"Tatort"-Kommissarin wird 65: So sah Ulrike Folkerts bei ihrem ersten Fall aus
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 13. Mai 2026
An über 100 TV- und Film-Produktionen hat Ulrike Folkerts in ihrer Karriere bislang mitgewirkt, bekannt ist sie aber vor allem als Lena Odenthal, dienstälteste "Tatort"-Kommissarin. Zu ihrem 65. Geburtstag erinnern wir an ihren ersten Fall.
Vor mehr als 36 Jahren lernte Fernseh-Deutschland eine Figur kennen, die es bis heute begleitet: In "Die Neue" trat Ulrike Folkerts ihren ersten Fall als Ludwigshafener "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal an. Die damals 28-Jährige verkörpert die in dieser ersten Folge zur Hauptkommissarin beförderte Ermittlerin bis heute. Damit ist sie nicht nur die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin, sondern hat inzwischen Horst Tappert ("Derrick") als dienstältesten aller Ermittler im deutschen Fernsehen überholt.
1999 noch unfreiwillig von der "Bild"-Zeitung als lesbisch geoutet, ist Folkerts, die am Donnerstag, 14. Mai, ihren 65. Geburtstag feiert, heute eine der präsentesten queeren Prominenten im deutschen Fernsehen. Die begeisterte Sportlerin nimmt regelmäßig an queeren Sportevents teil und setzt sich für mehr Sichtbarkeit queerer Personen sowie mehr Diversität im deutschen Film ein.
Nach dem Abitur in ihrer Geburtsstadt Kassel studierte Ulrike Folkerts erst Theater- und Musikwissenschaft, ehe sie sich 1982 für eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover entschied, die sie 1986 abschloss. Ein Jahr später gab sie ihr Filmdebüt in Ralf Huettners "Das Mädchen mit den Feuerzeugen", einer modernen Version des Märchens "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" von Hans Christian Andersen. 1989 folgte der erste "Tatort"-Einsatz, bei dem die heute für ihre gelockten, etwa schulterlangen Haare bekannte Schauspieler ihr braunes Haar noch kurz trug.
1991 löste Lena Odenthal einen Skandal aus
1991 löste eine "Tatort"-Ausgabe, in der Ben Becker als alte Liebe Lena Odenthals zu sehen war, einen kleinen Skandal aus: In "Tod im Häcksler" wird ein Aussiedler von einem wütenden Mob verfolgt. Was als Kommentar zum erneuten Erstarken von Fremdenfeindlichkeit in den frühen 90er-Jahren gedacht war, wurde den Filmemachern speziell von Menschen in der Pfalz übelgenommen, wo der Fall spielte. Die fühlten sich als gewalttätige Menschenfeinde verunglimpft. "Wir hatten uns die Pfalz nicht ausgesucht, weil wir glaubten, dass die Menschen dort so sind", stellte Folkerts 2019 im Interview mit der Agentur teleschau klar. Vielmehr setzte sich die Folge mit der Vergangenheit Lena Odenthals auseinander, die selbst aus der Pfalz stammt.
Zu ihrer ewigen Rolle als Lena Odenthal hatte Folkerts nicht immer eine einfache Beziehung. Auf die Frage, ob sie die Figur manchmal als ihren "goldenen Käfig" betrachte, antwortete die Schauspielerin im teleschau-Interview: "Eine Zeit lang empfand ich es ein bisschen so, aber ich habe mich von dieser Sichtweise freigeschwommen." Lena Odenthal habe ihr "auch ganz viel gegeben", zog sie damals eine vorläufige Bilanz. "Das vergesse ich nicht."
Quelle: teleschau – der mediendienst