Stephen Kings "Carrie" bekommt zweite Staffel - Hauptdarstellerin warnt vor Cybermobbing
Autor: Teleschau
, Freitag, 23. Oktober 2026
Nach dem weltweiten Erfolg von "Carrie" hat Prime Video eine zweite Staffel bestätigt. Die Hauptdarstellerinnen Summer H. Howell und Samantha Sloyan sprechen über die dunkle Mutter-Tochter-Beziehung, Angst und die Gefahren sozialer Medien.
Stephen Kings "Carrie" ist zurück - und diesmal ist nach dem Abschlussball noch lange nicht Schluss. Nur zwei Wochen nach dem Start der Horrorserie hat Prime Video eine zweite Staffel bestellt. Die Neuinterpretation von Mike Flanagan erreichte nach Angaben des Streamingdienstes Platz eins in mehr als 105 Ländern. Alle acht Folgen der ersten Staffel sind bereits bei Prime Video verfügbar.
Summer H. Howell spielt die junge Carrie White, die nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer streng kontrollierenden Mutter Margaret (Samantha Sloyan) aufwächst. Als Carrie auf eine öffentliche Highschool kommt, wird sie zur Zielscheibe ihrer Mitschüler. Ein Mobbing-Skandal verbreitet sich über soziale Medien, während in ihr übernatürliche Kräfte erwachen. Für die Hauptrolle hatte sich Howell gegen rund 1.500 Bewerberinnen durchgesetzt. Die endgültige Zustimmung kam von Stephen King persönlich. "Dass er die Serie mag, ist einfach unglaublich", erzählt die Schauspielerin gegenüber teleschau.
"Mobbing ist nicht verschwunden"
Für Howell ist vor allem die Aktualität der Geschichte erschreckend. "Mobbing ist nicht verschwunden", sagt sie: "Durch Social Media ist es eher noch schlimmer geworden." Ihre Generation sei praktisch darauf programmiert, ständig online zu sein. "Jeder kann dich jederzeit erreichen. Auch die Mobber können dir bis nach Hause folgen." Besonders schlimm findet Howell, dass junge Menschen heute kaum noch Fehler machen können, ohne dass diese öffentlich festgehalten werden. "Sie müssen die Möglichkeit haben, Fehler zu machen, ohne dass alles dokumentiert, mit der ganzen Gemeinschaft geteilt wird und für immer im Internet bleibt." Jugendliche sollten erst herausfinden dürfen, wer sie eigentlich sind, bevor sie sich eine Online-Persönlichkeit erschaffen.
Auch Samantha Sloyan wollte Carries Mutter anders zeigen, als man sie aus früheren Verfilmungen kennt. Showrunner Mike Flanagan stellte ihr zu Beginn eine entscheidende Frage: "Was wäre, wenn Margaret und Carrie einander lieben?" Für Sloyan veränderte dieser Gedanke die gesamte Figur. Margaret sollte weiterhin gefährlich und furchteinflößend sein, ihre Grausamkeit aber aus einer fehlgeleiteten Liebe zu ihrer Tochter entstehen.
Sloyan selbst hat keine Kinder. Für ihre Rolle griff sie deshalb auf ihre eigenen Erfahrungen als Tochter zurück. Sie habe versucht zu verstehen, wie schwer es einer Mutter fallen könne, ihr Kind erwachsen werden zu lassen. "Margaret ist auf herzzerreißende Weise unfähig, ihre Tochter loszulassen", erklärt sie im Gespräch mit teleschau. Gerade weil Carrie ihre Mutter liebe und ihr vertraue, werde deren Verhalten noch schmerzhafter.
"Wir hatten nur ungefähr drei Versuche" für die berühmte Blutdusche
Auf die Frage, ob Angst manchmal das Gefährlichste sei, was Menschen in ihre engsten Beziehungen hineintragen, antwortet Sloyan: "Wenn man jemanden mehr als alles andere liebt, ist der Gedanke, dass diesem Menschen etwas passieren könnte, erschreckend." Entscheidend sei, wie man mit dieser Angst umgehe. Margaret reagiere darauf mit Gewalt und Aggression.
Howell gibt zu, dass sie für besonders emotionale Szenen sogar ihre eigene Angst nutzte. "Ich verwende meine Angst davor, meine Familie zu verlieren, beim Schauspielern", erzählt sie. In einer Szene mit Mr. Morton seien die Gedanken in ihrem Kopf deshalb sehr real gewesen.