"Reich wurde ich aber nicht": So lebt "Colt für alle Fälle"-Star Lee Majors heute
Autor: Stefan Weber
, Donnerstag, 21. Mai 2026
Mit einem Cameo-Auftritt in "The Fall Guy" feierte Lee Majors ein kurzes Leinwand-Comeback: Als Colt Seavers schrieb er TV-Geschichte - reich sei er aber durch die Rolle nicht geworden.
Bloß nicht zu früh abschalten: Der vielleicht schönste Moment von "The Fall Guy" (Free-TV-Premiere am Sonntag, 24. Mai, 20.15 Uhr, ProSieben) kommt während des Abspanns: In der Kino-Neuauflage von "Ein Colt für alle Fälle" hat Lee Majors, der in der 80er-Serie die Hauptrolle als Colt Seavers spielte, einen kleinen Gastauftritt. In einem Cameo ist der inzwischen 87-Jährige gemeinsam mit seiner früheren Serienpartnerin Heather Thomas zu sehen.
Dass er für die Neuverfilmung überhaupt angefragt wurde, freute Majors offenbar sehr. "The Fall Guy"-Regisseur David Leitch verriet, Majors habe ihn persönlich kontaktiert und ihm signalisiert: "Was auch immer du daraus machst, ich vertraue dir." Für den Schauspieler war die Rückkehr zu seiner Paraderolle mehr als nur ein Gastauftritt - sie war eine späte Verbeugung vor einer der Serien, die ihn weltberühmt machten. Auch wenn er sich davon wenig kaufen konnte.
"Ich kann meine Rechnungen zahlen, und das war's"
In den 1980er-Jahren war Lee Majors einer der bekanntesten TV-Stars der Welt. Als Stuntman und Kopfgeldjäger Colt Seavers sprang er in "Ein Colt für alle Fälle" von Hochhäusern, flog mit Autos durch die Luft und sang mit "The Unknown Stuntman" sogar den Titelsong selbst. Dabei war Majors schon vorher ein Star. In den USA hatte ihn "Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann" in den 1970er-Jahren berühmt gemacht. Als technisch aufgerüsteter Testpilot Steve Austin wurde er zum Gesicht des Action-Fernsehens. Doch es war die Figur des Colt Seavers, die ihn auch in Deutschland unsterblich machte.
Es war eine Rolle, für die er alles gab: Majors übernahm viele seiner Stunts selbst. Rund drei Viertel, sagte er einmal. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Verantwortung: "Wenn ein Stuntman für mich Kopf und Kragen riskiert, kommt es schon mal vor, daß er sich dabei verletzt. Dann fühle ich mich immer sehr mies". Heute zahlt er dafür einen Preis. In einem "Bild"-Interview zu seinem 80. Geburtstag 2019 erzählte er, dass er kurz zuvor seine zweite Knieprothese implantiert bekommen habe: "Das habe ich jetzt davon, dass ich damals alle meine Stunts selbst gemacht habe.
Unbedingt ausgezahlt hat sich der volle Körpereinsatz nicht: Dass seine Serien bis heute laufen, hat Lee Majors zwar weltweit berühmt gemacht: "Reich wurde ich aber nicht", sagte er der "Bild". Der Grund: Zu seiner großen Zeit waren Tantiemen oft kein Bestandteil der Verträge. Die Serien laufen weiter - er verdient daran aber kaum mit. "Ich kann meine Rechnungen zahlen, und das war's. Das ist aber in Ordnung. Ich habe immerhin drei Scheidungen hinter mir. Finanziell fängt man da jedes Mal von vorne an."
Lee Majors denkt auch mirt 87 nicht an die Rente
Dass Lee Majors überhaupt Karriere machte, war alles andere als selbstverständlich. Geboren als Harvey Lee Yeary, verlor er seinen Vater noch vor seiner Geburt. Seine Mutter starb, als er vier Jahre alt war. Er wuchs bei Verwandten auf - eine schwere Kindheit, die ihn prägte. Mit seinen 1,92 Meter Körpergröße war er prädestiniert für eine Sportkarriere: Dank eines Football-Stipendiums studierte er an der Indiana University. Die Schauspielerei kam später - zunächst mit kleineren Rollen, dann mit der Serie "Big Valley", in der er in vier Staffeln den Westernhelden Heath Barkley mimte.