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Shootingstar und neues "Supergirl": Wer ist eigentlich Milly Alcock?


Autor: Wilhelm Flemmer

, Donnerstag, 25. Juni 2026

Nach "Superman" macht sich nun auch "Supergirl" daran, die Welt zu retten. Die Titelrolle in der Comicverfilmung spielt die australische Schauspielerin Milly Alcock. Ein Shootingstar, um dem bald kein Weg vorbeiführen wird.


Sie spielt "Supergirl" und steht damit vor einer großen Karriere. Denn das hat uns die Vergangenheit gelehrt: Wer in Hollywood die Rolle eines Helden, einer Heldin aus dem Superheldenkosmos an Land zieht, bleibt selbst lange im Trockenen. Umso mehr, wenn es sich um einen Superstarken aus den Marvel- oder DC-Universen handelt. Weil in dem Fall eine Rolle nicht nur verpflichtet, sondern auch berechtigt - für weitere Auftritte etwa in den Filmnetzwerken der Studios. Insofern wird von Milly Alcock, der "Supergirl"-Darstellerin, in Zukunft noch einiges zu hören sein.

Aber damit, wie es ist, Teil eines großen Marken-Universums zu sein, kennt sich die australische Schauspielerin längst bestens aus. In der HBO-Serie "House of the Dragon", dem Prequel zum Seriengiganten "Game of Thrones", spielte sie immerhin eine zentrale Rolle. Eine Figur zumal, die mit dem Titelcharakter in "Supergirl" durchaus Gemeinsamkeiten hat - wenn jedenfalls außerordentliche Fähigkeiten als Maßstab gelten: die Prinzessin und Drachenreiterin Rhaenyra Targaryen.

Mit "House of the Dragon" schaffte die heute 26-Jährige den internationalen Durchbruch, nachdem sie zuvor in diversen australischen Serien aufgefallen war: im Historiendrama "A Place to Call Home" etwa, wo sie einen Kurzauftritt hatte, der Mini-Krimiserie "The Gloaming" - auch hier in einer Nebenrollen - oder und besonders: mit ihrer Hauptrolle einer jugendlichen Ausreißerin in der Road-Trip-Serie "Upright". Endgültig in Hollywood kam Alcock aber mit dem "Superman"-Film von James Gunn an, in dem nicht nur ihr Supergirl eingeführt, sondern auch sie im DC-Kosmos verankert wurde.

Gebrochene Superhelding, ungeschliffene Darstellerin

"Supergirl" ist Teil des neuen DC-Universe, das die DC-Studio-Chefs James Gunn und DC Studios im vergangenen Jahr mit "Superman" aus der Taufe hieben und wodurch sie den neuen Superheldenfilm-Komplex von den bisherigen Comicverfilmungen aus der Warner Bros.-Schmiede abgrenzen wollen. Die Neuausrichtung geht auch mit einer Neujustierung der Charaktere einher. Für Supergirl heißt das: Anders als die makellos-adrette, mustergültig-brave Weltenretterin in der 2021 eingestellten Serie mit Melissa Benoist ist Alcocks Supergirl ein gebrochenes Wesen - rebellisch, wild und unangepasst, weil aus der Bahn geworfen durch seelische Traumata.

Diese Charakteranlage der einstmals so strahlenden Superheldin, die in ihrem neuen Abenteuer nach erfahrenem Leid eher die Flucht antritt, als sich den Herausforderungen zu stellen, sagte Alcock besonders zu. Warum? Weil sie sich selbst in diesem Verhalten wiedergegeben sah, wie sie gegenüber "Variety" gestand. "Meine persönliche Erfahrung als Milly spiegelte die Erfahrung von Kara (Zor-El, Supergirls "bürgerlicher" Name) wider", sagte sie. "Und die lautete: 'Versteck dich. Lauf weg. Tu so, als würde es nicht passieren'. Und dann muss man sich dem stellen, um einen Teil von sich selbst zu heilen, den man vernachlässigt hat."

Dass Flucht und Verstecken gerade in der Filmbranche einen nicht weiterbringt, dass es hart zu arbeiten gilt, auch an sich selbst, will man Ziele nicht aus dem Blick verlieren, das lernte die in Sydney geborene und dort mit zwei Brüdern aufgewachsene Schauspielerin früh. Selbst als Alcock längst die Hauptrolle in "Upright" spielte, da war sie 18, arbeitete sie nebenher als Tellerwäscherin, buchstäblich, in einem Restaurant in Sydney. Warum? Vielleicht weil sie nicht abheben wollte? Sich nicht abzuheben traute? Aus Skepsis, das Erreichte auch schnell wieder zu verlieren?

Die Schauspielerei veränderte Alcocks Leben

Ihr Ziel jedenfalls, Schauspielerin zu werden, hatte sie schon als Kind anvisiert. Als Kind sammelte sie auch schon die ersten Schauspielerfahrungen. In einer Musical-Schulaufführung des "Rotkäppchen"-Märchen spielte sie die Hauptrolle, danach war sie Feuer und Flamme und sie wusste: Das will sie machen, wenn sie groß ist. "Ich erinnere mich, wie ich auf der Bühne stand", sagte sie zu "The Standard". "Ich hatte dieses euphorische Gefühl. Und ich dachte mir: 'Das will ich auch, was auch immer es ist. So möchte ich mich für den Rest meines Lebens fühlen'."

Die Schauspielerei gibt ihr nicht nur die Gefühle, die sie braucht, sie habe auch ihr Leben verändert, wie Alcock in Interviews nicht aufhört zu betonen. "Ich war nicht in der Lage, mich in meinem Leben voll und ganz auszudrücken", sagte sie gegenüber "Variety". "In meinen Beziehungen habe ich Dinge für mich behalten. Und die Schauspielerei bot mir dieses wirklich sichere Ventil, in dem ich alles fühlen konnte. Meine emotionale Unausgeglichenheit wurde gelobt und galt als das Beste an mir."

Und selbst ihren früheren Drang, wegzulaufen und sich zu verstecken, konnte sie überwinden. Dank ihres Berufs und dank "Supergirl" im Speziellen. Im Gespräch mit "Variety" erinnerte sich Alcock an die Panik, die sie spürte, als sie zum ersten Mal das Drehbuch las. An die Gefühle, die sie, überwältigt von der bevorstehenden Mammutaufgabe, fast zur Flucht bewogen hätten. Diesmal aber sei sie nicht geflohen, wie Supergirl - so viel darf verraten sein - habe sie sich der Herausforderung gestellt. "Ich schaute in den Spiegel und dachte: "Wer bin ich, dass ich diese Chance ausschlagen könnte?". Und ich wusste, dass ich das tun musste, weil es mir Angst machte."

"Supergirl" ist ab 25. Juni in den deutschen Kinos zu sehen.

Quelle: teleschau – der mediendienst