Druckartikel: Nina Ruge wird 70: Was macht die ehemalige ZDF-Moderatorin heute?

Nina Ruge wird 70: Was macht die ehemalige ZDF-Moderatorin heute?


Autor: Teleschau  

, Montag, 24. August 2026

Nina Ruge feiert ihren 70. Geburtstag. Einst war sie das Gesicht des ZDF, heute beschäftigt sie sich vor allem mit gesundem Altern. Wie blickt die Moderatorin selbst auf ihr Jubiläum?


"Alles wird gut!": Ein Satz, der wohl untrennbar mit der langjährigen ZDF-Moderatorin Nina Ruge verbunden ist. Am Montag, 24. August, feiert die gebürtige Münchnerin ihren 70. Geburtstag. Doch was macht die Frau, die einst "Leute heute" und das "heute-journal" moderierte, eigentlich heute?

Ihr Weg ins Fernsehen startete etwas ungewöhnlich. Nach ihrem Studium der Germanistik und Biologie für das höhere Lehramt an der Technischen Universität Braunschweig arbeitete Ruge zunächst als Referendarin und später als Studienrätin für Deutsch und Biologie an einem Gymnasium in Wolfsburg. Parallel dazu schrieb sie als freie Mitarbeiterin Beiträge für den NDR. 1987 zog es sie nach Berlin und damit weg vom Schuldienst und hinein in die Filmwelt. Dort arbeitete sich Ruge Schritt für Schritt nach oben: von der Garderobiere über das Scriptgirl bis zur Regieassistentin. Wenig später führte ihr Weg zum ZDF.

Am 9. Oktober 1989 stand Ruge erstmals als Co-Moderatorin für den Nachrichtenblock des "heute-journal" vor der Kamera. Ihren großen Durchbruch feierte sie mit dem ZDF-Boulevardmagazin "Leute heute", das sie von 1997 bis 2007 moderierte. Es folgten zahlreiche weitere Einsätze für ARD und ZDF, darunter verschiedene Talk- und Magazinsendungen. 2007 bekam sie mit "Nina Ruge: Alles wird gut" ihre eigene Talkshow. Außerdem präsentierte sie die Modesendung "nina.ruge.mode". Auch abseits des Fernsehens blieb Ruge umtriebig: Sie arbeitete als Kolumnistin und ist Herausgeberin von mehr als 20 Büchern.

Privat ist Ruge seit 1998 mit dem deutschen Wirtschaftsmanager Wolfgang Reitzle liiert, 2001 heirateten die beiden.

"Die Endlichkeit tritt massiv ins Bewusstsein, und sie zu akzeptieren, ist eine Herausforderung"

Heute hat sich ihr beruflicher Fokus deutlich verändert. Ruge ist vor allem als Expertin für gesundes Altern und Zellbiologie bekannt. Sie hat zu diesem Thema mehrere Bestseller veröffentlicht, schreibt Kolumnen für Apothekenmedien, moderiert Wissenschafts-Podcasts, spricht auf YouTube mit Experten und hält Vorträge über eine gesunde Lebensführung.

Und obwohl sie sich intensiv mit dem Älterwerden beschäftigt, kann Ruge mit der Zahl 70 offenbar noch nicht ganz warm werden. Im Gespräch mit der "tz" beschreibt sie die Zahl als "japanischer Essigsalat aus roher Seegurke, also unheimlich bis suspekt". "Diese Zahl hat wenig mit mir zu tun, denn die Bilder, die wir von 70-jährigen Frauen im Kopf haben, sind längst überholt", erklärt sie. Frauen in diesem Alter stünden heute häufig mitten im Leben und ließen sich von einer Jahreszahl nicht "zur alten Frau stempeln".

Ganz ohne Wehmut blickt Ruge allerdings nicht auf das Älterwerden. Vor dem Altern hat sie "großen Respekt". "In meinem Buch schreibe ich sehr offen, dass mich das mit einer großen Melancholie, aber auch Trauer erfüllt", erzählt sie. In ihrem Umfeld würden immer mehr Menschen krank und immer mehr sterben. "Die Endlichkeit tritt massiv ins Bewusstsein, und sie zu akzeptieren, ist eine Herausforderung. Auch für mich", so Ruge.

Ihr neuestes Buch trägt den Titel "Alles wird gut, aber nicht von alleine". Ein Satz, der nicht nur an ihren berühmten TV-Spruch erinnert, sondern auch ihr heutiges Lebensmotto beschreibt, wie sie im Interview verrät.

Quelle: teleschau – der mediendienst