Johannes Oerding spricht im TV über seine Auszeit: Er hatte Angst, "dass die Leute mich vergessen"
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 26. März 2026
Sänger Johannes Oerding nahm sich 2024 eine Auszeit von der Bühne. In der ZDF-Frühstückssendung "Volle Kanne" erklärte er nun, wieso er eine Pause brauchte und welche Erkenntnisse er auf seiner Weltreise hatte.
Sänger Johannes Oerding nahm sich nach erfolgreichen Jahren, in denen er mit zwei Alben Platz eins der deutschen Charts erreicht hatte, 2024 eine Auszeit und ging auf Weltreise. Im ZDF sprach er nun im Frühstücksmagazin "Volle Kanne" über die Hintergründe. "Es war ein schleichender Prozess", erzählte der 44-Jährige im Gespräch mit Moderator Florian Weiss. "Das Fass zum Überlaufen hat dann letztendlich der Open-Air-Sommer 2023 gebracht", erklärte er rückblickend.
Bei einem der letzten seiner 40 Konzerte habe er auf der Bühne gestanden, erinnerte er sich, und "eigentlich ein sehr trauriges, sehr persönliches Lied" gesungen: "Aber ich habe dabei schon an die Einkaufsliste für morgen gedacht." Oerding merkte: "Das wird weder dem Song noch den Leuten noch mir gerecht. Es ist Zeit, mal kurz die Handbremse anzuziehen." Und genau das tat er und bereiste für ein Jahr die Welt. Er ist sich dabei bewusst, "dass das ein totales Privileg ist", machte er klar.
Auf seiner Reise durch verschiedene Länder habe er zwei wichtige Erkenntnisse gehabt, erzählte Oerding. "Ich hatte immer so ein bisschen Angst, dass, wenn ich eine Pause mache, die Leute mich vergessen und dass sie nicht mehr zu meinen Konzerten kommen", gab Oerding zu. "Da war meine Erkenntnis: Johannes, so wichtig bist du nicht", erklärte er schmunzelnd. Während seiner Reise habe er außerdem erkannt, "dass es uns in diesem Land hier ganz schön gut geht".
Johannes Oerding: "Da muss doch jeder Mensch zusammenzucken"
Ernst wurde der Sänger, als es um die Vorwürfe von Schauspielerin Collien Fernandes und digitale Gewalt an Frauen ging. Influencer der sogenannten Manosphäre wie etwa Andrew Tate, die fest an die Überlegenheit der Männer und an das Patriarchat glauben, empören den 44-Jährigen: "Wenn man das hört - da muss doch jeder Mensch zusammenzucken. Was ist das für ein Schwachsinn, was ist das für ein reaktionäres Weltbild."
Er habe sowieso Angst davor, erklärte Oerding, "dass wir scheinbar mehr und mehr dahin driften, dass alles so sein soll wie früher. Da gilt es für uns alle, glaube ich, aufzustehen". Dabei sollten nicht nur Frauen auf die Straße gehen, findet er, sondern auch "wir Männer".
Quelle: teleschau – der mediendienst