Druckartikel: "Meine Stimme hat noch nie besser geklungen": Auch mit 90 denkt Engelbert nicht ans Aufhören

"Meine Stimme hat noch nie besser geklungen": Auch mit 90 denkt Engelbert nicht ans Aufhören


Autor: Stefan Weber

, Mittwoch, 08. Juli 2026

Auch mit 90 ist für Engelbert Humperdinck noch lange nicht Schluss. Die britische Pop-Legende steht immer noch auf der Bühne - und verriet nun ihr Fitnessgeheimnis.


Zu seinem 90. Geburtstag am 2. Mai erhielt Engelbert Humperdinck bereits vorab ein Geschenk der besonderen Art: Bei einem Auftritt in Las Vegas erklärte die Stadt den 17. April offiziell zum "Engelbert Humperdinck Day", das Publikum überraschte den Sänger mit einem spontanen "Happy Birthday". Sichtlich gerührt nahm der Brite die Ehrung entgegen - und machte zugleich klar, dass seine Karriere noch längst nicht beendet sei.

"Ich fühle mich nicht so alt, wie ich bin", sagte Humperdinck dem "Las Vegas Magazine". Einen Ruhestand könne er sich nicht vorstellen. "Ich habe versucht, es ruhiger angehen zu lassen. Mein Manager hat mir das vorgeschlagen. Ich war drei Monate lang zu Hause und bin fast die Wände hochgegangen." Deshalb griff er selbst zum Telefon und bat seinen Manager, ihn wieder auf Tour zu schicken. Sein Credo: "Solange ich gut singe, mache ich weiter." Und er ist überzeugt: "Meine Stimme hat noch nie besser geklungen."

Tatsächlich stehen für den Sänger dieses Jahr zahlreiche weitere Auftritte an. Auch zwei Konzerte in Deutschland sind geplan:, am 15. August in Westhofen in Rheinland-Pfalz und am 22. August in Bremen. Für Humperdinck, der seit rund 70 Jahren Bühnen in aller Welt bespielt, gehört das Reisen längst zum Leben. "Ich glaube nicht, dass ich mich jemals zur Ruhe setze. Es hält mich jung", sagte er einst der "Times".

Als "King of Romance" verkaufte er 150 Millionen Tonträger

Geboren wurde der Sänger 1936 als Arnold George Dorsey im indischen Madras, dem heutigen Chennai. Mit zehn Jahren zog die Familie nach England, wo er zunächst unter dem Namen Gerry Dorsey in Nachtclubs auftrat. Der Durchbruch ließ jedoch auf sich warten. Erst Manager Gordon Mills, der später auch Tom Jones betreute, stellte die Weichen seiner Karriere neu. Er verpasste seinem Schützling den ungewöhnlichen Künstlernamen Engelbert Humperdinck - in Anlehnung an den deutschen Komponisten. "Er ist so ungeheuerlich, dass man ihn nicht vergessen wird", lautete seine Begründung. Mills sollte recht behalten.

1967 wurde "Release Me" zum Welthit und führte Humperdinck an die Spitze der britischen Charts. Der Erfolg machte ihn international bekannt. Mit Balladen wie "A Man Without Love" oder "The Last Waltz" wurde er zum "King of Romance" und verkaufte nach eigenen Angaben rund 150 Millionen Tonträger.

In Deutschland erhielt seine Karriere in den 1980er-Jahren durch Produzent Jack White neuen Schwung. Das Album "Träumen mit Engelbert" erreichte 1987 Platz eins der deutschen Charts. Auf den Plattencovern inszenierte sich der Sänger als eleganter Charmeur - ein Image, das ihm einen Ruf als Frauenheld einbrachte.

Engelbert hat das Gefühl, nur für seine verstorbene Ehefrau zu singen

Privat blieb er dennoch seiner Ehefrau Patricia verbunden. Sie hielt trotz seines Rufs als Schürzenjäger bis zu ihrem Tod im Jahr 2021 zu ihm. Seit diesem Verlust, sagte Humperdinck der "Bild", hätten seine Liebeslieder eine tiefere Bedeutung bekommen: "Wenn ich heute die Texte singe, empfinde ich sie viel intensiver. Wenn ich auf der Bühne stehe, habe ich oft das Gefühl, als würde ich die Lieder nur für meine Frau singen."

Damit er auch mit 90 fit bleibt, trainiert Humperdinck unter Wasser im Pool und entspannt vor Konzerten im Dampfbad. "Gott sei Dank geht es mir gesundheitlich gut", sagt er. Sein Lebensmotto fasst er in einem Songtitel zusammen: "Don't Let The Old Man In". Und solange seine Stimme ihn trägt, will der "King of Romance" genau das tun - weitersingen.

Quelle: teleschau – der mediendienst