Kult-Blondine: Diese deutsche Puppe war das Vorbild für Barbie
Autor: Teleschau
, Dienstag, 12. Mai 2026
Sie war Astronautin, kandidierte als Präsidentin und startete zuletzt (mal wieder) als Filmheldin durch: Wir präsentieren die kuriosesten und spannendsten Fakten rund um die legendäre Spielzeug-Puppe.
Blondes Haar, lange Beine, etwas über 29 Zentimeter groß: Wer eine Barbie sieht weiß sofort, worum es geht. Seit über 60 Jahren ist die Modepuppe nicht aus den Kinderzimmern junger Mädchen wegzudenken. Die Markenbekanntheit in Deutschland liegt angeblich bei 100 Prozent. Und spätestens seit dem weltweiten Kinoerfolg von "Barbie" (2023) erreichte der Hype um die berühmteste Puppe der Welt einen neuen Höhepunkt.
Nun läuft die doppelbödige Komödie mit Margot Robbie und Ryan Gosling am Mittwoch, 13. Mai um 20.15 Uhr bei RTL im Free-TV - und liefert den perfekten Anlass für einen Blick auf eine Figur, die seit Jahrzehnten fasziniert, polarisiert und Milliarden umsetzt. Denn Barbie ist viel mehr als ein Spielzeug. Sie ist Popkultur, Projektionsfläche und ein globales Phänomen - mit deutschen Wurzeln.
Barbies Wurzeln liegen in Deutschland
Als Barbie am 9. März 1959 erstmals vorgestellt wurde, kostete sie gerade einmal drei US-Dollar. Ihr vollständiger Name klingt dabei erstaunlich offiziell: Barbara Millicent Roberts. Erfunden wurde sie von Ruth Handler, Mitgründerin von Mattel, die während eines Schweiz-Urlaubs die deutsche Puppe "Lilli" entdeckte - und sofort ihr Potenzial erkannte. Anders als die damals üblichen Babypuppen stellt "Lilli" eine selbstbewusste erwachsene Frau dar, modisch gekleidet und mit austauschbarer Garderobe. Für Handler war schnell klar: Genau dieses Konzept könnte auch den amerikanischen Spielzeugmarkt erobern.
Und das tat sie - eben weil sie mehr war als nur ein Kinderspielzeug. Barbie orientierte sich an aktuellen Modetrends, ihre Outfits lehnten sich in den 1960er-Jahren sogar an den Stil von Jacqueline Kennedy Onassis an. Die ersten zwei Jahre verbrachte Barbie allein - bis 1961 Ken auf den Plan trat. Auch er bekam seinen Namen aus dem Familienalbum der Handlers: Kenneth, Ruths Sohn, wurde zum Namensgeber.
Doch selbst im Puppenuniversum läuft nicht immer alles glatt: 2004 verkündete Mattel offiziell die Trennung des Traumpaares - ein Schock für Fans weltweit. Zwischenzeitlich trat mit Blaine, einem australischen Surfer, ein neuer Mann in Barbies Leben. Seit 2011 sind Barbie und Ken aber wieder offiziell vereint.
Wer Barbie auf Äußerlichkeiten reduziert, unterschätzt sie gewaltig. Bereits 1965 flog sie als Astronautin ins All - vier Jahre vor Neil Armstrongs Mondlandung. Überhaupt hat Barbie im Lauf ihrer Karriere rund 250 Berufe ausgeübt: Ärztin, Präsidentin, Pilotin, Rockmusikerin - kaum ein Job, den sie nicht schon gemacht hätte. Ihre erste Präsidentinnen-Version erschien 1992. Man könnte sagen: Barbie war politisch ambitioniert, lange bevor es selbstverständlich wurde.
Barbies sind heute auch Sammlerobjekte
Zum Barbie-Kosmos gehören längst nicht mehr nur Puppen. Kleidung, Möbel, Videospiele, Fitnessprodukte - inzwischen existieren Barbie-Produkte in mehr als 50 Kategorien. Ein Dauerbrenner ist seit 1962 das berühmte Dreamhouse. Bis heute wird statistisch alle zwei Minuten irgendwo auf der Welt eines verkauft. 2013 konnten Fans in Berlin sogar eine begehbare XXL-Version erleben - natürlich in kompromisslosem Pink. Apropos Pink: Das ikonische Barbie-Pink ist inzwischen sogar rechtlich geschützt.