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Roland Kaiser: "Gendern war für mich nie ein Problem"


Autor: Teleschau  

, Freitag, 02. Oktober 2026

Schlagertexte sind flach, belanglos und ohne Tiefgang? Keineswegs. Roland Kaiser, mit der größte Star der Szene, sprach im ZDF über politische und gesellschaftliche Hintergründe in seinen Texten.


"Ich will nicht belehrend wirken - und auch nicht verdummend", sagt Schlager-Ikone Roland Kaiser (74) mit über 90 Millionen verkauften Tonträgern einer der größten Stars der Szene. "Ich will einfach nur unterhalten, möglichst gut unterhalten."

In der ZDF-Dokumentation "Terra Xplore: Warum lieben wir Schlager?" (Sonntag, 4. Oktober, 17.15 Uhr, ZDF, vorab in der Mediathek) unterhielt sich Psychologe und Moderator Leon Windscheid mit dem Schlagerstar, der seit über 50 Jahren auf der Bühne steht und seine Fans begeistert. Wie konnte er sich all die Jahre im Business so überzeugend behaupten? "Ich bin 1:1. Ich bin so, ich verstelle mich nicht. Ich muss keine Rolle spielen", sagt Kaiser, gelernter Autoverkäufer.

Die Zeiten ändern sich. Das müsse man verstehen, betont der 74-Jährige. "Verändern, ohne sich zu verlieren." Und auch wenn es in drei Viertel aller deutschen Schlager um Liebe geht, sind bei Kaiser die Themen vielschichtiger geworden. "Ich glaube, dass sich auch Sprache verändert", sagt er, und deshalb: "Gendern war für mich nie ein Problem."

Roland Kaiser: "Einen Hit-Riecher hat kein Mensch"

Kaiser will die Texte im Schlager aber auch nicht überbewerten. "Eine kleine Geschichte", sollten die Songs erzählen und "im Reimschema ordentlich" sein. Den Spaßkollegen von der Partyschlager-Fraktion spricht er da seinen Respekt aus. "Die haben sehr originelle Texte mittlerweile, manche sind sehr clever und mit Zweideutigkeiten, die sehr originell sind."

Trotzdem polarisiert der Schlager wie kein anderes Genre. Wenn ihm jemand sagt, er sei "nur ein Schlagersänger", entgegne er: "Aber erst mal einer werden." Aber er sei halt doch kein Rod Stewart, hörte er mal. Sein Konter: "Ich bin da ganz tiefenentspannt - wir spielen ja in denselben Hallen, der Rod Stewart und ich." Und außerdem geht der Schotte nächstes Jahr auf Abschiedstournee. Die dürfte bei Kaiser noch länger auf sich warten lassen.

Kennt er nach all den Jahren und Riesenerfolgen die Formel für einen sicheren Hit? "Nein", versichert der gebürtige Berliner in der ZDF-Doku. "Ob es was wird, weiß man vorher nie. Einen Hit-Riecher hat kein Mensch. Keiner macht nur Nummer-eins-Hits. Es gibt kein Rezept."

Quelle: teleschau – der mediendienst