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München Beats"-Star Jule Hermann über KI: "Mir macht so etwas große Angst"


Autor: Friederike Hilz

, Montag, 24. August 2026

In "München Beats" reist Jule Hermann zurück ins München der 90er-Jahre. Auch wenn die 22-Jährige damals noch nicht geboren war, wünscht sie sich die "Ruhe und Langsamkeit" jener Zeit zurück. Social Media und ständige Erreichbarkeit seien"nicht allzu gesund", ist sie überzeugt.


"Die heutige Kommunikation erzeugt einen hohen Stresspegel", findet Schauspielerin Jule Hermann. Die 22-Jährige ist gerade in der vierteiligen ZDF-Miniserie "München Beats" (Mittwoch, 26. August, und Donnerstag, 27. August, jeweils 20.15 Uhr, im ZDF oder seit 7. August komplett im Stream) zu sehen, in der sie die Bauerntochter Linda spielt, die im München der 90er-Jahre von einer Karriere als DJ träumt. Zwar hat die gebürtige Münchnerin die 90-er selbst nicht miterlebt, dennoch wünscht sie sich die Zeit der "Ruhe und Langsamkeit" zurück, denn "heute ist man ständig erreichbar". Und damit ist sie nicht alleine, glaubt die Schauspielerin: "Meine Generation hat die Schnauze voll von Schnelligkeit, Beliebigkeit und der ständigen Verfügbarkeit", macht sie im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau deutlich.

"Wo bleiben einem noch Rückzugsräume?", fragt sich Hermann und erklärt: "Man glaubt, ständig verfügbar sein zu müssen. Ich bin per Telefon erreichbar, per Mail und Messenger-Apps. Ich habe eine Social Media-Präsenz, die gefüttert werden will." Das alles ist schlicht zu viel, glaubt die 22-Jährige. Viele junge Menschen hätten psychische Probleme. "Wir sind an einem Punkt, wo man es nicht mehr ignorieren kann, dass unser Leben nicht allzu gesund ist."

Doch sich vom Handy und den sozialen Medien zu lösen, ist gar nicht so einfach, wie auch Jule Hermann selbst weiß: "Da gibt es zum einen Süchte, die man überwinden muss", erklärt sie. Und wenn man eben so an die ständige Verfügbarkeit gewöhnt ist, dann sei man "unzufrieden, wenn es nicht schnell geht", glaubt die gebürtige Münchnerin: "Was wiederum zeigt, wie gestresst wir alle sind."

Jule Hermann macht KI "große Angst"

Zu diesem Stress trägt für Hermann auch der Vormarsch der künstlichen Intelligenz bei. In ihrer "Blase" sehe man KI kritisch, sagt sie, doch insgesamt herrsche in der Kreativbranche "große Uneinigkeit". "Die Skepsis gegenüber KI-Projekten kann sich schnell in Zustimmung verwandeln, sobald man glaubt, einen Vorteil davon zu haben", weiß die 22-Jährige - auch, wenn solche Projekte "mittel- und langfristig nicht gut für die Branche und die Kunst sind".

"Mir macht so etwas große Angst", gesteht Hermann mit Blick auf diese Entwicklung. "Denn man arbeitet als junger Kreativer durch die Kooperation mit und dem Füttern von KI auch an der Abschaffung der eigenen Kunst", erklärt sie.

Quelle: teleschau – der mediendienst