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Ungewöhnliche "Tatort"-Karriere: Sie spielte einst eine Kommissarstochter - und wird jetzt Ermittlerin


Autor: Stefan Weber

, Freitag, 09. Oktober 2026

Ein neues Gesicht für die ARD-Krimireihe: Karoline Schuch ist als Polizeipsychologin Elli Krieger im Kieler "Tatort" zu sehen. Für die einstige Kommissarstochter aus Köln schließt sich damit ein Kreis.


Ihr erster Auftritt fällt eher kurz aus: Im "Tatort: Unter Freunden" (Sonntag, 11. Oktober, 20.15 Uhr, ARD) spricht Elli Krieger erst vergleichsweise spät ihre ersten, wenigen Sätze. Für längere Szenen muss die Psychologin bis zum "Tatort: Unter Feinden" warten, der eine Woche später läuft. Neuland ist die ARD-Reihe für Schuch nicht, vielmehr legt sie eine der ungewöhnlichsten "Tatort"-Karrieren hin: Zwischen 2001 und 2010 spielte sie in sechs losen Folgen des Kölner "Tatort" eine der beiden Töchter von Ermittler Freddy Schenk (Dietmar Bär). Und damit nicht genug: Im ersten Kieler Fall mit Almila Bagriacik, "Borowski und das Haus der Geister" (2018), hatte sie eine Episoden-Hauptrolle.

Als Elli Krieger darf sie Biografien und Beziehungsgeschichten von Tatpersonen analysieren und offene Fragen statt Ja-Nein-Fragen stellen. Schuch, die tatsächlich Psychologie studiert hat, reizte genau das. "Dieser Umstand hat mich besonders gereizt, weil damit für mich die klassische Kommissarsarbeit entfällt und es einen spannenden Kontrast zur Figur Mila Sahin geben wird", sagte sie in einem dpa-Interview.

"Erst mal weggeschmissen"

Hinter ihrem Einstieg in die Schauspielerei stand kein großer Plan: Schuch wuchs in Jena auf, gemeinsam mit ihrem vier Jahre jüngeren Bruder Albrecht, der später ebenfalls Schauspieler wurde. Mit sechs stand sie im "Kinderstudio Jena" erstmals auf der Bühne, später nahm sie früh professionellen Schauspiel- und Stimmunterricht. Dennoch zögerte sie lange, daraus einen Beruf zu machen. "Das hab ich aber immer wieder verworfen, weil ich dachte, davon träumen so viele und Geld verdient man damit auch nicht", erzählte sie im "Gala"-Interview. Der Impuls kam durch eine Begegnung in einem Club ihrer Heimatstadt. Ein Mann, "der eine Sonnenblume im Haar und einen Rock trug", sprach sie an und gab ihr eine Visitenkarte.

"Ich hab das erstmal gar nicht so ernst genommen und hab die Karte erst mal weggeschmissen." Erst zwei Wochen später meldete sie sich doch. Daraus entwickelte sich ein Casting und schließlich ihre Rolle in "Verbotene Liebe". In der Daily-Soap spielte sie ab 2000 Lara Cornelius. Über 248 Folgen hinweg war sie Teil der Serie, die sie nach einem Jahr aber wieder verließ.

Vom Soap- zum "Tatort"-Star

Eine feste Rolle hatte sie bald wieder: als Tochter im Kölner "Tatort". Die Reihe prägte ihre Laufbahn auch darüber hinaus. 2008 erhielt Schuch für die Frankfurter Folge "Bevor es dunkel wird" den Günter-Strack-Fernsehpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Parallel studierte sie Psychologie an der Freien Universität Berlin und schloss 2010 mit "sehr gut" ab. Daneben spielte sie in Produktionen wie "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" (2006), "Zweiohrküken" (2009) und "Zeiten ändern dich" (2010). 2014 hatte sie in "Hannas Reise" erstmals eine Kinohauptrolle, 2018 war sie in Michael "Bully" Herbigs Thriller "Ballon" zu sehen.

Dass sie trotz ihrer "Tatort"-Erfahrung erst spät ins Krimigenre vorstieß, überrascht fast. 2020 spielte sie in "Die Toten am Meer" erstmals eine Kommissarin. "Ich habe das bisher erfolgreich vermieden. Ich fand mich für so eine Rolle auch noch nicht reif genug", sagte sie damals der "Bild am Sonntag". Für die Rolle lernte sie unter anderem den Umgang mit einer Waffe und trainierte Freistilschwimmen, was sie nach eigener Aussage "fantastisch" fand.

Umzug aufs Land: Schuch wollte "keine Kreuzberger Mutti sein"

Während sie offen über ihre Rollen spricht, hält Karoline Schuch ihr Privatleben lieber aus der Öffentlichkeit heraus. Sicher ist: Sie lebt mit ihrem Partner und ihren zwei Kindern in Mecklenburg-Vorpommern. "Wir möchten, dass unsere Liebe privat bleibt. Er begleitet mich ja auch nicht über den roten Teppich", sagte sie 2017 dem Magazin "IN".

Den Umzug aus Berlin begründete sie auch mit ihrem Alltag als Mutter. "Es war sonnenklar für mich, dass ich keine Kreuzberger Mutti sein möchte", sagte sie dem Magazin "Emotion". "Die Heterogenität der Menschen auf dem Land bildet für mich viel eher die Realität ab als so eine Kreuzberger Blase." Freie Sonntage beschreibt sie als Tage, "indem wir einfach vor uns hinbröseln und in den Tag hineinleben".

Quelle: teleschau – der mediendienst