Teenie-Schwarm der 80er-Jahre: So lebt Pierre Cosso heute
Autor: Stefan Weber
, Freitag, 16. Oktober 2026
Pierre Cosso war der Sophie Marceaus Schwarm aus "La Boum 2" und landete mit Bonnie Bianco und "Stay" einen der größten Schmusehits der 80er-Jahre. Seine Schauspielkarriere beendete er vor gut 20 Jahren, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen.
Sie bildeten im Rockmusik-Märchen "Cinderella 80" (Samstag, 17. Oktober, 20.15 Uhr, MDR) ein absolutes Traumpaar: Wenn Bonnie Bianco und Pierre Cosso ihr Duett "Stay" anstimmten, schmolzen in Deutschland Millionen Fan-Herzen, das Duett schaffte damals 1984 sogar den Sprung auf Platz eins der deutschen Charts. Und dabei konnten die beiden einander kaum ertragen. In der "Bravo" packten sie aus: Bianco fand ihren Filmpartner "ungeduldig, aggressiv, arrogant", Cosso hielt dagegen, ihr Manager und ihr Onkel hätten die junge Kollegin "wie eine Nonne" unter Verschluss gehalten.
Auf der Leinwand merkte man davon nichts. Der Film sollte für die beiden Jungstars ihr größter Erfolg bleiben. Während Bonnie Bianco sich (weitgehend erfolglos) als Sängerin versuchte und zuletzt 2012 ein Album mit christlicher Musik veröffentlichte, machte Pierre Cosso in Film und Fernsehen Karriere. Doch inzwischen hat der 65-Jährige der Filmbranche komplett den Rücken zugekehrt.
Zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen
Eigentlich war Cosso für eine Karriere als Fotomodell prädestiniert. Die Rolle, die alles veränderte, bekam er fast zufällig: 1982 spielte er in "La Boum 2" den Philippe, den Adonis mit dem azurblauen Blick, der sich in Sophie Marceaus Vic verliebt. Danach ging alles schnell: Von einem Tag auf den anderen war er ein Star. Und das nicht nur in seiner Heimat: In Italien war der "La Boum"-Hype sogar noch größer als in Frankreich.
Dort fühlte er sich wohl und drehte Filme und Serien, die ihm eine internationale Karriere eröffneten: Mit "Cinderella 80" folgte 1984 der nächste große Erfolg, zwei Jahre später war er in der deutsch-italienischen Weihnachtsserie "Mino - Ein Junge zwischen den Fronten" zu sehen. 1987 gelang ihm mit "Face Your Life" ein weiterer Top-10-Hit als Sänger. Bis 2008 kamen über 30 Film- und Fernsehrollen zusammen, darunter die Serie "St. Tropez" (1996) und die Horrorkomödie "American Werewolf in Paris" (1997).
Cosso: "Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich mein Leben verpasst hatte"
Der Ruhm reichte ihm nicht. Er habe einen Großteil seines Lebens zwischen Paris, Rom und den USA verbracht, sagte Cosso 2022 der französischen Frauenzeitschrift "Voici": "Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich mein Leben verpasst hatte". Aufgewachsen mit Büchern über die ersten Seefahrer, wollte er in die Fußstapfen des berühmten französischen Seglers Bernard Moitessier treten. Alle hielten ihn für verrückt. Cosso ließ dennoch die Schauspielerei hinter sich und heuerte in Französisch-Polynesien als Skipper an. Eine "radikale Entscheidung" sei das gewesen, verriet er 2011 dem "Stern", doch das Meer habe ihn Respekt und Demut gelehrt.
Heute lebt Cosso mit seiner Frau Rautea, die er in Polynesien kennenlernte, und seinen Kindern in seiner neuen Wahlheimat. Dass er in Europa ein gefeierter Schauspielstar war, interessiert in der Südsee niemanden. Neben seiner Arbeit als Skipper widmet er sich immer noch seiner großen Leidenschaft, der Musik: 2022 erschien sein Album "Pour un monde meilleur", entstanden nach dem Tod seines Vaters. Um nicht in den Abgrund zu stürzen, habe er sich "an die Saiten meiner Gitarre geklammert", erklärte er gegenüber "Voici". Doch nicht nur in der Musik findet er Trost und Ablenkung: Wenn ihm alles zu viel wird, steigt Cosso als Hobbypilot in den Flieger. "Die Welt von oben zu sehen bringt alles wieder ins Gleichgewicht", sagte er einst.