL+
Intrigen, familiäre Konflikte und persönliche Tragödien vor der Kulisse des Leistungssports waren es auch in den folgenden 20 Jahren, die das Publikum bei Stange hielten. Einer der prägendsten Momente war, wenn es nach Serienschöpfer Guido Reinhardt geht, der Brand in der Eishalle im Dezember 2024: Jenny Steinkamp legte damals das Feuer, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Mann Justus (Matthias Brüggenolte) sie lange betrogen und auch ihre Mutter Simone (Tatjana Clasing) ihre Finger mit im Spiel gehabt hatte. "Als die Serie vor 2024 einen größeren konzeptionellen Reset brauchte, war die Brandstiftung, das Anzünden der Eishalle durch die betrogene Tochter der Steinkamps, eben nicht nur ein spektakulärer Brand eines der Haupt-Settings, bei dem Menschen starben. Sondern der emotionale Startpunkt für einen Neuanfang der Figuren, Geschichten und der ganzen Serie", erinnert sich Reinhardt.
Bis 2019 bewegten sich die durchschnittlichen Einschaltquoten zwischen 2,03 und 2,94 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern insgesamt, was einem durchschnittlichen Marktanteil zwischen 10,8 und 12,8 Prozent entsprach. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte man in der Spitze durchschnittlich 1,46 Millionen Menschen im Jahr 2008, ein durchschnittlicher Marktanteil von 17,6 Prozent.
2025 waren es nur noch 1,43 Millionen Menschen (Gesamtmarktanteil: 7,8 Prozent), wovon gerade einmal 0,30 Millionen auf die werberelevante Zielgruppe (Marktanteil: 10,9 Prozent) entfliehen. Der deutliche Rückgang liegt allerdings weniger am sinkenden Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer als vielmehr an den veränderten Sehgewohnheiten: Vor allem jüngere Menschen schauen ihre Lieblingsserien inzwischen eher online als linear. Bei RTL+ landet "Alles was zählt" mit 33,32 Millionen Abrufen im ersten Halbjahr 2026 auf Platz zwei der meistgestreamten Formate. Lediglich die Daily "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" wollten mit 85,79 Millionen Views mehr als doppelt so viele Menschen sehen.