Roland Kaiser glaubt: AfD könnte sich in Regierungsverantwortung "selbst entzaubern"
Autor: Teleschau
, Dienstag, 30. Juni 2026
Schlagersänger Roland Kaiser ist bekannt dafür, politisch Position zu beziehen. In einem Interview hat er nun über die AfD gesprochen und erklärt, warum er glaubt, dass sich die Partei in einer möglichen Regierungsverantwortung sogar selbst entzaubern könnte.
Roland Kaiser steht nicht nur seit Jahrzehnten erfolgreich auf der Musikbühne, der 74-Jährige bezieht auch immer wieder politisch Stellung. Im Interview mit der "Welt am Sonntag" äußert sich der Schlagersänger nun unter anderem zu der Möglichkeit, dass die AfD im aktuellen Wahljahr in mehreren Bundesländern stärkste Kraft werden könnte - und gab sich gelassen.
Denn sollte die Partei nach einer Wahl in einem Bundesland die Regierung übernehmen, würden die Menschen sehen, "was sie von dem umsetzen wird, das sie ihnen als Wahlprogramm präsentiert hat", betont Kaiser. In dieser Situation müsse die AfD zeigen, "was sie wirklich kann". Es sei, so der Sänger, "gut möglich, dass sich die AfD dann selbst entzaubert".
Angesprochen auf die Brandmauer zur AfD betont Kaiser, er sei "kein Politikwissenschaftler und auch nicht von Beruf politischer Kommentator". Die Entscheidung liege bei den jeweiligen Parteien.
Roland Kaiser: "Nur weil manches nicht optimal läuft, lege ich nicht meine Überzeugung ab"
Kaiser selbst ist seit 2002 Mitglied der SPD. Trotz der derzeit schwierigen Lage seiner Partei sieht der Sänger keinen Anlass, ihr den Rücken zu kehren. "Dass Parteien, genau wie Menschen oder Organisationen, Berg- und Talfahrten erleben, ist doch normal. Nur weil manches nicht optimal läuft, lege ich nicht meine Überzeugung ab", erklärt er. Die Grundsätze und viele Leistungen der Partei finde er "nach wie vor großartig". Allerdings sei die Situation für viele Parteien aus der Mitte nicht ideal, dazu zähle auch die SPD.
Für Kaiser steht fest: "Die SPD ist nach wie vor eine grunddemokratische Partei." Sie stehe für "die Werte, für die sie immer stand. Ob sie im Moment verstanden wird, und ob die Politiker, die diese Werte transportieren, alles richtig machen, ist eine andere Frage", betont er. Er appelliert an die Politik, dass es derzeit wichtig sei, die Arbeit "so transparent zu machen, dass sie bei den Menschen ankommt. Ich hoffe, dass alle Parteien der Mitte die Kurve kriegen, denn sie sind enorm wichtig".
Quelle: teleschau – der mediendienst