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Was macht eigentlich "Der Exorzist"-Star Linda Blair?


Autor: Wilhelm Flemmer

, Freitag, 10. April 2026

Mit der Hauptrolle eines von einem Dämon besessenen kleinen Mädchens im Horror-Klassiker "Der Exorzist" wurde Linda Blair weltberühmt. Doch was macht die Schauspielerin eigentlich heute?


Nein, nicht ein Dämon, nur ihre größte Rolle suchte sie 2023 wieder heim. In "Der Exorzist - Bekenntnis" (Free-TV-Premiere am Sonntag, 12. April, 22.55 Uhr, in SAT.1) spielte Linda Blair einmal mehr die Figur, die sie Anfang der 1970er-Jahre weltberühmt gemacht hat. In der Fortsetzung des Filmklassikers "Der Exorzist" (1973) war Regan MacNeil zwar nicht noch einmal vom Teufel besessen, groß und vor allem für die Fans des Originals bewegend war der Gastauftritt aber allemal.

Vor allem eine große Überraschung war Regans jähes Auftauchen am Ende des Horror-Thrillers, der inhaltlich direkt an das Meisterwerk von William Friedkin anknüpft und die Fortsetzungen von 1977 und 1990 außer Acht lässt. Dass Blair erneut in die berühmte Rolle schlüpfen wurde, dachten anfangs wohl nicht einmal die Verantwortlichen um Regisseur David Gordon Green. Denn ursprünglich sollte sie sich als eine Art moralische Stütze an der Produktion beteiligen.

Entsprechend konnte sich Blair am Set zunächst als Beraterin für die beiden Hauptdarstellerinnen einbringen. "Es ist ein sehr, sehr schwieriger Weg, und ich wollte sicherstellen, dass gut für sie gesorgt ist", sagte sie 2023 in einem Interview mit NBC. Dann aber wurde sie doch gefragt, ob sie nicht Lust hätte auf einen Kurzauftritt. Blair sagte zu und nach einem Drehtag war ihre Szene im Kasten. Die Rolle mag klein sein, mit dem Ergebnis, so Blair, konnte man den Zuschauern aber immerhin ein "Lächeln ins Gesicht zaubern".

Für Linda Blair war "Der Exorzist" auch ein Martyrium

Blairs Auftritt in "Der Exorzist - Bekenntnis" ist in der Tat winzig. Am Ende des Films besucht Regan ihre erblindete Mutter, gespielt von Ellen Burstyn. Es kommt endlich zu einer Versöhnung zwischen den beiden, nachdem ein großer Streit sie entfremdet hatte. Ansonsten bietet der Film, was man von einer "Exorzist"-Fortsetzung erwartet. Vom Dämon besessen sind nun zwei Mädchen, doch ausgetrieben werden soll das Böse nicht von einem Priester, sondern von den Eltern der Kinder.

Dass die beiden Hauptdarstellerinnen, Angela Fielding und Katherine West, während der Dreharbeiten einen "sehr, sehr schwierigen Weg" haben würden, konnte Blair nur zu gut nachvollziehen. Sie hatte diese Erfahrung schließlich selbst machen müssen. Die Rolle Regans hatte ihr zwar viele Lorbeeren eingebracht. Sie wurde für ihre Leistung für einen Oscar nominiert und außerdem ermöglichten Film und Rolle ihr eine Schauspielkarriere.

Doch da gab es auch die Schattenseiten. Die Dreharbeiten von "Der Exorzist" waren für alle Beteiligten - gelinde gesagt - strapaziös, auch und besonders für die Hauptdarstellerinnen. Sowohl Burstyn als auch die damals 14-jährige Blair zogen sich schwere Rückenverletzungen zu, die sie noch lange danach plagen sollten. Hinzu kamen extreme psychischen Belastungen. Es heißt, Blair habe durch den Film eine Phobie gegen Kälte entwickelt, weil sie am Set lange in einem eiskalten Zimmer nur mit Unterwäsche und Nachthemd verbringen musste.

"Ich bin noch immer Darstellerin"

Dass sie ihre Schauspielkarriere mit den Jahren allmählich zurückgefahren hatte, bis sie sich zuletzt nahezu komplett aus dem Filmgeschäft zurückzog, hat aber weder mit den Erfahrungen am Set von "Der Exorzist" zu tun, noch mit dem "Exorzist"-Fluch, der auf sie durch den Mega-Erfolg des Films fortan lastete. Es überwogen irgendwann schlichtweg andere Leidenschaften und Interessen. Vor allem ihre Liebe zu Tieren kam der Leidenschaft zur Schauspielerei in die Quere.

Blair wurde zu einer entschiedenen Kämpferin für den Tierschutz, was sowohl ihr öffentliches Auftreten als auch ihr Privatleben prägen sollte. Ihre Unterstützung von Tierschutzorganisationen wie PETA, ihre eigene Einrichtung Linda Blair Worldheart Foundation, aber auch ihre vegane Ernährungsweise sind die Hebel, mit denen sie sich für das Tierwohl einsetzt. "Ich habe das Geschäft irgendwie unbewusst aufgegeben", sagte Blair der NBC, "weil ich den Tieren mein Wort gegeben hatte."

Nein, aufgegeben hat Blair die Schauspielerei nicht ganz. "Ich bin immer noch Darstellerin", beeilte sie sich hinzuzufügen. Und doch sind ihre Filmauftritte zuletzt merklich seltener geworden. Vor "Der Exorzist: Bekenntnis" war sie im Thriller "Landfill" (2021) zu sehen, und fünf Jahre zuvor in der Billigproduktion "Surge of Power" (2016), die wiederum drei Jahre nach der Komödie "Whoa!" erschien. Da war die Rollen früher deutlich enger getaktet, als sie mit Horrorfilmen wie "Exorzist II - Der Ketzer" oder "Scream - Schrei!" sogar um den Titel einer Scream Queen wetteiferte.

Linda Blair hatte in ihrem Leben mehrere Beziehungen, etwa mit dem australischen Sänger Rick Springfield, dem Deep-Purple-Bassisten Glenn Hughes und dem Schauspieler Wings Hauser ("Airwolf"). Verheiratet war sie nie, und auch kinderlos ist sie geblieben. So konnte sie sich ganz dem Tierwohl widmen. Mit ihrem eigenen körperlichen Befinden stand es nicht immer zum Besten. 2025 enthüllte die heute 67-Jährige, dass sie an Morbus Basedow erkrankt sei, einer Autoimmunerkrankung, die sich durch eine Überfunktion der Schilddrüse bemerkbar macht.

Quelle: teleschau – der mediendienst