Schauspieler Mario Adorf mit 95 Jahren gestorben
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 09. April 2026
Der deutsche Schauspieler Mario Adorf ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Medienberichten zufolge ist Adorf in seiner Pariser Wohnung gestorben.
Trauer um Schauspiel-Legende Mario Adorf: Der Filmstar ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, bestätigte sein Manager Michael Stark sowie die Filmagentur Reinholz, dass der Schauspieler am Mittwoch, 8. April, in seiner Wohnung in Paris verstorben ist. Demnach sei Adorf nach "kurzer Krankheit eingeschlafen". Mario Adorf hinterlässt seine Ehefrau Monique sowie seine Tochter Stella aus seiner ersten Ehe.
Die Schauspiel-Legende war in über 200 Film- und Fernsehrollen zu sehen. Seine kräftige Statur verschaffte dem Schauspieler dabei schon in jungen Jahren eine Bühnenpräsenz, der sich kaum jemand entziehen konnte. Dabei führte sein Werdegang nicht direkt an die Otto-Falckenberg-Schule in München, sondern über ein Studium in Mainz, diverse Statistenjobs und eine Regieassistenz in seiner Geburtsstadt Zürich. Doch nicht nur die imposante Figur, sondern auch seine freundlich und funkelnden Augen verliehen Mario Adorf seine ganz eigene Ausstrahlung, die nur schwer zu kopieren war.
"Nachts, wenn der Teufel kam" brachte Mario Adorf den großen Durchbruch
Mit allem gesegnet, was einen vielseitigen Schauspieler ausmacht, begann Mario Adorf seine Filmkarriere als Schurke in "Nachts, wenn der Teufel kam" (1957). Dank seiner italienischen Wurzeln väterlicherseits durfte er auch immer wieder als Mafioso vor die Kamera treten, etwa in "Der Mafia-Boss" (1972), "Die Ermordung Matteotti" (1973) oder "Allein gegen die Mafia" (1984). Auch in ausländischen Produktionen, denn Mario Adorf sprach vier Sprachen fließend.
Mit der Rolle des Alfred Matzerath in der preisgekrönten "Blechtrommel" schnupperte er 1980 sogar Oscar-Luft. In "Via Mala" lehrte der große Mario 1985 als despotischer Patriarch nicht nur seine Familie das Fürchten. Doch auch mit Kindern konnte er immer gut, und so machte er Bekanntschaft mit "Momo" (1986), "Mino" (1986) und "Die Rote Zora"(2008) und gab in "Es ist ein Elch entsprungen" (2005) sogar den Weihnachtsmann.
"Der Oscar ist eine Belohnung - entweder sie kommt, oder sie kommt nicht"
Die Verehrung, die ihm sein Publikum seit Jahren entgegenbrachte, war vonseiten der Regisseure jedoch nicht immer gegeben, wie der Star später beklagte. Oft habe sich Mario Adorf einer stereotypen Besetzung fügen müssen, und nur selten fand er Gehör für seine eigenen Ideen, wie bei der TV-Produktion "Krokodil", die er selbst in die Wege leitete.
Aus seinen zahlreichen Filmpreisen macht er sich nach eigenen Angaben nicht allzu viel. So erklärte er einst: "Ich habe nie eine Auszeichnung angestrebt. Die haben sich ergeben, aber ich habe nie etwas gezielt dafür getan. Selbst der Oscar sollte kein Ziel für einen Filmschaffenden sein. Das ist eine Belohnung - entweder sie kommt, oder sie kommt nicht."
Quelle: teleschau – der mediendienst