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"Niemand sah mich als sexy an": So sah Salma Hayek früher aus


Autor: Stefan Weber

, Mittwoch, 04. Februar 2026

Heute darf Salma Hayek in Filmen wie "Killer's Bodyguard 2" (Donnerstag, 5. Februar, 20.15 Uhr, VOX) vielschichtige Rollen spielen. Doch zu Beginn ihrer Karriere wurde die Mexikanerin auf ein Image als Sexbombe reduziert.


Es gibt Rollen, die definieren eine gesamte Karriere: Im Falle von Salma Hayek dürfte es ihr kleiner, aber umso bemerkenswerterer Auftritt in "From Dusk Till Dawn" (1996) gewesen sein. Unvergessen jene Szene in einer mexikanischen Bar, in der sie als Santanico Pandemonium den anwesenden Herren beim Schlangentanz den Kopf verdreht - und sich wenig später in einen blutdürstigen Vampir verwandelt. Im Jahr zuvor hatte sie bereits als Gespielin von Antonio Banderas in "Desperado" (1995) nicht mit ihren Reizen gegeizt. Beide Rollen brachten ihr den Ruf einer "Sexbombe" ein, gegen den sie lange Zeit anspielen musste - und den sie zunächst auch nicht nachvollziehen konnte.

"Niemand sah mich als sexy an. Ich war einfach nur berühmt. Ich war Teresa, der Star aus der Seifenoper", erklärte sie 2003 im Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey. Denn bevor Hayek den Sprung nach Hollywood schaffte, war die 1966 im mexikanischen Coatzacoalcos geborene Tochter einer wohlhabenden Familie in ihrer Heimat ein bekanntes TV-Gesicht gewesen: Ihre erste große Rolle spielte Hayek 1989 in der Telenovela "Teresa".

Hayek über "Desperado": "Ich habe während der gesamten Liebesszene geweint"

Doch Hayek wollte Filme machen und traf 1991 eine Entscheidung, die ihre Karriere nachhaltig prägen sollte: Sie verließ Mexiko und ging in die USA. Ihre Motivation? "Ich wollte gut sein. Ich wollte besser sein", erzählte sie 2003. Sie wagte den Schritt ins Ungewisse, im sicheren Wissen, dass sie zahlreiche Hürden überwinden muss: "Ich kam hierher und sprach kein Englisch, hatte keine Green Card, wusste nicht, dass ich einen Agenten brauchte, konnte nicht Auto fahren und war Legasthenikerin. Und da ich in Mexiko nie etwas selbst machen musste, war ich ein verwöhntes Gör!", gab Hayek gegenüber Oprah zu.

Hayek begann, bei Stella Adler Schauspiel zu studieren, während sie versuchte, in Los Angeles Fuß zu fassen. Dass sie in Hollywood zunächst stark auf ihr Äußeres reduziert wurde, irritierte sie sehr: "Ich weiß nicht genau, wann es passiert ist, aber plötzlich war ich eine Sexbombe. Das habe ich entdeckt, als ich 'Desperado' gedreht habe. Die Liebesszene fiel mir sehr schwer. Ich habe während der gesamten Liebesszene geweint", sagte sie 2003. Hayek habe nicht nackt vor der Kamera stehen wollen und sich geschämt: "Die ganze Zeit habe ich an meinen Vater und meinen Bruder gedacht."

Hayek lehnt die Opferrolle ab

Doch Hayek fand sich mit der ihr zugedachten Rolle ab - auch wenn sie den Sexismus in Hollywood am eigenen Leib erfahren musste: 2017 machte sie im Zuge der "MeToo"-Bewegung öffentlich, dass Filmproduzent Harvey Weinstein sie 2002 bei den Dreharbeiten zum Film "Frida" sexuell bedrängt und belästigt habe. In Interviews erklärte Hayek später, dass sie aber kein Opfer sein wolle, sondern die Mechanismen des Geschäfts auch bewusst erkannt und genutzt habe. "Ich habe gegen den Rassismus gekämpft, indem ich ihren Sexismus ausgenutzt habe", sagte sie 2019 im teleschau-Interview. Das von Hollywood akzeptierte Bild der "sexy Latina" habe ihr Zugang verschafft - zugleich aber ihre Rollenwahl eingeschränkt. Viele Angebote reduzierten sie auf genau dieses Image.

Es habe lang gedauert, sich davon zu befreien: "Ich kann mich mittlerweile, was meine Karriere angeht, nicht beschweren, aber das war bei Weitem nicht immer so. In meinen Zwanzigern habe ich extrem hart kämpfen müssen. Dasselbe gilt auch für meine Dreißiger und sogar meine Vierziger! Irgendwann dachte ich mir einfach nur: 'Keiner versteht mich und mein Talent!'", sagte sie 2021 der teleschau. Zeitweise habe sie ernsthaft darüber nachgedacht, Hollywood den Rücken zu kehren und sich ganz anderen Lebensplänen zu widmen.

Hayek: "Alles ist möglich!"

Inzwischen wird Hayek aber als vielseitige Schauspielerin (für ihre Hauptrolle in "Frida" erhielt sie ein Oscar-Nominierung), Regisseurin ("The Maldonado Miracle") und Produzentin ("Ugly Betty") wahrgenommen - und auch in anderen Rollen besetzt. Besonders begeistert zeigte sie sich im teleschau-Interview von ihrer Rolle als Superheldin im Marvel-Abenteuer "The Eternals", die sie unter der Regie von Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao ("Nomadland") spielte: "Mit 55 Jahren von einer so brillanten Filmemacherin angesprochen zu werden, ist eine echte Ehre", erklärte Hayek. "In dem Moment wusste ich: Alles ist möglich! Ich bin Mexikanerin, habe libanesische und arabische Wurzeln. Ich bin nicht sehr groß und habe riesige Brüste. Ich bin nicht die klassische Superheldin, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Ich habe keine stählernen Muskeln. Ich habe kein Botox im Gesicht, ich bin einfach anders!"

Quelle: teleschau – der mediendienst