Peter Giesel warnt vor großem "Urlaubs-Abzocke-Trend"
Autor: Friederike Hilz
, Mittwoch, 15. Juli 2026
Wer an Urlaubsbetrüger gerät, kann schnell viel Geld verlieren. Verbraucherschützer Moderator Peter Giesel erklärt im Interview, mit welcher Methode Betrüger Touristen derzeit hinters Licht führen wollen - und kritisiert deutsche Behörden.
In den meisten Bundesländern sind bereits Sommerferien, was für viele Familien Urlaub bedeutet - und für Betrügerinnen und Betrüger Hochsaison. Wie sie Touristinnen und Touristen versuchen, über den Tisch zu ziehen, deckt Peter Giesel mit seinem Team seit über zehn Jahren in "Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur" auf. Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau zur zwölften Staffel (ab Donnerstag, 16. Juli, um 20.15 Uhr, sechs neue Folgen wöchentlich auf Kabel Eins) erklärt der Verbraucherschützer, auf was Urlauber gerade achten müssen: "Der große 'Urlaubs-Abzocke-Trend' sind Fake-Ferienwohnungen."
Das sei besonders in Kroatien ein "massives Problem", gegen das "nicht wirklich" vorgegangen werde. Auch im Süden Frankreichs ist laut dem Verbraucherschützer Vorsicht geboten. Sicherer können sich Urlauberinnen und Urlauber hingegen auf Mallorca sein: Dort gebe es Registrierungsnummern und "mit diesen kann man vorab auf staatlichen Seiten kontrollieren, ob es das Haus oder die Wohnung auch wirklich gibt", erklärt Giesel.
Peter Giesel kritisiert deutsche Behörden
Sollte man also lieber direkt bei einem Reiseveranstalter buchen, um auf der sicheren Seite zu sein? Auch da müsse man vorsichtig sein, warnt Giesel: "Es ist zwar kein Massenphänomen, aber trotzdem eine Straftat." Auf einem Reiseportal, das gar nicht existiert, hätten Urlauber für mehrere tausend Euro ihre Pauschalreise gebucht und sogar einen sogenannten "Reiseversicherungsschein" erhalten, erzählt der Verbraucherschützer. "Aber die Reise gab es nicht. Das Geld war letztendlich weg, und die Opfer werden es vielleicht nie wiedersehen", sagt der 58-Jährige.
Viel Hoffnung, dass in so einem Fall die Behörden das Geld zurückholen können, hat Giesel nicht: "Ich habe das Gefühl, die Behörden sind sehr be- aber auch sehr überlastet mit Ermittlungen." Das Internet mache es Betrügerinnen und Betrügern leichter, ihre Opfer hinters Licht zu führen und sich selbst zu verstecken. "Man kann schlicht nicht jedem hinterher ermitteln, der online andere um Geld betrogen hat: Irgendwo wird die Beute schnell zu Krypto gemacht, und dann ist es weg", erklärt der 58-Jährige und kritisiert: "Die schnellen Ermittlungsgruppen, die sowas effektiv verfolgen, auf die warte ich noch, muss ich ehrlich sagen."
Quelle: teleschau – der mediendienst