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BAP-Sänger Wolfgang Niedecken warnt im ZDF: "Man darf sich daran nicht gewöhnen"


Autor: Teleschau  

, Mittwoch, 08. April 2026

Seit mittlerweile 50 Jahren steht Wolfgang Niedecken mit BAP auf der Bühne. Was sich dabei nie geändert hat: Die Band zeigt mit ihren Liedern Haltung und will ihre Fans zum Nachdenken anregen. Das machte Niedecken auch bei seinem Besuch im ZDF-Magazin "Volle Kanne" deutlich.


"Da oben scheint es jemand sehr, sehr gut mit mir zu meinen", erklärt Wolfgang Niedecken (75) bei seinem Besuch im ZDF-Magazin "Volle Kanne" lächelnd. Den enormen Erfolg, den er seit Jahrzehnten mit seiner Band BAP verzeichnet, sei genauso wenig geplant gewesen, wie das 50. Jubiläum, dass die Kölsche Kultband dieses Jahr begeht.

Neben gefühlvollen und mitreißenden Texten, hat es sich BAP auch immer wieder zur Aufgabe gemacht, in ihren Liedern Haltung zu zeigen und Menschen zum Nachdenken anzuregen.

So schaut Niedecken gemeinsam mit Moderatorin Nadine Krüger auf ein ZDF-Interview zurück, in dem sich der Musiker 1992 zu den ausländerfeindlichen Angriffen in Rostock-Lichtenhagen äußerte. Damals warnte der junge Niedecken vor Sprachlosigkeit - und auch am Mittwochmorgen bei "Volle Kanne", über 30 Jahre später, stellt er klar: "Man fing an, sich daran zu gewöhnen und man darf sich daran nicht gewöhnen. Das sage ich nach wie vor!"

Es werde immer schwerer, weiß der Kölner. Mit Politikern wie US-Präsident Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dem ungarischen Staatsoberhaupt Viktor Orbán habe man "überall diese Despoten an der Macht, oder sie wollen an die Macht", betont Niedecken und appelliert: "Man darf einfach nicht nachlassen."

"Die Menschen müssen sich politisch bilden, dann fallen sie nicht auf diese Kerle rein"

Doch nicht nur die politischen Entwicklungen im Ausland beobachtet der Musiker mit Sorge. Niedecken stellt mit Blick auf Deutschland klar: "Die AfD ist so wenig eine Alternative für Deutschland, wie die DDR demokratisch war." Er betont weiter: "Die Menschen müssen sich politisch bilden, dann fallen sie nicht auf diese Kerle rein."

Mit Musik könne man "auf Themen aufmerksam machen", jedoch keine "Handlungsanweisungen geben". Das wäre übergriffig, findet Niedecken, "dann wären wir im Polit-Rock gelandet und Polit-Rock bevormundet. Ich will keinen bevormunden", stellt er klar. Er wolle vielmehr, dass sich die "Leute informieren, bevor sie ihr Kreuzchen machen bei der Wahl".

Es gebe "nun mal Links-Populismus und Rechts-Populismus". Das Wichtige sei, so Niedecken, sich in einer Demokratie für die Mitte zu entscheiden, "die etwas Vernünftiges auf die Reihe bringt, die wirklich die Probleme löst". Man dürfe sich nicht "verhetzen lassen - von links und rechts".

Quelle: teleschau – der mediendienst