Sie revolutionierte das Frauenbild Hollywoods: Was macht Faye Dunaway heute?
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 14. Januar 2026
Als Ganovin wurde Faye Dunaway in "Bonnie und Clyde" 1967 zur Filmikone, die bei der Normalisierung starker Frauenrollen Pionierarbeit leistete, am 14. Januar wird Faye Dunaway 85 Jahre alt. Was macht die Schauspielerin heute?
Die Geschichte des Gangsterpärchens Bonnie Parker und Clyde Barrow, das zwischen 1930 und 1934 durch eine brutale Verbrechensserie berüchtigt wurde, ehe sie in einem von der Polizei beschossenen Wagen ein gemeinsames Ende fanden, fasziniert bis heute. 1967 inspirierte die reale Geschichte des Paares Hollywood zu dem Film "Bonnie und Clyde", der wiederum zu den Schlüsselwerken des New Hollywood gehört, einer filmischen Bewegung, die die US-Filmindustrie weg von der Traumfabrik lenkte, hin zu mutigeren Themen und Geschichten.
So wie eben die von Bonnie und Clyde. Die Rolle der Bonnie Parker wurde in dem von Arthur Penn realisierten Film von Faye Dunaway verkörpert. Und auch Dunaway leistete mit ihrer Performance, so wie der Film selbst, einen Beitrag zur Modernisierung von Hollywood. Denn ihre Bonnie, die sie an der Seite von Warren Beattys Clyde spielte, war ganz anders als die weiblichen Hauptfiguren, die man vom Hollywood der vorherigen Jahrzehnte gewöhnt war. Sie war tough, stark und kaltblütig. Der Erfolg des Films zeigte, dass weibliche Figuren vielschichtiger sein können als der Idealtyp.
Eine Frau für starke Rollen
Doch Bonnie Parker war kein Einzelfall. Nach dem Erfolg des Films war Dunaway weiterhin vor allem als starke Frau gefragt, die den Männern an ihrer Seite Parole bieten konnte, etwa in "Thomas Crown ist nicht zu fassen" (1968, mit Steve McQueen), "Chinatown" (1974, mit Jack Nicholson) und "Die drei Tage des Condor" (1975, mit Robert Redford).
Ihre Leistungen in "Bonnie und Clyde" und "Chinatown" brachten ihr Oscarnominierungen ein, gewinnen sollte sie die Trophäe dann für die Satire "Network" (1976). Es sollte der vorläufige Höhe- und Endpunkt ihrer Erfolgsjahre in Hollywood werden. Dunaway verließ Hollywood und zog nach Großbritannien, wo sie eine Familie gründete. Erst als die Ehe mit dem Fotografen Terry O'Neill zerbrach, setzte sie sich in ein Flugzeug zurück nach Hollywood und war wieder regelmäßig auf der großen Leinwand zu sehen.
Professionelle Rückschläge in den 2010er-Jahren
Auch außerhalb ihrer Filmrollen setzte sich Dunaway für die Rechte von Frauen in der Branche ein. 2008 brüskierte sie sich darüber, dass sie keine Rolle als Love Interest von Schauspielern wie Jack Nicholson und Clint Eastwood bekommen würde, weil sie dafür zu alt sei. "Warum sollte ich Schwestern und Mütter spielen, während Typen wie Jack und Clint, die älter sind als ich, auf der Leinwand Liebhaberinnen haben, die halb so alt sind wie sie selbst?"
Die 2010er-Jahre waren geprägt von professionellen Rückschlägen für die Schauspielerin. Im Sommer 2014 musste sie ihr eigenes Herzensprojekt schweren Herzens aufgeben: Bereits 1997 hatte sich die Rechte für das Theaterstück "Master Class" gesichert, um eines Tages eine eigene Verfilmung zu realisieren. 2009 begannen die Dreharbeiten für das Projekt, an dem auch Al Pacino und Val Kilmer beteiligt waren.
Doch die Produktion lief aus dem Ufer und das Budget war aufgebraucht, bevor der Film fertig war. Im selben Jahr musste sie aus gesundheitlichen Gründen die Dreharbeiten zu dem französischen Drama "Wir sind alle Astronauten" abbrechen und wurde durch Isabelle Huppert ersetzt. Im selben Jahr gab die Schauspielerin zu Protokoll, ihre Karriere sei "im Prinzip vorbei", sie habe aber dennoch nicht vor, in den Ruhestand zu gehen.