Sylvester Stallone in «Tulsa King»: «Man wird kalt erwischt»
Autor: Philip Dethlefs, dpa
, Freitag, 16. Oktober 2026
Nicht Rocky, nicht Rambo: Am meisten von sich selbst steckt für Sylvester Stallone im Mafioso Dwight Manfredi. Zum Start der neuen «Tulsa King»-Staffel erzählt der 80-Jährige, was die Figur ausmacht.
Boxer, Elitesoldat, Actionheld: Sylvester Stallone hat in seiner Karriere viele Kultfiguren gespielt. Doch keine seiner Figuren ist ihm selbst so ähnlich wie der Mafioso Dwight Manfredi in der Serie «Tulsa King». «Das ist mit Abstand die Rolle, in der am meisten von mir steckt», sagt der 80-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in London. Die vierte Staffel läuft ab jetzt beim Streamingdienst Paramount+. Neue Folgen gibt es wöchentlich.
«Ich bin nicht Rocky. Ich bin nicht Rambo. Das ist eine ganz andere Persönlichkeit», sagt Stallone mit Blick auf zwei seiner berühmtesten Rollen. Bei Manfredi sei die Sache anders. «Ich dachte: Wow, in diesem Alter habe ich noch nie meine eigene Persönlichkeit, mein eigenes Tempo in eine Rolle gelegt - einfach alles. Und jetzt habe ich endlich die Gelegenheit dazu.»
Ein Gangster mit Herz
Was den Gangster aus Stallones Sicht besonders macht: «Die meisten Gangster sind sehr finster und düster. Dieser Typ nicht, er mag Menschen. Die meisten Gangster tun das nicht.» Dass die Zuschauer trotz allem auf Manfredis Seite sind, erklärt Stallone so: «Weil er höflich ist und Menschen, die im Grunde Außenseiter sind, in seine Familie aufnimmt. Er macht ihr Leben interessanter.» Manfredi könne zwar sehr brutal sein, aber zugleich witzig. «Und ich glaube, das ist das Publikum nicht gewohnt.»
Nach 25 Jahren im Gefängnis muss Manfredi feststellen, dass sich die Zeiten geändert haben und seine Loyalität den neuen Bossen nichts bedeutet. Sie schieben ihn nach Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma ab. Dort baut er sich mit einer Truppe von Außenseitern ein eigenes kriminelles Imperium auf und legt sich mit Rivalen und alten Weggefährten an.
Die verletzliche Seite
In der neuen Staffel versucht der charmante Gangster, seine Geschäfte auf legale Beine zu stellen. Doch korrupte Politiker und gefährliche neue Feinde machen ihm das Leben schwer. Zudem muss er einen schweren persönlichen Verlust verkraften. Je mehr er kämpft, desto mehr verfällt er wieder in die alten Instinkte aus seiner Zeit auf den Straßen New Yorks.
Stallone war es wichtig, diesmal auch die verletzliche Seite von Manfredi zu zeigen. «Er war an einem Punkt, an dem alles nach seinem Willen lief. Niemand konnte ihn bezwingen», sagt er. «Und jetzt passiert, wie im echten Leben, plötzlich das Schlimmste, wenn man es nicht erwartet. Man wird kalt erwischt und ist erschüttert - bis ins Mark. Das wollte ich zeigen.»
Tochter Scarlet gibt ihrem Vater Ratschläge
Neben Stallone sind unter anderem wieder Frank Grillo, Dana Delany und Garrett Hedlund dabei. Neu im Ensemble ist Gretchen Mol («Boardwalk Empire»). Sie spielt die Politikerin Amanda Clark.