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Patrice Aminati (30) spricht über Lebensende - Vater wird emotional


Autor: Isabel Schaffner

Dresden, Donnerstag, 22. Januar 2026

Im RTL-Interview spricht Patrice Aminati offen darüber, wie sie sich ihren letzten Tag vorstellt. Ihr anwesender Vater kann seine Gefühle nicht zurückhalten.
Patrice Aminati gibt sehr persönliche Einblicke in ihr Leben mit unheilbarem Krebs. (Archivbild)


Rebecca Mir hat als Moderation des RTL-Magazins "Exclusiv" ein sehr persönliches Interview mit Patrice Aminati geführt. Diese muss demnach täglich 20 Tabletten einnehmen, um ihren Hautkrebs im Endstadium zu kontrollieren und ihre Lebenszeit zu verlängern. Darüber hinaus wurde die 30-Jährige von Ärzten bereits darauf hingewiesen, ihr Testament zu verfassen.

"Palliativ. Das hört sich so endgültig an. Du bist nicht heilbar", sagt die ehemalige Taff-Kollegin ihres Ex-Partners Daniel Aminati zu der Influencerin. Patrice Aminati kenne viele Palliativ-Patienten, die noch einige Jahre in diesem Status leben können, antwortet sie. 13 Jahre ist das längste Beispiel, das sie aufzählt. Klar wird, dass sie sich mit ihrem letzten Tag bereits beschäftigt hat. Sie hat einen klaren Wunsch, wie dieser aussehen soll.

Patrice Aminati blickt auf ihren letzten Tag - im Beisein von Papa Andreas

Rebecca Mir muss im Gespräch an Aminatis dreijährige Tochter Charly denken: "Okay warte, dass bedeutet ja, dass du das Leben deiner Tochter nicht komplett erleben wirst." Aminati bejaht und merkt an: "Aber die Zeit, die ich habe, werde ich nutzen, die werde ich immer präsent sein, genießen." Nach der Trennung von Daniel Aminati, die von ihr ausgegangen ist, wohnt sie mit ihrer Tochter in einer Einliegerwohnung bei ihren Eltern.

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Und auch bei ihren Eltern möchte sie an ihrem letzten Tag sein. Sie habe durch ihre Krankheit "gemerkt, dass das Glück ganz nahe liegt", erklärt sie. "Und wenn ich mir vorstelle, dass es mein letzter Tag wäre, dann würde ich gerne mit meinen Eltern auf dem Sofa sitzen. Wir würden ein Stück Kuchen essen, einen Kaffee trinken. Ganz klein, mein liebes kleines Leben genießen." Sie habe keine großen Träume oder Wünsche. "Es braucht wirklich für mich persönlich rein gar nichts."

Papa Andreas Fischer sitzt währenddessen am Rande des Raums und hört zu. Er fahre seine Tochter "überall hin", wie RTL berichtet. "Ihnen zu erzählen, dass sie unheilbar krank ist, war für sie das Schlimmste", so die Sprecherin. "Ich frage mich auch, wie sie das machen. Ich kann nur sagen, dass sie für mich sehr, sehr stark sind und mir immer das Gefühl geben, wir schaffen das", sagt Aminati und schaut zu ihm rüber. Während der Worte seiner Tochter kann er seine Schluchzer nicht zurückhalten. Doch neben all der Trauer sei die Familie fähig, ihre Lebensfreude nicht zu verlieren, sagt die Influencerin.

Palliativpatientin reagiert auf Aminatis letzten Wunsch - "nicht ganz so romantisch"

"So widersprüchlich das klingen mag. Krebs hat mich zu einem glücklicheren Menschen gemacht. Zu einem dankbareren Menschen", sagt sie in dem bewegenden Interview. Nach einer kurzen Social-Media-Pause, die Kritik seitens ihrer Follower und sogar Spekulationen über einen neuen Partner ausgelöst hatte, zeigt sie inzwischen wieder Einblicke in ihren Alltag auf Instagram. So etwa, wie sie zu Hause mit ihrer Tochter tobt oder bastelt.

Auch die auf Instagram aktive Buchautorin und Palliativpatientin Nadja Seipel ist auf Aminatis Schilderungen aufmerksam geworden. Sie lebt seit 2015 mit der Diagnose Brustkrebs. 2021 wurden Metastasen in Lunge, Leber, Lymphen und Knochen festgestellt. In einem Beitrag auf ihrem Kanal @gewinnerbraut reagiert sie auf die Ausführungen der 30-Jährigen zum letzten Tag des Lebens. "Ok, ich stelle mir meinen letzten Tag nicht ganz so romantisch vor. Ich stelle mir vor, dass ich in einem Hospiz liege in dem ich mich wohl fühle, meine Familie um mich und ich friedlich einschlafe", schreibt sie.

Vorher habe sie ihrer Tochter ins Ohr geflüstert, dass sie immer an ihrer Seite sein werde. "Und meinem Mann werde ich mehrmals gesagt haben, er solle nicht trauern sondern sein Leben in vollen Zügen genießen", führt sie fort. Diese genaue Idee beruhige sie und nehme ihr die Angst. "Ich wünsche Patrice, mir und allen anderen in dieser Situation, dass unsere Vorstellungen über unseren letzten Tag noch ganz lange auf sich warten lassen und irgendwann einmal in Erfüllung gehen."